DAUN, 25.11.2019 - 08:17 Uhr
Digital-TV - DVB-T

SRG wieder via DVB-T in der Schweiz und Österreich empfangbar

Ein halbes Jahr nach der Abschaltung des terrestrischen Digitalfernsehens (DVB-T) in der Schweiz sind die SRG-Programme in Teilen der Schweiz und Österreichs bald wieder via DVB-T empfangbar.

Ermöglicht wird dies durch den österreichischen Kabelnetzbetreiber Lampert, der auf diese Weise die Grundlage dafür schafft, die beliebten Programme wieder seinen Kabelkunden zugänglich zu machen.

Hintergrund: Nach der DVB-T-Abschaltung durch die SRG im Juni 2019 waren SRF 1 und SRF zwei nicht mehr in ausländischen Kabelnetzen empfangbar, denn das war nur erlaubt, wenn die Programme im Grenzgebiet terrestrisch unverschlüsselt empfangbar waren. Via Satellit verschlüsselt die SRG ihre Signale, um die Reichweite auf Schweizer Bürger zu begrenzen. Auf diesem Weg war eine Kabeleinspeisung daher nicht möglich.

Lampert beantragte daraufhin beim Schweizer Bundesamt für Kommunikation (Bakom) die Bewilligung für die Nutzung einer Schweizer DVB-T-Frequenz, wie die Schweizer Zeitung „20 Minuten“ berichtet.

Über einen Funkturm auf dem Hohen Kasten, einem rund 1.800 Meter hohen Berg in den Appenzeller Alpen, darf das Unternehmen die Programme der SRG unverschlüsselt verbreiten.

Weil das Signal auch Österreich erreicht, können dortige Kabelnetzbetreiber die SRG-Sender wieder in ihre Netze aufnehmen. Dem Bakom war die Absicht bekannt: „Die Firma wollte ihre Kunden weiterhin mit Schweizer Programmen bedienen“, sagte Sprecher Francis Meier der Zeitung. Die seien in den umliegenden Ländern „äußerst beliebt“. Auch Anbieter aus Frankreich hätten Interesse signalisiert, in der Region Genfersee nach dem gleichen Prinzip DVB-T-Sender in Betrieb zu nehmen, um SRG-Programme nach Frankreich zu bringen.

Christoph Schmid, Leiter Marketing bei Lampert, sagte, die Nachfrage nach den Schweizer Sendern sei bei den Kunden „extrem hoch“ gewesen.

Ähnlich wie im süddeutschen Raum seien sie seit jeher ein fester Bestandteil der täglichen Fernsehnutzung: „Sie bieten einen Mehrwert für den kulturellen Austausch und das interkulturelle Verständnis.“

Weil alle Kabelnetzbetreiber in der von Lampert versorgten Vorarlberg-Region von der gefundenen Lösung profitieren, beteiligten sich auch alle anteilig an den Kosten für den DVB-T-Sender in den Appenzeller Alpen. Im Rest von Österreich sind die SRG-Sender über diese Lösung nicht zu sehen.

Auch die deutsche Politik ist auf die Möglichkeit aufmerksam geworden. Die Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) schreibt auf ihrer Internetseite, dass solche privatrechtlichen Regelungen auch für das deutsche Grenzgebiet denkbar wären. „Ein solches Geschäftsmodell könnte durchaus auch interessant sein für deutsche Kabelnetzbetreiber, die die Region Südbaden versorgen“, so Schwarzelühr-Sutter.

Eine Erlaubnis der SRG brauchen die Anbieter nicht. Die SRG nehme die privatwirtschaftlichen Initiativen zur Kenntnis, sagte Sprecher Edi Estermann gegenüber „20 Minuten“. „Wir freuen uns über das Interesse an unseren Angeboten.“

Die Aufnahme der DVB-T Ausstrahlung ist aktuell in Vorbereitung durch die Swisscom, wie Christoph Schmid, Leiter Marketing von Lampert, gegenüber InfoDigital erklärte. „Den endgültigen Termin haben wir leider noch nicht erhalten, wir hoffen aber, dass es vor Weihnachten noch so weit sein wird", sagte Schmid. „Grundsätzlich sind die technischen Daten zur Abstrahlung unverändert zum vorhergehenden Betrieb durch die SRG/Swisscom, da wir deren Frequenzen und das Antennendiagramm unverändert übernommen haben. Laut Konzession ist die maximale Strahlungsleistung (ERP) [W] 1790 und der Kanal 34."

 

Von Dr. Jörn Krieger


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