Mit einem Festakt und einer Podiumsdiskussion haben die Intendantinnen und Intendanten der ARD an die Gründung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland vor 70 Jahren erinnert. Zu den Rednern gehörte der Generaldirektor der britischen BBC, Tony Hall. Mit einem Festakt und einer Podiumsdiskussion haben die Intendantinnen und Intendanten der ARD an die Gründung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland vor 70 Jahren erinnert. Zu den Rednern gehörte der Generaldirektor der britischen BBC, Tony Hall. - © Foto: NDR/Morris Mac Matzen -
DAUN, 16.04.2019 - 09:08 Uhr
Digitale Welt

BBC-Vorsitzender: Öffentlich-Rechtliche müssen eng zusammen arbeiten

(dpa) - Die öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender sollten dem BBC-Vorsitzenden Tony Hall zufolge enger zusammenarbeiten und kreativer werden, um die Demokratie in Europa zu wahren. Falsche Nachrichten nähmen weltweit zu, und die Menschen bewegten sich immer häufiger in ihren Filterblasen. Es sei nie so schwer wie heute gewesen, Fakten von Fälschungen zu unterscheiden, Tatsachen von Behauptungen, Wahrheiten von glatten Lügen, sagte der BBC-Generaldirektor am Montag in Hamburg bei einer Feierstunde zu 70 Jahren öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Deutschland. „Wir können nur dagegen angehen, wenn wir zusammenstehen.“

Das Gegengift zu Fake News könne von den Öffentlich-Rechtlichen kommen. Sie könnten „den Maßstab für Authentizität“ setzen. „In solchen Zeiten der Trennung haben Medien eine enorme Verantwortung“, sagte Hall weiter. Sie müssten tun, was nötig ist, um die Menschen wieder zusammenzubringen. Dazu müssten sie sicherstellen, dass alle Stimmen gleichberechtigt gehört würden.

So sei es beispielsweise mit Blick auf die Europawahl wichtig, dafür zu sorgen, dass alle Parteien gleich lang gehört würden. Es gehe darum, „alle Sichtweisen darzustellen und nicht nur die, die gerade am lautesten schreien“. Demokratisch gewählte Parteien gehörten natürlich in die Nachrichtensendungen, ergänzte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm. Gleichzeitig müsse das Gesagte aber auch überprüft und eingeordnet werden. „Generell müssen wir die Erklärkompetenz stärken“, sagte Wilhelm weiter.

Zudem dürfe der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht nur auf große Fernseh-Ereignisse wie Weltmeisterschaften oder royale Hochzeiten setzen. Die Verpflichtung zur Vielfalt umfasse viele Genres und viele Spielarten. Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel kritisierte, die Sender versteckten hochwertige, aufklärerische Berichte oftmals abseits der Hauptsendezeiten im Programm. Sie empfinde es als notwendig, diese wichtigen Sendungen wieder verstärkt im Hauptabend-Programm laufen zu lassen. „Ein bisschen zurück zu den Wurzeln.“ Zu diesem Thema gebe es auch intern viele Diskussionen, sagte Wilhelm. „Und das ist gut so.“

Um für die Zukunft gut gewappnet zu sein, soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk nach den Worten von BBC-Chef Hall vier Prioritäten setzen: zuverlässige und unvoreingenommene Nachrichten, herausragende Kreativität, ein qualitativ hochwertiges Online-Angebot und der Fokus auf Regionalität. „Wir sind die Wächter der Prinzipien und Werte, auf denen der öffentliche Rundfunk aufgebaut wurde.“ Dessen sollten sich die Anstalten bewusst sein. „Wir brauchen den öffentlichen Rundfunk mehr denn je.“

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten aufgebaut und nach dem Vorbild der britischen BBC etabliert.


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