DAUN, 07.12.2017 - 14:01 Uhr
Digitale Welt - Internet

BUGLAS-Unternehmen auch 2017 Treiber beim Ausbau direkter Glasfaseranschlüsse

Verband stellt neues Kursbuch vor

Die im Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) organisierten Unternehmen haben in diesem Jahr deutschlandweit rund 200.000 weitere Wohn- und Geschäftseinheiten direkt mit Glasfaser angeschlossen. In Summe stellen die Verbandsunternehmen damit nun insgesamt rund 2,1 Millionen Haushalten und Unternehmen einen Glasfaseranschluss im Gebäude oder direkt in der Wohnung (Fiber to the Bildung/Home, FttB/H) zur Verfügung. Die Gesamtzahl der FttB/H-Anschlüsse in Deutschland liegt zum Jahresende 2017 bei etwa 3,1 Millionen. Diese Ergebnisse der im Oktober und November dieses Jahres durchgeführten Ausbauumfrage gab Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Heer gestern beim BUGLAS-Jahreskongress „Impulse, Strategien, Technologien – Gigabit-Konnektivität für Deutschland“ in Niederkassel bekannt.

„Unsere Mitgliedsunternehmen haben 70 Prozent des gesamten bisherigen und über 85 Prozent des wettbewerblichen FttB/H-Roll-outs hierzulande realisiert“, erläuterte Heer. „Sie sind damit in Deutschland ganz eindeutig die Treiber beim echten Glasfaserausbau.“ Bis Ende 2019 wollen die im Verband organisierten Unternehmen, so ein weiteres Ergebnis der Ausbauumfrage, über 900.000 weitere Haushalte und Unternehmen direkt mit Glasfaser anschließen. „Die erfolgreiche Umsetzung dieser mit enormen Investitionen verbundenen Ausbauvorhaben ist in hohem Maße von einem verlässlichen Wettbewerbsrahmen abhängig“, so der BUGLAS-Geschäftsführer. „Ein solcher ist aber angesichts der Diskussionen um die Einführung symmetrischer Regulierungsauflagen und weiterer Dokumentationspflichten sowie der durch das DigiNetz-Gesetz in den Markt gekommenen Verunsicherung nicht gegeben.“

An diesem und weiteren zentralen Punkten setzt das ebenfalls beim Jahreskongress vorgestellte neue BUGLAS-Kursbuch „Der Weg zur flächendeckenden Glasfaserversorgung für Deutschland“ an. „Basis für das Heben der Potenziale der fortschreitenden Digitalisierung ist die jederzeitige und ubiquitäre Verfügbarkeit von Hochleistungs-Internet“, erklärte BUGLAS-Präsident Theo Weirich. „Diese Konnektivität kann nur dann erreicht werden, wenn wir flächendeckend Glasfaser für ortsfeste und mobile Anschlusstechnologien ausrollen. Wenn das in endlicher Zeit gelingen soll, müssen wir erheblich mehr Marktakteure für den Glasfaserausbau motivieren und die aktuellen Bremsen lösen“.

Das neue BUGLAS-Kursbuch versteht sich einerseits als Konkretisierung des beim Sommerfest des Verbandes am 4. Juli 2017 vorgestellten Vorschlags für einen neuen Ordnungsrahmen für den flächendeckenden Glasfaserausbau (FttB/H) in Deutschland. Es entwickelt aber auch in zwei weiteren und damit in insgesamt vier zentralen Handlungsfeldern 16 konkrete Einzelmaßnahmen, mit denen Politik, Regulierung und Branche den Aufbau einer hochleistungsfähigen Kommunikationsinfrastruktur für die kommenden Jahrzehnte wirkungsvoll voranbringen können.

„Regulierung und Gesetzgebung müssen investitions- und innovationsfreundlich fortentwickelt werden“, so Weirich. „Wir sprechen uns daher dafür aus, bei Einhaltung klar definierter wettbewerblicher Spielregeln auf eine Regulierung von FttB/H-Netzen zu verzichten. Zudem sollten die Marktakteure Vorleistungen auf bereits bestehenden Glasfasernetzen einkaufen anstatt auf Überbau zu setzen.“ Weitere Lösungsvorschläge im Handlungsfeld ordnungspolitischer Rahmen sind unter anderem die Einführung des Grundsatzes „Vorrang für das beste Teilnehmernetz“ und die Anpassung des DigiNetzG im Hinblick auf die Mitverlegungsvorgaben, die First Mover derzeit benachteiligen.

Im Handlungsfeld Verwaltung und Standardisierung schlägt der BUGLAS neben weiteren Maßnahmen vor, Genehmigungsprozesse zu standardisieren, die Bauverwaltungen mit dem nötigen Personal auszustatten und den Einsatz alternativer Verlegetechniken zu intensivieren. „Hinsichtlich des seit vielen Monaten deutlich spürbaren Mangels an Fachkräften wie beispielsweise Tiefbauern, Monteuren und Planern sprechen wir uns unter anderem für die Einführung neuer Ausbildungsberufe, eine Ausweitung von Qualifizierungsmaßnahmen und Anreize für eine nachhaltige Kapazitätserweiterung im Tiefbau aus“, führte Heer weiter aus.

Zudem stellt der Verband auf eine auf FttB/H fokussierte Förderung und die Einführung eines transparenten Förder-Monitorings ab sowie auf eine indirekte Förderung der Immobilieneigentümer zur Abfederung der hohen Kosten für die Errichtung des Hausanschlusses – in und außerhalb „klassischer“ Fördergebiete. Weiterhin muss die öffentliche Hand bei der Dimensionierung der Fördermittel auch die am Markt verfügbaren Kapazitäten, etwa im Tiefbau, im Blick haben. Die jeweilige Umsetzung und Wirkung der Lösungsvorschläge will der BUGLAS regelmäßig überprüfen.

Das Kursbuch kann hier heruntergeladen werden.


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