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DAUN, 14.11.2017 - 16:06 Uhr
Digital-TV - Programme

ZDF zeigt Dokumentation über Medienzar Leo Kirch

Er war reich, mächtig und gefürchtet: Medienzar Leo Kirch (1926-2011). Der Filmhändler scheute die Öffentlichkeit, aber die TV-Serien und Filme, die er ans Fernsehen verkaufte, sahen Millionen. Doch auf den rasanten Aufstieg Kirchs folgte der tiefe Fall. Die Autoren der Dokumentation, Berthold Baule und Michael Jürgs, begeben sich auf Spurensuche. Das ZDF zeigt „Der große Zampano – Wer war Leo Kirch?“ am Dienstag, 12. Dezember 2017, um 22.45 Uhr.

Inhalt

Leo Kirch gründete 1954 seinen Filmhandel, den er bis Anfang der 2000er Jahre zu einem der größten deutschen Medienkonzerne ausbaute. Er selbst scheute die Öffentlichkeit, aber die TV-Serien und Filme, die er ans Fernsehen verkaufte, fanden über Jahrzehnte ein Massenpublikum. Ob „Raumschiff Enterprise“, „Bonanza“, „Die Straßen von San Francisco“ – aus der 50-jährigen Geschichte des Farbfernsehens sind die erfolgreichen Serien-Klassiker, die das ZDF von Kirch erwarb, nicht wegzudenken. Doch auf den rasanten Aufstieg Kirchs folgte der tiefe Fall.

Der erste Film, den Leo Kirch nach Deutschland „importierte“, war Federico Fellinis „La Strada“. Anthony Quinn wurde in der Hauptrolle des großen Zampano zur Filmlegende. Leo Kirch schrieb bald als „Zampano“ der deutschen Medienbranche Geschichte, auch als Mitbegründer des Privatfernsehens. Sein immer wieder umstrittenes Geschäftsmodell garantierte zunächst hohe Gewinne. Dabei schuf er sich als Strippenzieher in der Medienbranche und vielfacher Firmengründer jenseits der Öffentlichkeit ein Geflecht von Unternehmen und Beteiligungen, das immer schwieriger zu durchschauen war. Konzentration von Medienmacht und politische Einflussnahme hielt man ihm vor. Dank der Unterstützung mächtiger Fürsprecher, vor allem durch seinen Lebensfreund Helmut Kohl, baute Kirch sein Imperium mithilfe von Milliardenkrediten weiter aus. Er verhob sich, als sich die Erwartungen an das Bezahlfernsehen nicht erfüllten, und der Plan, insgeheim die Aktienmehrheit bei Springer zu erlangen, scheiterte. Fast erblindet und völlig überschuldet wurde eine der großen deutschen Unternehmergestalten der Nachkriegszeit Zeuge des eigenen Niedergangs.

Weggefährten, Freunde und Widersacher erinnern sich an die Erfolge und Niederlagen Leo Kirchs und an ihre Begegnungen mit dem Geschäfts- und Privatmann. Unter ihnen der ehemalige ZDF-Intendant Dieter Stolte, Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, Ex-RTL-Chef Helmut Thoma, der Kanzleramtsminister von Gerhard Schöder, Bodo Hombach, sowie der Entertainer Harald Schmidt, der lakonisch bekennt: „Leo Kirch war ein sagenumwobener Medienguru, ohne den es vermutlich die Harald-Schmidt-Show nie gegeben hätte.“


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