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DAUN, 05.07.2022 - 11:32 Uhr
Digitale Welt

Ein Fünftel der Deutschen möchte im Metaverse Urlaub machen

Virtuelle Zeitreisen machen, in die Tiefsee abtauchen oder im Wohnzimmer den Eifelturm besteigen – derzeit kündigen sich völlig neue reiseähnliche Erlebnisse an. So erwartet ein Fünftel der Deutschen (21 Prozent), dass im Jahr 2030 fremde Orte im Metaversum oder mit Virtual-Reality-Brillen erkundet werden, statt klassisch zu reisen – unter Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren ist sogar ein Viertel (26 Prozent) davon überzeugt; 15 Prozent sind es unter den Älteren ab 65 Jahren.

Das Metaversum ist ein virtueller Raum, der das heutige Internet erweitert und in dem man sich als Avatar, also durch ein digitales Modell bewegt und interagiert. Trotz der offenkundigen Attraktivität virtueller Ausflüge geht die große Mehrheit (87 Prozent) davon aus, dass auch in Zukunft klassisches Reisen mit echten Erfahrungen einen wichtigen Ausgleich zum Alltag darstellen wird. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.

„Im Metaverse können wir die Welt neu entdecken und Erfahrungen machen, die in der Realität nicht möglich wären. Virtuelle Ausflüge in die Tiefsee oder in lange vergangene Zeiten sind genauso möglich wie gemeinsame Aktivitäten mit Freundinnen und Freunden, die an anderen Orten leben. Digital werden zudem schwer erreichbare oder unerreichbare Orte zugänglich gemacht und potenzielle Urlaubsziele können vorab virtuell erkundet werden“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Doch auch wenn die Reise noch nicht im digitalen Raum stattfindet – digitale Geräte und das Internet sind für die allermeisten schon jetzt fester Bestandteil ihres Urlaubs.“

Die Menschen in Deutschland gehen davon aus, dass sich die Art, wie sie ihre Reisen planen und buchen in naher Zukunft stark verändern wird. So meinen zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent), dass im Jahr 2030 internationale Online-Plattformen bei Reisebuchungen dominieren werden. Reisebüros werden hingegen aussterben, sagen 65 Prozent – und sogar 78 Prozent der Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren. Schon heute bevorzugen mehr Urlaubsreisende Buchungen von Urlaubsleistungen über Online-Plattformen (53 Prozent) als über Reisebüros bzw. Reiseveranstalter (45 Prozent). „Reisebüros müssen den Weg in die digitale Welt gehen, um junge Zielgruppen zu erreichen“, sagt Rohleder. Denn insbesondere die Jüngeren buchen ihren Urlaub lieber im Netz. So geben zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen (65 Prozent) an, bevorzugt auf Online-Plattformen zu buchen, nur ein Viertel (26 Prozent) besucht lieber ein Reisebüro vor Ort. Unter den Älteren ab 65 Jahren ist es genau umgekehrt: 59 Prozent bevorzugen das Reisebüro und lediglich 26 Prozent die Buchung über eine Online-Plattform.

Nachhaltiges Reisen rückt zusehends in den Fokus der Tourismusbranche. Um selbst klimaschonender und nachhaltiger zu reisen, würden 44 Prozent der Urlauberinnen und Urlauber einen Aufpreis in Kauf nehmen und 36 Prozent sind bereit, auf Komfort zu verzichten. Allerdings geben ebenfalls 44 Prozent an, ihr Reiseverhalten aus Gründen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit nicht zu ändern. Zwar erklärt etwa jede und jeder Sechste (16 Prozent), „Flugscham“ zu empfinden, aber nur 9 Prozent kompensieren den CO2-Ausstoß ihrer Reisen über Angebote wie Atmosfair oder myclimate. Immerhin 30 Prozent informieren sich vor einer Flug-Buchung zu den Klimaschutzbemühungen der Airline. „Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind zentrale Themen im Tourismus. Inzwischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Reisen nachhaltiger zu gestalten. Digitale Lösungen können dabei helfen – egal ob bei der Planung, bei der Anreise oder während des Aufenthalts vor Ort“, sagt Rohleder. Zwei Drittel der Urlaubsreisenden (64 Prozent) sind der Meinung, dass digitale Technologien helfen können, das Reisen nachhaltiger zu gestalten.

Schon bevor die Reise losgeht, sind die meisten im Internet unterwegs. 7 von 10 Verbraucherinnen und Verbrauchern (70 Prozent) planen ihre Reisen online. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) geht dafür auf Buchungs- und Vergleichsportale wie Booking.com, Fluege.de, TripAdvisor und Co. 45 Prozent informieren sich online direkt bei den Hotels, Airlines oder Reiseveranstaltern. Soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook nutzen 12 Prozent – mehr als doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren (2020: 5 Prozent). Reiseblogs werden von 11 Prozent in die Urlaubsplanung mit einbezogen.

