DAUN, 03.06.2014 - 11:02 Uhr
Digital-TV - Technik

RTL setzt weiter auf DVB-T-Verbreitung – Vertrag um zwei Jahre verlängert

Die Mediengruppe RTL Deutschland wird ihre Free-TV-Sender RTL, Vox, Super RTL, RTL 2 sowie in Berlin auch N-TV bis auf Weiteres über digitales Antennenfernsehen (DVB-T) verbreiten. Der Distributionspartner Media Broadcast und die Kölner Unternehmensgruppe haben ihren zum Jahresende auslaufenden Vertrag für zunächst zwei weitere Jahre verlängert. Dies teilten die Unternehmen am 3. Juni mit. Mit ihren Free-TV-Sendern möchte die Mediengruppe RTL die Attraktivität des terrestrischen Verbreitungsweges bis zur Umstellung auf den neuen Standard DVB-T2 aufrechterhalten, dessen Einführung ab 2016 angestrebt ist. Damit leiste sie einen Beitrag für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Terrestrik, hieß es. Mit einer von Media Broadcast geplanten bundesweiten Plattform im DVB-T2-Standard zeichne sich für die Mediengruppe RTL erstmals ein tragbares kommerzielles Geschäftsmodell für digitales Antennenfernsehen ab. Ziel ist es, über diese Plattform künftig die Free-TV-Sender der Mediengruppe RTL in HDTV-Qualität verschlüsselt auch terrestrischen Fernsehhaushalten anbieten zu können. Bis zu einer verbindlichen Entscheidung für DVB-T2 sind jedoch noch mehrere Rahmenbedingungen zu erfüllen.

RTL: „Es kann gelingen, diese Empfangsalternative für Zuschauer und Sender langfristig zu erhalten“

Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik bei der Mediengruppe RTL Deutschland: „DVB-T ist ein spannendes Beispiel für die hohe Relevanz von Politik und Regulierung für einen funktionierenden Medienmarkt in Deutschland. Wir haben wie versprochen nach dem Commitment der Berliner Koalition zu den Frequenzen nun den nächsten Schritt gemacht. Ob das zu einer langfristigen Versorgung der Bevölkerung mit terrestrischem Fernsehen führt, hängt jetzt wiederum von den ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen ab. Eine Zukunft für DVB-T kann es nur mit einer ökonomisch tragfähigen DVB-T2-Plattform geben. Wenn die Regulierungsbehörden von Bund und Ländern die besondere Situation bei der Terrestrik und da vor allem die geringen technischen und ökonomischen Spielräume anerkennen, kann es gelingen, diese Empfangsalternative für Zuschauer und Sender langfristig zu erhalten.“

„Echte Zukunftsperspektive“

Andre Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung bei der Mediengruppe RTL Deutschland: „Die geplante Einführung von DVB-T2 eröffnet dem digitalen terrestrischen Fernsehen eine echte Zukunftsperspektive. Als privatwirtschaftlicher Fernsehanbieter können wir unter Kostengesichtspunkten unsere Verbreitung über die digitale Terrestrik nur dann fortsetzen, wenn es gelingt, diese mittelfristig wirtschaftlich profitabel zu gestalten. Mit der angestrebten Verbreitung unserer HD-Programme über eine DVB-T2-Plattform rückt diese Option in greifbare Nähe.“

Ab 2016 noch breiteres Angebot

Wolfgang Breuer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Media Broadcast: „Wir freuen uns sehr, dass die Mediengruppe RTL Deutschland sich für eine übergangsweise Fortführung der DVB-T-Ausstrahlung entschieden hat und damit den Weg für einen Wechsel ihrer Sender auf DVB-T2 öffnet. Für die Zuschauer bleibt damit die Breite des DVB-T-Angebotes mit Inhalten der großen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendergruppen gesichert, und digitales terrestrisches Fernsehen mit einer noch größeren Sendervielfalt und besserer Bildqualität über DVB-T2 gewinnt an Fahrt. Wir treiben die Einführung von DVB-T2 im Schulterschluss mit allen TV-Sendern voran und wollen dem Zuschauer möglichst schon 2016 ein noch breiteres Programmangebot auch in HD bieten. Es ist gut, die Mediengruppe RTL mit ihrer attraktiven Senderfamilie hierfür an Bord zu wissen.“

Appell an Politik und Regulierung

Anlässlich der Vereinbarung appelliert Media Broadcast an Politik und Regulierung, jetzt schnell verlässliche Rahmenbedingungen für den Wechsel auf DVB-T2 zu schaffen. Hierzu Breuer: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und den Grundstein für eine attraktive digitale Terrestrik der Zukunft gelegt. DVB-T2 ist marktreif, und Media Broadcast ist bereit für die Umstellung auf den neuen Standard. Jetzt ist es an Bund, Ländern und Regulierungsbehörden, den Wechsel zu ermöglichen. Das bedeutet konkret: Sichern der Frequenzen im 700-MHz-Band zumindest bis zum Abschluss der DVB-T2-Umstellung, langfristige Planungssicherheit für das verbleibende Rundfunkspektrum und Umsetzen des medien- und telekommunikationsrechtlichen Prozesses. Wir vertrauen darauf, dass die Bundesregierung zu ihren frequenzpolitischen Zusagen im Koalitionsvertrag steht und freuen uns auf einen zügigen und weiterhin konstruktiven Dialog mit Ländern und Regulierungsbehörden.“

Hintergrund

Anfang 2013 hatte die Mediengruppe RTL Deutschland ihren Rückzug aus der DVB-T-Verbreitung angekündigt, da ein durch die Politik garantierter Verbleib der terrestrischen Frequenzen beim Rundfunk nicht erkennbar war. Weitere Gründe waren die unzureichende Unterstützung eines branchenweiten Umstiegs durch Regulierungs- und Aufsichtsbehörden und die daraus resultierenden ungewissen ökonomischen Rahmenbedingungen. Eine erste Voraussetzung für die Neubewertung des DVB-T-Engagements hatte die Politik Ende 2013 mit der im Koalitionsvertrag aufgenommenen Absichtserklärung geschaffen, die Frequenzen für einen Umstieg auf DVB-T2 für den Rundfunk zu erhalten. Ausgenommen von der vorübergehenden Fortführung des DVB-T-Engagements sind die in einer anderen Technologie betriebenen Regionen Halle/Leipzig und Stuttgart.

www.mediengruppe-rtl.de

www.media-broadcast.com


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