DAUN, 01.06.2021 - 12:03 Uhr
Digitale Welt - Internet

BMVI startet Förderung für Internet via Satellit

Das BMVI startet seine angekündigte neue Förderung für Internetanschlüsse in Einzel- und Randlagen. Die Abstimmung des Digitalisierungszuschuss mit den Bundesländern beginnt heute.

Mit dem Digitalisierungszuschuss sollen im Rahmen der Graue-Flecken-Förderung auch extrem abgelegene Grundstücke ans schnelle Internet angeschlossen werden, die mit Gigabit-Festnetzanschlüssen nur schwer oder überhaupt nicht zu erschließen sind. Damit soll die Breitbandförderung für digitale Teilhabe in ganz Deutschland sorgen.

"Natürlich treiben wir den Ausbau unserer Glasfaserinfrastruktur weiter engagiert voran. Es gibt aber Häuser in sehr abgelegenen Gegenden oder Randlagen, die auch heute noch über extrem langsames Internet verfügen. Gerade mit Blick auf Home Office oder Home Schooling wirkt sich das besonders negativ aus. Deshalb möchte ich ein Gutscheinprogramm auflegen, mit dem die betroffenen Haushalte eine kurzfristige Perspektive für eine vernünftige Internetversorgung erhalten. Mit dem Digitalisierungszuschuss ergänzen wir die Graue-Flecken-Förderung dort, wo der Aufwand für eine Anbindung ans Netz besonders hoch ist. Auf dem Weg in die digitale Zukunft lassen wir niemanden zurück", verspricht Bundesminister Scheuer.

In der Vergangenheit wurden gerade die Einzel- und Randlagen aufgrund ihrer hohen Erschließungskosten bei Förderanträgen häufig außen vor gelassen. Im Rahmen der Graue-Flecken-Förderung sollen künftig alle förderfähigen Anschlüsse einer Verwaltungseinheit (Gemeinde, Ortsteil, Landkreis o.ä.) zu einem Fördergebiet zusammengefasst werden. In den wenigen Fällen, in denen die Glasfaseranbindung von schwer erschließbaren Einzellagen die förderfähigen Kosten übersteigt und die Zahlung eines Eigenbeitrags erforderlich wäre, können Eigentümer künftig den Digitalisierungszuschuss für eine alternative nicht-leitungsgebundene Internetanbindung (z. B. durch Satellit oder Richtfunk) in Anspruch nehmen. Der Zuschuss soll entweder pauschal 500 EUR (bspw. für Satellitenlösungen) oder 90 Prozent der Ausgaben für die Anschaffung und Installation der technischen Ausrüstung, maximal jedoch 10.000 EUR (bspw. für Richtfunkstrecken) betragen. Das Programm wird derzeit mit den Bundesländern abgestimmt.

Um das Thema Internet aus dem All war es in den letzten Jahren sehr ruhig geworden. Internet via Satellit galt als langsam, aufgrund der kostenintensiven Neuinstallation einer zusätzlichen Satellitenantenne mit spezieller Empfangselektronik als unpraktisch und auch was die buchbaren Datenvolumina anging, konnte die satellitenbasierte Internetanbindung nicht wirklich überzeugen. Darüber hinaus mangelte es an Innovationen, die eine Lösung dieser zentralen Problemfelder in Aussicht stellten – auch wenn einige Unternehmen beim Breitbandanschluss besonders ländlich gelegener Ortschaften via Satellit, durchaus Erfolge erzielten. Fakt ist, dass die Satellitentechnologie für die aktuellen Probleme vieler Menschen inzwischen einen brauchbaren Lösungsansatz darstellt.

Dabei ringen mittlerweile gleich mehrere Anbieter mit Angeboten um die Gunst der Kunden, die mit kabelbasieren Internetanschlüssen vergleichbar sind. So ging mit der abschließenden Inbetriebnahme des im Januar 2020 von einer Ariane 5-Rakete in den geostationären Orbit auf der Position 7° Ost rund 36.000 km über dem Äquator verbrachten Kommunikationssatelliten KONNECT von Eutelsat nun ein bundesweites Angebot mit drei Tarifen an den Start. Hierüber bietet der Dienst je 30, 50 oder 100 Mbit/s im Download -  ohne die bis dato übliche Datenvolumenbegrenzung. Mit einem monatlichen Preis zwischen 29,99 Euro und 69,99 Euro und einer einmaligen Aktivierungsgebühr von 49 Euro liegen die laufenden Kosten im marktüblichen Rahmen. 

Auch das jüngst erstmals im deutschen Markt gestartete Starlink-Angebot, das auf einer Megakonstellation hunderter Mini-Satelliten im erdnahen Orbit (LEO – Low Earth Orbit) basiert, gehört zu den Wettbewerbern. Über die neue Technologie, die von inzwischen mehr als 1.000 niedrig über der Erde kreisender Starlink Satelliten zur Verfügung gestellt wird, können nun auch in Deutschland Latenzzeiten von ca. 30 ms erreicht werden. Zur Zeit vermarktet Starlink in Deutschland Testzugänge für 99 Euro im Monat. Die zur Nutzung des Dienstes erforderliche Motorantenne schlägt darüber hinaus nochmals mit 549 Euro zu Buche.

Die Technik hinter Starlink ist allerdings noch jung. Unter Fachleuten kursierten in letzter Zeit immer wieder Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Systems. Die hochmoderne Antennentechnik für den Empfang des Signals beim Kunden sei auch in Massenfertigung kaum günstiger zu produzieren. In mehreren ersten Testberichten ist überdies von immensen Energiekosten für die systembedingt permanente Motornachführung des Satellitenempfangssystems zu lesen. Wenn diese dem marktunüblichen Grundpreis auch noch erheblichen Stromverbrauch hinzufügen, könnte sich Starlink zumindest für viele Endkunden nicht rechnen.  


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