Die analoge Welt hat demgegenüber an Bedeutung verloren. So sprechen 44 Prozent in Vorbereitung einer Reise mit Menschen aus dem Freundeskreis oder mit Bekannten über ihre Reisepläne. Nur mehr ein Drittel (34 Prozent) informiert sich im Reisebüro; vor zwei Jahren waren es noch 41 Prozent. Auch Reisekataloge (20 Prozent) verlieren an Relevanz bei der Urlaubsplanung (2020: 25 Prozent).

Das Internet dient nicht nur der Ideenfindung und Inspiration. Viele buchen online auch einzelne Urlaubsleistungen oder ihren kompletten Urlaub. 87 Prozent derjenigen, die Urlaubsleistungen buchen, haben das schon einmal online gemacht. Zu den gefragtesten Reiseleistungen im Internet zählen Übernachtungen: 8 von 10 (80 Prozent) buchen Unterkünfte wie Hotel, Pensionen oder Ferienwohnungen online. 7 von 10 (69 Prozent) haben schon einmal ein Flugticket im Netz gekauft. Etwas weniger (65 Prozent) kauften für den Urlaub online schon mal Fahrkarten für Fern- oder Regionalzüge, 42 Prozent für Bus, Tram oder U-Bahn. Fernbustickets hat jede und jeder Vierte (25 Prozent) und Mietwagen hat rund die Hälfte (52 Prozent) schon im Internet gebucht. Neben der Buchung von Transportmitteln nutzen viele das Internet auch, um Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten zu kaufen (45 Prozent) oder besondere Aktivitäten wie Stadtführungen oder sportliche Ausflüge zu buchen. (21 Prozent). Komplette Pauschalreisen haben 53 Prozent derjenigen, die generell Urlaubsleistungen buchen schon einmal online gebucht.

Diejenigen, die Übernachtungen online buchen, nutzen dafür hauptsächlich den Internetauftritt der Unterkünfte selbst (83 Prozent) oder gehen auf Online-Plattformen für kommerzielle Angebote von Hotels wie Booking.com oder Expedia.de (76 Prozent). Online-Plattformen für kostenpflichtige Privatunterkünfte nutzen 24 Prozent – unter den 16- bis 29-Jährigen sind Airbnb, fewo-direkt.de und Co. deutlich beliebter (38 Prozent). Online-Plattformen, bei denen Privatunterkünfte kostenlos angeboten werden, wie Couchsurfing, nutzen 9 Prozent –vor allem Jüngere zwischen 16 und 29 Jahren nehmen solche Angebote wahr (20 Prozent).

Die Auswahl des Hotels oder der Ferienwohnung basiert oft auf Online-Bewertungen der Unterkunft. Zwei Drittel (67 Prozent) derjenigen, die Unterkünfte online buchen, lesen vor der Buchung in der Regel die Online-Bewertungen anderer Reisender – 50 Prozent schreiben selbst Rezensionen. Dabei halten besonders viele negative Bewertungen 82 Prozent von einer Buchung ab, und 41 Prozent buchen nicht, wenn die Unterkunft nur sehr wenige Bewertungen hat. „Online-Bewertungen sind eine ausschlaggebende Entscheidungsgrundlage. Aber es gilt: Mehr ist nicht gleich besser. Gibt es auffällig viele positive Bewertungen – vielleicht sogar innerhalb kurzer Zeit und im ähnlichen Wortlaut verfasst – kann das ein Indiz für falsche Bewertungen sein“, sagt Rohleder. „Viele Plattformen und Portale entfernen solche Fakes und bieten Meldefunktionen an. Zusätzlich zeichnen einige Anbieter auch Bewertungen verifizierter Gäste aus.“ Dennoch sagen fast drei Viertel (73 Prozent), dass sie die Bewertungen mit Vorsicht lesen, weil viele gefälscht sein können. 4 von 10 (40 Prozent), die Unterkünfte online buchen, wissen nicht, wie sie echte Bewertungen von gefälschten unterscheiden können. Entsprechend sagen 61 Prozent, dass sie bei auffällig vielen sehr positiven Bewertungen skeptisch sind und an ihrer Echtheit zweifeln.

Neben den Erfahrungen anderer Reisender, die eine Unterkunft bereits besucht haben, wollen Verbraucherinnen und Verbraucherinnen auch wissen, wie es vor Ort aussieht. Entsprechend sind gute Bilder ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl einer passenden Unterkunft – 86 Prozent buchen nicht, wenn sie keine aussagekräftigen Fotos gezeigt bekommen.

