DAUN, 10.07.2018 - 09:22 Uhr
Digitale Welt - Smartphones

Aufschwung der Mobile Games: Dafür gibt es gute Gründe

Handy- und Smartphonespiele liegen im Trend. Und das ist keine Behauptung. Es lässt sich belegen. So wuchs der Markt für Smartphone- und Tablet-Spiele von 2016 auf 2017 um 21 Prozent auf 497 Millionen Euro. Das berichtet der Verband der deutschen Games-Branche auf Basis einer Studie in einer Mitteilung aus dem Mai 2018. Eine weitere Studie mit Zahlen für 2017 stammt von Bitkom Research. Ihr zufolge spielen 74 Prozent der Befragten (auch) auf ihrem Smartphone/Handy, aber nur noch 52 Prozent auf dem stationären PC. Woran liegt es, dass Handy-Games mittlerweile so sehr boomen? Dafür gibt es mehrere Gründe.

Smartphone-Games: Zeitvertreib bei vielen Gelegenheiten.

Smartphone-Games sorgen für Freiheit beim Gaming. Mit klassischen PC-Spielen ist man im Allgemeinen räumlich stark eingeschränkt. Einige Gamer spielen eventuell unterwegs auf dem Laptop. Viele müssen sich jedoch Zuhause oder bei Freunden an den PC setzen. Mobile Games machen ungebunden. Man kann sie im Wartezimmer spielen, im Bus und während der Zugreise: überall dort, wo gerade etwas Zeitvertreib nötig erscheint. Der PC kann dem derzeit vor allem zwei Dinge entgegensetzen. Er bietet in der Regel einen größeren Bildschirm und eine bessere technische Infrastruktur als ein ebenso altes Smartphone. Die Sache mit dem Bildschirm bleibt als Manko wohl auch in Zukunft bestehen. Technisch werden Smartphones allerdings immer besser, sodass der Vorsprung des PCs sich verringert.

Die Technik der Smartphones wird immer besser

Als erstes Handy mit einem vorinstallierten Spiel gilt das Hagenuk MT 2000. Das Handy des Kieler Herstellers kam 1994 auf den Markt und wog etwa 350 Gramm. Damals waren Handys noch nicht unbedingt Leichtgewichte.

Das vorinstallierte Spiel hieß … Tetris. Bei diesem Spiel muss man herabfallende Formen während des Fallens so drehen, dass sie sich möglichst wie ein passendes Puzzlestück in die bereits herabgefallenen einfügen. Das Spiel eignete sich damals perfekt als Handyspiel: Es ist zwar sehr unterhaltsam, aber benötigt keine aufwändige Technik, die Handys damals noch gar nicht bieten konnten.

Ähnliches gilt für das als Handygame vielleicht noch bekanntere, aber später herausgekommene Spiel „Snake“. Es war erstmals auf dem Nokia 6110 installiert. Spieler mussten bei Snake mit einer virtuellen Schlange im Spielfeld Punkte sammeln, ohne die Spielfeldränder zu berühren. Im Verlauf des Spiels wurde die Schlange immer länger und das Spiel damit immer schwieriger.

Gaming-Smartphones bieten ein optimales Gaming-Erlebnis

Mittlerweile lassen sich auf fast jedem Smartphone Games spielen, die weitaus höhere Anforderungen an die Technik stellen als die damaligen Spiele. Aber die Technik hält Schritt.

Längst gibt es Smartphones, die extra für das Gaming konzipiert wurden. Bei einem klassischen Smartphone befinden sich Prozessor und Grafikeinheit oft auf einem einzigen Chip. Dagegen sind sie bei Gaming-Smartphones für eine gute Grafikleistung oft getrennt.

Aber das ist nicht die einzige technische Eigenschaft solcher Smartphones, die beim Gaming Vorteile bietet. Aufgrund einer guten Akkuleistung kann man relativ lange spielen, auch wenn manches Game ein wahrer Energiefresser ist. Oft sorgt ein Display mit mindestens 5,5 Zoll Größe neben der guten Grafikleistung für ein besonders ansprechendes visuelles Erlebnis. Und man kann einen sogenannten Game-Modus einstellen, mit dem zum Beispiel Benachrichtigungen während des Spiels stumm gestellt werden.

