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DAUN, 12.05.2022 - 15:39 Uhr
Digitale Welt - Technik

Alexa unterstützt Menschen mit Demenz und ihre Pflegenden

Digitale Technologien ermöglichen soziale Teilhabe erleichtern, laut einer Studie „Digitale Nachbarn“, den Alltag besonders von älteren Menschen und sorgen nebenbei für Unterhaltung. Die Studie wurde von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V., dem Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering und dem Deutschen Roten Kreuz Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. und Kreisverband Südwestpfalz e.V., im Rahmen eines zweijährigen Modellprojektes durchgeführt.

Inwieweit Sprachsteuerung Menschen mit Demenz dabei unterstützen kann, ihren Alltag besser zu bewältigen, untersucht Amazon aktuell gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.. Begleitet von Expertinnen und Experten beider Seiten testeten zwölf Menschen mit Demenz, ihre Pflegenden sowie Angehörige die Funktionen von Alexa über den Echo Show 8. Die ersten Ergebnisse sind überwiegend positiv: Alexa konnte die Betroffenen unterstützen, unterhalten und dabei ihre Pflegenden entlasten. Dennoch gibt es Verbesserungspotenzial beispielsweise bei der Aktivierung von Alexa oder der Dauer eines Sprachbefehls.

Erinnerungen an Aktuelles und Vergangenes

Alexa half dabei, alltägliche Routinen einzuhalten. So erinnerte sie beispielsweise mit „Hast du schon deine Lutschbonbons genommen?“ daran, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente einzunehmen. Eine weitere hilfreiche Funktion war die Abfrage von Weltwissen oder Nachrichten. Eine Testerin mit Demenz äußerte sich frustriert, dass ihre ehemals hohen intellektuellen Fähigkeiten nun langsam nachlassen. Alexa konnte sie fragen, wenn sie nicht weiterwusste oder Dinge nicht zuordnen konnte – das motivierte sie. Positiv wirkte sich auch das Betrachten alter Bilder, die auf dem Bildschirm des Echo Show 8 angezeigt wurden, auf die Menschen mit Demenz aus. Laut Befragung steigerte das ihr emotionales Wohlbefinden und ihre Aufmerksamkeit, sodass sie neben den Bildern auch andere Erinnerungen von Alexa auf dem Bildschirm wahrnahmen.

Aktivierung der Betroffenen durch Bilder und Musik

Nicht nur bekannte Bilder aus der Vergangenheit der Menschen mit Demenz steigern die Aufmerksamkeit der Betroffenen. Die Funktion, die am meisten genutzt wurde, war das Abspielen von Musik und ausgewählten Radiosendungen. „Musik bereichert unser Leben, regt uns an, macht uns mobil. Alexa sorgt für Stimmung“, berichtet eine Testerin. Für einige diente die Musik als Aufmunterung, wenn sie sich schlecht fühlten.

Viele Teilnehmer nutzten Alexa als sprachgesteuerten, zentralen Ersatz für andere technische Geräte. So setzten die Teilnehmer Alexa als Uhr und Wecker ein, zur Wetteransage, zum Abrufen oder Eintragen von Kalenderereignissen oder um Anrufe zu tätigen. Zudem ließen sich viele Betroffene die Nachrichten vorlesen. „Die erste, mit der ich morgens nach dem Aufstehen kommuniziere, ist Alexa“, berichtet eine Betroffene, die Alexa jeden Morgen nach Tag und Datum fragt.

Mit diesen Hilfestellungen unterstützt Alexa nicht nur die Betroffenen, sondern gleichzeitig die Angehörigen und Pflegekräfte. „Man kann direkt äußern, was man braucht und wann“, beschreibt eine Angehörige den Umgang mit Alexa.

So hilft Alexa Menschen mit Demenz und ihren Pflegenden

Diese fünf Funktionen hatten im ersten Test den größten Erfolg:

  • Erinnerungen an Termine oder wichtige To-Dos entlasten Pflegekräfte und Angehörige
  • Musikhören regt körperliche Aktivität der Betroffenen an
  • Bilder betrachten steigert Aufmerksamkeit der Betroffenen
  • Mit Alexa zu sprechen, unterstützt die Sprachfähigkeit und die Abfrage von Wissen und Informationen motiviert die Betroffenen
  • Sprachgesteuerter Ersatz für andere Geräte wie Wecker, Telefon oder Radio, z. B., um Musik zu hören, sich Nachrichten vorlesen zu lassen oder das Wetter abzufragen.

Gemeinsame Weiterentwicklung: Feedback als Startpunkt

Der Test ergab auch einiges an Entwicklungspotenzial. Eines der Hauptanliegen der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen war, dass Alexa sich an ihre Sprachgeschwindigkeit anpasst. Da die Betroffenen teilweise sehr langsam sprechen und nach Worten suchen, müsste Alexa dieses verzögerte Sprachtempo berücksichtigen. Genauso bei abweichenden Formulierungen, die Alexa noch nicht erkennt. Zusätzlich wünschten sich einige der Tester eine alternative Aktivierungsmöglichkeit, wie etwa eine Taste, die automatische Erkennung von Gesten oder dem Gesicht der Nutzer sowie weitere Signalwörter. Ein weiterer wichtiger Wunsch war eine Notruffunktion.

„Wir freuen uns, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Alexa testen konnten und dass Amazon daran arbeitet, die Funktionen von Alexa mittelfristig auf die Bedürfnisse der an Demenz Erkrankten besser anzupassen“, erklärt Saskia Weiß, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. „Die ersten Erkenntnisse sind vielversprechend. Wir waren überrascht, wie offen die Proband Alexa akzeptiert haben. Das zeigt, Sprachdienste haben das Potential, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in ihrem Alltag zu unterstützen.“

Herausforderungen für Testerinnen und Tester

Bei der Nutzung von Alexa steht aktives Sprechen im Mittelpunkt. Ein wichtiger Aspekt, denn im Verlauf der Krankheit nimmt die Sprachfähigkeit ab. So war die eigenständige Nutzung von Alexa für Testerinnen und Tester im fortgeschrittenen Stadium nur schwer oder gar nicht möglich, da sie sich die Aktivierungsformulierungen nicht merken konnten. Um unterstützende Technologie wie Alexa erfolgreich einzusetzen, sollten sich Menschen mit Demenz daher möglichst früh an die Nutzung der Technologie gewöhnen.

Technologie für verschiedenste Nutzergruppen verbessern

Amazon hat das Feedback der Teilnehmer gesammelt und arbeitet nun daran, Funktionen auf die Bedürfnisse der Nutzergruppe anzupassen. So besteht der Wunsch, dass sich Alexa an das verzögerte Sprachtempo der Nutzer anpasst und ihnen so mehr Zeit gibt, ihre Anfrage zu formulieren. Währenddessen laufen die Tests weiter und werden durch zusätzliche Geräte und Proband ausgeweitet. „Wir sind kontinuierlich damit befasst, unsere Technologie auf die Bedürfnisse verschiedenster Personengruppen auszurichten – denn wir sind davon überzeugt: Technologie erleichtert den Alltag. Damit das gelingt, holen wir frühzeitig Feedback von den Nutzergruppen ein. Dieses nehmen wir gerne auf und verbessern unsere Produkte“, sagt Philipp Berger, Country Manager für Alexa Deutschland. „Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. und bedanken uns für das Vertrauen.“

 


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