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DAUN, 22.11.2019 - 09:46 Uhr
Digitale Welt - Heimvernetzung

Beyto: Europas Voice-Markt kommt nicht in Schwung

Digitale Sprachassistenten sind das Geschäftsfeld der Zukunft – darin sind sich Experten laut Beyto einig. Doch das Jahr ist fast verstrichen und der Blick auf den Voice-Markt sei ernüchternd, führt die Digitalagentur in einer gestern veröffentlichten Mitteilung weiter aus. Betrachte man die bereit gestellten Voice-Applikationen in den weltweit wichtigsten Alexa Skill Stores, so zeige sich die Gefahr, dass Europa den Trend verschläft, so das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Berliner Digitalagentur.

Mehr als 60.000 Voice-Applikationen verzeichnet der US-amerikanische Alexa Skill Store laut Angaben von Beyto derzeit – während es in Deutschland nur knapp 10.000 sind. Noch trauriger sei das aktuelle Bild nur bei den europäischen Nachbarländern.

Zwar sind die Alexa Skill Stores in den einzelnen Ländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten gestartet. Doch es scheint aus Sicht von Beyto zweifelhaft, dass allein der Zeitfaktor von zum Beispiel knapp anderthalb Jahren zwischen dem Markt-Launch in den USA (06/2015) und dem in Deutschland (10/2016) für die Existenz länderspezifischer Alexa Skills verantwortlich ist. Erst recht, wenn man bedenke, dass das öffentliche Interesse am Thema Voice im Lauf der Zeit gestiegen ist und die Verfügbarkeit von Alexa – beispielsweise über Smart Speaker – massiv zugenommen hat. Man sollte für dieses innovative Geschäftsfeld also zumindest eine starke Dynamik erwarten, so Beyto.

Quelle: Beyto

Doch in Deutschland ist das Gegenteil der Fall: In den letzten drei Wochen sind im deutschen Alexa Skill Store im Durchschnitt gerade mal 20 Voice-Applikationen pro Woche lanciert worden. Mit solchen Wachstumsraten bleibt der US-Markt noch sehr lange unerreicht, stellt Beyto fest.

Auch wenn die Anzahl der Alexa Skills in den Märkten stark variiert, dominieren überall Voice-Applikationen für Musik-Streaming, einfache Spiele oder kurze Wissensfragen. Nach Alexa Skills zum Shoppen sucht man nahezu vergebens: Selbst im vergleichsweise starken US-Markt finden sich zum Erhebungszeitpunkt gerade mal 286 Skills in dieser Kategorie. In Deutschland gibt es immerhin 90 Skills aus dieser Sparte, während es in Frankreich und Italien mit Alexa kaum möglich ist, über Shopping-Skills einzukaufen (9 Shopping-Skills in Frankreich, nicht ein einziger in Italien). Die Smart Speaker Studie 2019 der Digitalagentur Beyto kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Zum Einkaufen werden digitale Sprachassistenten noch so gut wie gar nicht genutzt.

Warum Unternehmen sich dennoch nicht zurücklehnen und die weitere Entwicklung des Voice-Markts entspannt abwarten sollten, erklärt Beyto-Geschäftsführer Claudius Konopka: „Wer sich schon heute mit einer Voice-Strategie für seine Marke befasst, verschafft sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Denn auch im Markt der mobilen Apps fing alles vor einigen Jahren ganz spielerisch an. Als dann plötzlich eine ungeheure Dynamik entstand, sind viele Unternehmen dem Trend hinterhergelaufen. Es ist eine große Chance, mit der richtigen Strategie und sinnvollen Voice-Anwendungen für den Nutzer schon jetzt echten Mehrwert zu generieren und dieses Geschäftsfeld von Anfang an mit seiner Marke zu besetzen.“


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