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DAUN, 27.12.2019 - 09:00 Uhr
Digitale Welt - Technik

Einsatz von KI im Journalismus revolutioniert Nachrichtenbranche

Goldmedia Trendmonitor 2020 veröffentlicht

Die Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia veröffentlicht regelmäßig zum Jahresende Trend-Artikel und Analysten-Kommentare zu wichtigen Entwicklungen des kommenden Jahres in Deutschland. Der Trendmonitor 2020 gibt wieder einen Ausblick auf ausgewählte Trends in den Bereichen Medien, Telekommunikation, Entertainment und Internet, darunter wie deutsche Redaktionen immer mehr Produktionsroutinen mittels KI automatisieren.

Quelle: Goldmedia Trendmonitor 2020, VÖ 12/2019

Mit Künstlicher Intelligenz lassen sich schon heute automatisch tausende journalistische Texte pro Tag, wie zum Beispiel Wetterberichte, Börseninformationen, Verkehrsmeldungen oder Spielberichte, generieren. Algorithmen unterstützen Journalisten durch den Rückgriff auf Datenbanken nicht nur bei der Erstellung von Texten, sondern auch bei der Analyse und Aufbereitung großer Datenmengen – siehe die „Panama Papers“.

Auch für Videonews greifen viele Redaktionen inzwischen auf automatisierte Lösungen zurück. Mindestens 11 von 14 europäischen Nachrichtenagenturen setzen inzwischen auf automatisierte Text- und Videoproduktion.

Wo die Reise hingeht, zeigt die BBC: Laut ihrem „Future of News“-Report sollen im Jahr 2026 rund 90 Prozent aller Nachrichten automatisiert erstellt werden. Doch vielleicht geht es auch schneller. Denn wo heute noch „regelbasierte KI“ standardisierte Newsformate nach Datenlage produziert, wird 2020 „starke KI“ auch anspruchsvollere Texte und Videos selbstständig generieren.

Macht es den Nutzern etwas aus? Ehrlich gesagt: nein! In Studien zu Rezeption und Akzeptanz KI-basierter Nachrichten konnte man feststellen, dass Leser algorithmisch erstellte Artikel in Bezug auf Glaubwürdigkeit, Objektivität, Vertrauenswürdigkeit oder Grammatik nicht von Artikeln unterscheiden können, die von menschlichen Autoren verfasst wurden. Nicht einmal jeder zweite Deutsche soll lt. einer aktuellen Nutzerbefragung erkennen können, ob ein Nachrichtentext von einer KI oder einem Menschen stammt. Und geht es ums Bezahlen, sagen 41 Prozent der Befragten, dass sie lieber maschinell erstellte Nachrichten kostenlos lesen würden, als für journalistisch produzierte Nachrichten Geld auszugeben.

So steht die Nachrichten-Branche in Deutschland auch 2020 bei der Newsproduktion vor der Herausforderung, zwischen hohem Kostendruck und KI-Automatisierungseffizienz einen Weg zu finden.

www.goldmedia.com


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