DAUN, 30.01.2014 - 13:59 Uhr
Satellit - Digital-TV

SES und Eutelsat beenden Frequenzstreit um Nutzungsrechte auf 28,5° Ost

Die Satellitenbetreiber SES und Eutelsat haben eine Reihe von Verträgen abgeschlossen, mit denen sie einen Rechtsstreit bezüglich des Nutzungsrechts der Orbitalposition 28,5° Ost beilegen. Das Vertragspaket enthalte zudem langfristige kommerzielle und Frequenzkoordinierungselemente, teilten die Unternehmen am 30. Januar mit. Die erste Vereinbarung beendet ein Schiedsverfahren zwischen Eutelsat und SES, das im Oktober 2012 vor dem International Chamber of Commerce (ICC) in Paris eingeleitet worden war. Der Rechtsstreit betraf das Nutzungsrecht für ein 500-MHz-Spektrum auf der Orbitalposition 28,5° Ost. Eutelsat hat den Betrieb dieses Spektrums am 3. Oktober 2013 eingestellt, während SES das Spektrum seit diesem Datum betreibt. Der Streit über das Nutzungsrecht wurde nun beigelegt, indem SES seine Satelliten weiterhin auf dieser Position betreibt, während Eutelsat eigenständig einen Teil der vormals strittigen Frequenzen kommerzialisiert.

Eutelsat kommerzialisiert acht Transponder der strittigen 500 MHz

Die zweite Vereinbarung sieht vor, dass Eutelsat dazu langfristig Satellitenkapazität der SES-Flotte auf der Orbitalposition 28,5° Ost kontraktiert. Eutelsat wird auf der SES-Flotte in Europa 125 MHz (acht Transponder) der vormals strittigen 500 MHz kommerzialisieren. Darüber hinaus wird Eutelsat auf der SES-Flotte weitere 250 MHz (zwölf Transponder) kommerzialisieren, die nicht Gegenstand der Rechtsverfahren waren. Die 20 Transponder werden auf den drei neuen Satelliten betrieben, die SES in dem Orbitalbogen 28,2/28,5° Ost bereitstellt – Astra 2F, Astra 2E und Astra 2G – wovon die ersten beiden bereits gelauncht und im Einsatz sind, während der dritte für einen Launch im Laufe dieses Jahres vorgesehen ist.

Neue Vereinbarung zu optimierter Spektrumsnutzung

Die dritte Vereinbarung zwischen beiden Unternehmen betrifft die technische Frequenzkoordinierung nach den Regeln der Internationalen Fernmeldeunion (ITU). Sie gestattet beiden Beteiligten eine optimierte Nutzung ihres jeweiligen Spektrums auf einer Reihe von Orbitalpositionen über Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Sie bestätigt und klärt, in technischer Hinsicht, die geographische Abdeckung und die Stärke der Übertragungsleistung auf den Frequenzen dieser Positionen. „Die Vereinbarungen mit Eutelsat schaffen einen sicheren Rahmen für den Rundfunk- und Datenbetrieb in wichtigen Märkten Europas, des Nahen Ostens und Afrikas“, sagte Romain Bausch, Präsident und CEO von SES. „Sie nützen unserer gesamten Branche und vor allem den Kunden und End-Usern, indem sie ihnen optimale Satellitendienste bieten. Die Vereinbarungen erlauben es SES, die in der Flotte angelegten Investitionen wirksam einzusetzen und seine Satelliten sowie sein Frequenzspektrum effizient zu nutzen. Wir können uns nun voll auf die Kommerzialisierung unserer Satellitenkapazität und die Bereitstellung erstklassiger Dienstleistungen für Kunden und Nutzer weltweit konzentrieren.“

Langfristige Verträge

Michel de Rosen, Chairman und CEO von Eutelsat, erklärt: „Mit Blick auf die Zielvorgabe, den Kunden einen tadellosen Service zu bieten und unser Spektrum optimal zu nutzen, sind Eutelsat und SES pragmatisch und geschäftsmäßig vorgegangen, um diese Vereinbarung zu erreichen. Diese langfristigen Verträge klären die Bedingungen für einen störungsfreien Betrieb und ermöglichen jeder der beiden Firmen, ihre kommerziellen Aktivitäten unabhängig voneinander in einem wettbewerbsintensiven Umfeld auszudehnen. Eutelsat sieht sich verpflichtet, in einem der dynamischsten Rundfunkmärkte innovative Dienstleistungen zu liefern, und kann nun die Produktivität seiner In-Orbit-Resourcen und künftigen Investments weiter verbessern.“

www.ses.com

www.eutelsat.com

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