DAUN, 21.05.2019 - 15:01 Uhr
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ZDF dreht „Terra X“-Doku über Geschlechterrolle in der Geschichte

Archäologische Funde stellen Geschlechterrollen in der Geschichte infrage

Eine neue „Terra X“-Dokumentation über die Geschlechterrolle in der Geschichte geht archäologischen Forschungsergebnissen nach, die das bis heute tradierte Rollenbild von Männern und Frauen infrage stellen.

Die Dreharbeiten zu der „Terra X“-Dokumentation mit dem Arbeitstitel „Der Schlüssel zur Macht – Die Geschlechterrolle in der Archäologie“ (52‘) finden zurzeit in China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Schweden statt. Der Film ist eine Produktion der Gebrüder Beetz Filmproduktion und wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 im ZDF zu sehen sein, ZDF Enterprises ist zuständig für die weltweite Vermarktung.

Neue Methoden, zum Beispiel der Paläogenetik oder der Kriminalistik, ermöglichen es, Fundstücke vorurteilsfrei zu untersuchen. Ein Skelett aus einem Grab der Wikinger-Hochburg Birka beispielsweise, das 2017 mit einem DNA-Screening untersucht wurde, entpuppte sich als weiblich, obwohl die Wissenschaftler es aufgrund der Beigaben – Waffen, Pferde und Gebrauchsgegenstände eines Kriegers – zunächst als männlich identifiziert hatten.

Auch die Felszeichnungen in den Höhlen von Lascaux sind stets männlichen Malern zugewiesen worden. Drei Viertel der farbigen Handumrisse, die die Künstler bei ihren Zeichnungen hinterlassen hatten, wurden jüngst mit einer kriminaltechnischen Methode jedoch weiblichen Personen zugeordnet.

Die aus dem Bodensee geborgene sogenannte „Busenwand“, die ihren Namen wegen ihrer naturalistischen dreidimensionalen Darstellung weiblicher Brüste erhielt, wurde zunächst als Fruchtbarkeitssymbol oder erotisches Werk interpretiert. Nachdem der Fries in jahrelanger Arbeit rekonstruiert werden konnte, ließ sich diese Vermutung aber nicht länger halten. Vielmehr handelt es sich um eine Abstammungsreihe kultisch verehrter Ahnfrauen.

Unerwartet war auch der Befund, dass Männer und Frauen in den frühen chinesischen Jäger- und Sammlergemeinschaften ihre Nahrung gleichmäßig teilten, wie Prof. Kate Pechenkina der City University New York 2018 durch Isotopenuntersuchungen an den Knochen aus 4500 Jahre alten Gräbern in China herausfand. Traditionell gingen viele Anthropologen davon aus, die männlichen Jäger seien besser ernährt gewesen als die weiblichen Sammlerinnen. Noch erstaunlicher war ein Vergleich mit 2000 Jahre jüngeren Knochen von Frauen aus derselben Gegend, die deutliche Mangelernährung zeigten. Ist es also mit der Sesshaftigkeit zu einer Abwertung der Frau gekommen?


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