DAUN, 18.11.2019 - 15:16 Uhr
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YouTube ist ein riskanter Spielplatz für Kinder

Gewaltvideos, Hasskommentare, mangelnde Privatsphäre – bei der Nutzung des Videoportals YouTube gibt es für Heranwachsende ernstzunehmende Risiken. Zwar ist die Plattform erst für Jugendliche ab 16 Jahren erlaubt, die Beliebtheit von YouTube ist jedoch auch bei Jüngeren groß. Der Medienratgeber 'SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht' gab nun Hinweise zum Umgang mit den Gefahren. So sei es wichtig, dass Eltern, altersgerechte Inhalte auswählen und die Jugendschutzeinstellungen aktivieren. Überdies sei es wichtig, mit seinem Kind im Austausch über das Gesehene zu bleiben, um über mögliche Risiken ins Gespräch zu kommen.

Nach dem Fernsehprogramm ist YouTube der wichtigste Bewegtbildkanal für Kinder. 54 Prozent der Zehn- bis 13-Jährigen schauen laut einer aktuellen KIM-Studie 2018 mindestens einmal pro Woche YouTube-Videos. Hierzu gehören neben Comedy-Clips oder Let’s Plays auch Tipps für die Schule oder den Alltag – Laut AGB der Plattform benötigen unter 18-Jährige eigentlich das Einverständnis ihrer Eltern, das holt der Dienst jedoch nicht explizit ein. „YouTube gibt die Verantwortung für den Schutz junger NutzerInnen zum größten Teil an die Eltern ab“, kritisiert SCHAU HIN!-Mediencoach Iren Schulz.

Viele Videos auf YouTube sind für Kinder überhaupt nicht geeignet. Gewalthaltige Szenen und pornografische Inhalte verstören Kinder und machen ihnen Angst. Wissens- und Nachrichtenformate für Erwachsene oder Comedy-Videos sind zudem nicht altersgerecht aufbereitet und Kinder verstehen nicht, worum es geht. In den Kommentaren lesen Kinder Beleidigungen und Drohungen. Schulz: „Eltern stehen demnach allein vor der Herausforderung, ihre Kinder vor solchen Inhalten zu schützen.“

Bei jüngeren Kindern sind Eltern am besten mit dabei, wenn sie Videos auf YouTube schauen. Das Angebot YouTube Kids gibt Vor- und GrundschülerInnen zwar mehr Sicherheit. Hier werden die Videos gefiltert, bevor sie in der App erscheinen. Doch auch dieses vermeintlich kindgerechte Angebot hat seine Tücken und Lücken. „Einen absoluten Schutz vor ungeeigneten Videos garantiert 'YouTube Kids' auch nicht“, sagt Mediencoach Iren Schulz. „Kein Algorithmus ersetzt die elterliche Aufmerksamkeit.“ In der Vergangenheit waren Verschwörungstheorien und manipulierte Kinderserien, in die verstörende Szenen eingebaut worden waren, trotz Filter in die App gelangt. Auch für die Zukunft ist nicht auszuschließen, dass Kinder über 'Youtube Kids' möglicherweise mit traumatisierenden Inhalten konfrontiert werden.

Wenn Heranwachsende YouTube selbstständiger nutzen, kann der „Eingeschränkte Modus“ helfen, nicht jugendfreie Inhalte auszublenden. Für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahre können Eltern über „Google Family Link“ ein Kinderkonto bei YouTube anlegen. Besonders wichtig ist es aber, mit Jugendlichen zu sprechen: „Die YouTube-Welt mit ihren eigenen Stars und Trends ist für viele Erwachsene oft kaum nachvollziehbar“, sagt Schulz. „Wenn Eltern ihre Kinder zeitweise in diese Welt begleiten, Interesse für deren Lieblingsvideos zeigen und sich erklären lassen, was Heranwachsende an YouTuberInnen so fasziniert, entstehen Verständnis und Vertrauen.“ Auf dieser Basis entsteht leichter ein Gespräch darüber, welche Videos für das Kind geeignet sind und wie Jugendliche auf ungeeignete Inhalte reagieren können, indem sie zum Beispiel unangemessene Beiträge oder belästigende NutzerInnen anzeigen.


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