Bei der Urlaubsbuchung im Internet sehen Verbraucherinnen und Verbraucher viele Vorteile. Zu den größten zählen die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten (86 Prozent) sowie die bessere Vergleichbarkeit der Reiseangebote (84 Prozent). Außerdem sehen 6 von 10 einen Vorteil im größeren Angebot (60 Prozent) sowie in der Zeitersparnis (58 Prozent). 33 Prozent finden es gut, dass sie Bewertungen anderer Reisender lesen können. 31 Prozent sind der Meinung, dass die Reiseangebote im Internet günstiger sind. Einige schätzen außerdem die guten Stornierungsbedingungen: 23 Prozent die Möglichkeit zur kostenlosen Stornierung und 18 Prozent die einfachere Durchführung.

Allerdings vermissen viele auch Service und Beratung bei der Online-Buchung. 58 Prozent fehlt der persönliche Kontakt bei einer Online-Buchung, 47 Prozent möchten sich nicht selbst um die Buchung kümmern müssen. Für 3 von 10 ist die Online-Buchung zu kompliziert (30 Prozent) oder sie sind es schlicht gewohnt, Reisen über andere Kanäle als das Internet zu buchen (30 Prozent). Etwa genauso viele haben die Sorge, dass sie bei Problemen keinen Ansprechpartner finden (29 Prozent) oder ihre persönlichen Daten in falsche Hände geraten (28 Prozent). Knapp jede und jeder Dritte (32 Prozent) sieht keinerlei Hemmnisse bei der Buchung von Urlaubsreisen im Internet.

Ob Scooter, Fahrrad oder Auto: Am Reiseziel angekommen, nehmen immer mehr Urlaubsreisende Sharing-Angebote in Anspruch, um sich vor Ort fortzubewegen. 30 Prozent nutzen E-Scooter eines Sharing-Anbieters, 23 Prozent fahren mit dem Leih-Fahrrad und 5 Prozent mit dem Auto eines Carsharing-Anbieters. Insgesamt nutzen 48 Prozent der Urlaubsreisenden Sharing-Angebote – vor zwei Jahren setzten erst 30 Prozent im Urlaub auf Shared Mobility.

Darüber hinaus nutzt mehr als die Hälfte der Urlaubsreisenden (55 Prozent) in der Regel öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Tram oder U-Bahn, 38 Prozent fahren mit einem normalen Mietwagen und 32 Prozent nehmen zumindest hin und wieder ein Taxi.

Dabei haben fast alle Urlauberinnen und Urlauber mindestens ein digitales Gerät im Reisegepäck. 8 von 10 (79 Prozent) nehmen ein Smartphone mit, 41 Prozent ein Tablet, 34 Prozent einen Laptop oder ein Notebook und 22 Prozent eine Digitalkamera. Auf der Urlaubsreise nutzen diejenigen mit Smartphone oder Tablet dann vor allem Apps mit Corona-Bezug wie die Corona-Warn-App oder die CovPass-App (74 Prozent). Zwei Drittel checken ihre Wetter-Apps (65 Prozent), und 43 Prozent navigieren per App am Urlaubsort (43 Prozent). Ein Drittel (35 Prozent) übersetzt mithilfe des Smartphones oder Tablets Begriffe und Sätze aus der jeweiligen Landessprache und 16 Prozent haben ihren Reiseführer als App mit dabei.

Ein Schnappschuss hier, ein Selfie da, ein Panoramafoto dort – viele halten ihre Urlaubserlebnisse mit der Kamera fest und teilen die Urlaubseindrücke via Messenger und Social Media. So schicken 64 Prozent derjenigen, die Urlaubsbilder machen, ihre Fotos via WhatsApp, Snapchat oder Signal an den Freundeskreis oder die Familie. 56 Prozent teilen sie über soziale Netzwerke. Die Urlaubserlebnisse kommen auf Instagram, Facebook und Co. auch gut an. So freuen sich 84 Prozent der Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzer, wenn sie durch Urlaubsbilder in sozialen Netzwerken am Urlaub befreundeter Personen oder der Familie teilhaben können. Umgekehrt sind 28 Prozent von den Urlaubsbildern anderer genervt – 17 Prozent erleben beides: sie freuen sich über Urlaubsbilder anderer, sind aber auch mal genervt davon. Rohleder: „Digitalisierung hilft von der Urlaubsplanung bis hin zum Teilen der Erlebnisse und macht das Reisen einfacher und nachhaltiger. Reisen ohne Internet – das ist für die viele unvorstellbar.“

 


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