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DAUN, 19.07.2019 - 08:31 Uhr
Digital-TV

Mondlandung gucken - Geburtsstunde des Live-Fernsehens

Ein Menschheitstraum als Reifeprüfung des Fernsehens: Die Mondlandung im Juli 1969 war das erste große Live-Erlebnis mit bewegten Bildern. Danach waren TV-Geräte aus Haushalten nicht mehr wegzudenken, sie wurden zum Massenmedium. Exakt 50 Jahre später zeigen zahlreiche TV Sender zahlreiche Specials zum Jubiläum, unter anderem die Originalübertragung der Mondlandung in voller Länge.

Liveübertragung im TV brach alle Rekorde

Es sind auch heute noch beeindruckende Zahlen: Bis zu 600 Millionen Zuschauer in 49 Ländern verfolgten weltweit die ersten Schritte der Astronauten in 384.000 Kilometern Entfernung - das war etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung.

Als die Mondlandefähre Eagle der Apollo 11 auf dem Mond landete und Neil Armstrong als erster Mensch auf dem Mond spazierte, brach mit der Liveübertragung am 20./21. Juli 1969 im Fernsehen in der westlichen Welt viele Zuschauerrekorde. In zahlreichen Ländern wurde der Rekord für die längste Liveübertragung auf dem TV-Bildschirm aufgestellt.

In Deutschland traten rund 24 Millionen Zuschauer mitten in der Nacht vor ihren Bildschirmen die Reise ins All an. Wer kein Gerät hatte, ging damals zum Nachbarn. ARD und ZDF erreichten mit ihren Übertragungen zusammen eine Fabel-Einschaltquote von 72 Prozent.

50 Jahre Mondlandung: Jahrhundertereignis mit zahlreichen TV-Specials  Zum Jubiläum zeigen zahlreiche TV Sender exakt 50 Jahre später zahlreiche Specials, darunter die Öffentlich-Rechtlichen sowie zahlreiche private Sender, wie Servus TV oder WELT. Zum Jahrestag der Apollo-11-Mission der NASA zeigt WELT beispielsweise ein Wochenende lang nonstop die besten Space-Dokumentationen aus seinem Portfolio. Darunter natürlich Sendungen über die Mondlandung und die Geschichte der NASA, aber auch über die neuesten Erkenntnisse der Astrophysik, die wichtigen Entdecker und kühnen Denker der Weltraumforschung und die ambitionierten Zukunftspläne für eine Besiedelung des Mars. Eines der Highlights ist dabei die deutsche Erstausstrahlung der Dokumentation „SpaceX – Projekt Marsrakete“ am Sonntag, den 21. Juli um 19 Uhr.

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Signalübertragung vom Mond zu den Fernsehbildschirmen

Kamera auf der Mondoberfläche bei Apollo 11, Bild: NASA/Buzz Aldrin Laut Wikipedia-Angaben war die Kamera mit der Mondfähre durch ein 30 m langes Kabel verbunden. Das Fernsehsignal wurde mit Telemetrie-Daten, biomedizinischen Daten und dem Sprechfunk gemischt und über eine S-Band-Parabolantenne mit 66 cm Durchmesser an der Spitze der Mondfähre direkt zur Erde übertragen. Die Sendefrequenz betrug 2282,5 MHz.

Dabei waren die drei Stationen Goldstone in Kalifornien, sowie Parkes und Honeysuckle Creek in Australien auf Empfang als Aldrin die Fernseh-Kamera einschaltete und das TV-Signal zur Erde gesendet wurde. Die Empfangsstation in Goldstone hatte eine Parabolantenne mit einem Durchmesser von 64 m im Einsatz. Das Parkes-Radioteleskop hatte eine Parabolantenne mit 64 m Durchmesser, die nur um 60° zur Vertikalen geneigt werden konnte. Da der Ausstieg zeitlich vorgezogen worden war, sah es zuerst so aus, als ob der Spiegel die Signale gar nicht empfangen könnte, weil der Mond noch nicht hoch genug über dem Horizont stehen würde. Die Antenne von Honeysuckle Creek hatte nur einen Durchmesser von 26 Meter. Im Laufe der zweieinhalbstündigen Übertragung vom Mond wurden Bilder von allen drei Empfangsstationen verwendet. Die ersten Schritte auf dem Mond wurden in viele Länder live übertragen. In Amerika war es noch Sonntagabend, der 20. Juli (21:54 Uhr in Houston), in Europa Montag der 21. Juli, mitten in der Nacht (03:54 Uhr in Mitteleuropa), in Australien Montagmittag (12:54 Uhr in Sydney).

In Deutschland war der WDR für die ARD seinerzeit für die Übertragung zuständig. Günter Siefarth sendete 28 Stunden lang aus dem eigens gebauten „Apollo-Studio“ in Köln. Die Sondersendung des ZDF wurde von Heinrich Schiemann moderiert. In den USA sendeten die drei großen TV-Stationen ABC, CBS und NBC 31 Stunden ohne Unterbrechung.

Bereits rund zwei Jahre vor dem „Mondspaziergang“ hatte Vizekanzler Willy Brandt (SPD) einen symbolischen roten Knopf gedrückt und damit den Startschuss für das Farbfernsehen in Deutschland gegeben. Für die Mondlandung und die aufwendige Übertragung der Bilder kam das allerdings zu spät: In Farbe waren damals nur die Bilder von der Bodenkontrolle und die Studioeinspielungen der Sender zu sehen.

Quellen: dpa, Wikipedia, InfoDigital


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