Durch die weit fortgeschrittene Technik heutiger Smartphones ist die Bandbreite mobiler Games viel größer geworden. Das bedeutet: mehr Auswahl und ein besseres Spielerlebnis. Auch das ist ein Faktor, der Mobile Games immer beliebter macht.

Onlinespiele auf dem handy: funktioniert mittlerweile gut.

Handyspiele sind beliebt. Onlinespiele ebenfalls. Nicht nur, aber auch bei Jugendlichen. Laut der JIM Studie 2017 [JIM: Jugend, Information, (Multi-) Media] des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest nutzen mittlerweile 42 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mindestens mehrfach pro Woche Handyspiele und 31 Prozent Onlinespiele. Offlinespiele am PC fallen da mit 16 Prozent deutlich ab.

Da Gamer immer öfter Onlinegames und speziell „Massively Multiplayer Online Game“ (MMO oder MMOG) nutzen, ist es gut nachvollziehbar, dass auch beim Mobile Gaming der Bedarf an Onlinegames wächst. Und der Bedarf wird bedient. Es gibt mittlerweile große, aufwändige Online-Rollenspiele (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games: MMOPG) wie „Crusaders of Light“ oder “Dungeon Hunter 5“.

Die Hersteller mancher für den PC optimierter Onlinespiele bringen mobile Versionen auf den Markt: Bei „World of Tanks“ gibt es beispielsweise die Mobile-Version World of Tanks Blitz. Und auch die großen Anbieter von Online-Automatenspielen und von Plattformen, auf denen man Spiele wie Poker online spielen kann, stellen sich auf mobile Gamer ein. Apps ermöglichen beim Poker Spielen an Echtgeldtischen und die Teilnahme an Turnieren.

Möglich wurde die Verbindung von Online- und Mobile Gaming nicht zuletzt, weil die Download- und Streaming-Geschwindigkeiten im mobilen Internet deutlich gestiegen sind. Die Entwicklung war rasant. Erst 1999 wurde in Deutschland im Rahmen der CeBIT das Wireless Application Protocol (WAP) vorgestellt, schrieb das Technikportal t3n 2014. Das WAP war damals hierzulande der Einstieg ins mobile Internet. Es besaß eine Übertragungsrate von 9,6 Kilobits pro Sekunde und kostete 40 Pfennig pro Minute, hießt es auf t3n weiter. Heute wird dagegen an der fünften Generation des Mobilfunks gearbeitet und die Geschwindigkeit könnte auf bis zu zehn Gigabyte/Sekunde steigen.

Die Prognose: Der Trend hält an.

Die technische Entwicklung der Smartphones wird nicht mit dem heutigen Tag aufhören. Und die mobile Verbindung in das Internet wird höchstwahrscheinlich noch schneller werden. Das spricht dafür, dass sich auch die Voraussetzungen für Mobile Gaming weiter verbessern und dass der Boom anhält.

Ein möglicherweise hemmender Faktor sind die deutschen Datentarife fürs mobile Internet. Laut einer Studie des finnischen Beratungsunternehmens Rewheel aus 2017 bekommt man beispielsweise in Litauen einen Mobilfunktarif mit unbegrenztem Datenvolumen für weniger als 16 Euro/Monat. In Irland ist solch ein Angebot bereits deutlich teurer. Aber für 30 Euro pro Monat ist unbegrenztes Surfen dort ebenfalls inklusive. In Deutschland, so die Studie weiter, gibt es jedoch nur einen einzigen Tarif mit einer unbegrenzten mobilen Datenflatrate und der kostet 199,95 Euro.

Sollten sich in Deutschland neue, andere Tarife als bisher durchsetzen und sollte der Ausbau kostenloser oder kostengünstiger WLAN-Verbindungen an Orten wie in der Bahn vorangetrieben werden, dürfte auch das dem Mobile Onlinegaming einen wichtigen Schub verleihen. Gamer würden sich vermutlich sehr darüber freuen. Die Akteure der Mobile Gaming Industrie ebenfalls. Und das wäre dann auch wirtschaftlich ein Gewinn.


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