DAUN, 15.12.2017 - 13:40 Uhr
Digitale Welt - Internet

Bundesnetzagentur untersagt Teile von Telekom-Tarif „StreamOn“

Telekom legt Widerspruch ein

Die Bundesnetzagentur hat ihre Kritik an der mobilen Daten-Flatrate „StreamOn“ der Deutschen Telekom am 15. Dezember bekräftigt und Teilaspekte der Zubuchoption untersagt. So muss das Angebot nach Vorgabe der Behörde auch im europäischen Ausland unterschiedslos zur Verfügung stehen, ohne dass es vom Inklusivvolumen abgezogen wird.

Zudem muss Videostreaming in einer ungedrosselten Bandbreite zur Verfügung stehen. Der Konzern will sich dagegen wehren.

„Wir werden bewerten, wie diese Anordnung umzusetzen ist“, erklärte die Telekom in einer ersten Reaktion am Freitag. „Für unsere Kunden und Partner ändert sich vorerst nichts.“ Das Unternehmen hat eine Frist bis Ende März 2018 bekommen. Andernfalls droht ein Zwangsgeld.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. „Im Interesse unserer Kunden sehen wir derzeit keinen Grund, von unserer Rechtsauffassung abzuweichen und werden daher Widerspruch einlegen“, kündigte der Konzern an.

Beim „StreamOn“-Angebot der Telekom werden bestimmte datenintensive Dienste von Content-Partnern wie Apple Music, Netflix oder YouTube nicht auf das Datenkonto des Kunden angerechnet. In bestimmten Fällen wurde jedoch bei Video-Streaming die Übertragungsrate gedrosselt.

Verbraucherschützer und Netzaktivisten sehen in dem Angebot allerdings generell die Gefahr einer Aushöhlung der Netzneutralität.

„StreamOn kann weiterhin von der Telekom angeboten werden“, betonte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. „Im Interesse der Verbraucher sind aber Anpassungen bei der Ausgestaltung notwendig.“ Mit der Entscheidung werde sichergestellt, dass die europäischen Vorschriften über das Roaming und die Netzneutralität eingehalten werden, hieß es. „Das Verbot der Drosselung von Videostreaming sichert nicht nur die Vielfalt des Internets, sondern stärkt auch die Anbieter von Videostreaming-Diensten, die auf höherauflösende Inhalte setzen“, sagte Homann. Die Behörde hatte ihre Kritik bereits im Oktober erläutert und die Telekom zur Abhilfe aufgefordert.

Telekom legt Widerspruch ein

Die Telekom akzeptiert die Entscheidung der BNetzA nicht. „Im Interesse unserer Kunden sehen wir derzeit keinen Grund, von unserer Rechtsauffassung abzuweichen und werden daher Widerspruch einlegen“, sagte ein Telekom-Sprecher gegenüber InfoDigital. „Mit dem Beschreiten des Rechtsweges werden wir dafür kämpfen, dass unsere Kunden StreamOn weiterhin - und auch während der rechtlichen Klärung - nutzen können.“ Der Sprecher fügte hinzu: „Die heutige Entscheidung richtet sich klar gegen die Interessen der Kunden, weil die wirtschaftliche Grundlage für ein kostenloses Angebot in Frage gestellt wird. Deshalb ist die Entscheidung der Behörde absolut nicht nachvollziehbar. Es gibt keinerlei Beschwerden von Partnern oder Kunden - im Gegenteil: die Anzahl der Partner (derzeit 153) wächst jeden Monat weiter. Für unsere Kunden und Partner ändert sich vorerst nichts. StreamOn ist ein kostenloses Produkt, das sich bei mehr als 700.000 Kunden großer Beliebtheit erfreut. Wir haben wöchentlichen einen Zuwachs von rund 20.000 Kunden.“  (dpa und InfoDigital)


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