DAUN, 25.04.2018 - 14:13 Uhr
Digitale Welt - Smartphones

Globaler Smartphone-Markt: Nachfrage sinkt, Umsatz steigt

Die weltweite Nachfrage nach Smartphones fiel laut der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) im ersten Quartal 2018 um zwei Prozent auf 347 Millionen Geräte. Besonders in China und in Nordamerika wurden weniger Smartphones verkauft. Die Nachfrage sank dort um sechs bzw. fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der durchschnittliche weltweite Verkaufspreis stieg im ersten Quartal 2018 jedoch weiter an und lag um 21 Prozent höher als im ersten Quartal 2017. Das wirkte sich positiv auf den Umsatz aus, der im Vorjahresvergleich um 18 Prozent zulegen konnte, obwohl weniger Geräte verkauft wurden.

Arndt Polifke, Experte für Telekommunikation bei GfK, erklärt: „Zu Beginn dieses Jahres zeigt sich eine ganz andere Entwicklung als Ende 2017, als die Smartphone-Nachfrage auf einem Höchststand war. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die weltweite Smartphone-Nachfrage im ersten Quartal 2018 gesunken. Das ist eigentlich keine Überraschung, da immer mehr Märkte den Sättigungspunkt erreicht haben. Auf der anderen Seite nehmen die Verbraucher die neuesten Innovationen der Smartphone-Marken an und tendieren nun zum Kauf höherpreisiger Modelle. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg deshalb im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 21 Prozent auf 374 US-Dollar und der weltweite Umsatz wuchs um 18 Prozent – eine außerordentliche Wachstumsrate für eine etablierte Branche.“

Der Umsatz in Westeuropa stieg im ersten Quartal 2018 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Maßgeblich für diese Entwicklung war ein um 26 Prozent höherer durchschnittlicher Verkaufspreis, der auf die wachsende Nachfrage im Ultra High End-Segment zurückzuführen ist. Insgesamt fiel die Smartphone-Nachfrage in Westeuropa im Vergleich zum Vorjahr jedoch um zwei Prozent auf 28,3 Millionen Geräte.

Der Umsatz in Mittel- und Osteuropa stieg im Vorjahresvergleich um 35 Prozent auf 5,9 Milliarden US-Dollar. Grund für dieses Wachstum waren ein um 29 Prozent höherer durchschnittlicher Verkaufspreis sowie eine um fünf Prozent auf 19,7 Millionen Geräte gestiegene Nachfrage.

In Nordamerika ging die Nachfrage nach Smartphones um geschätzte fünf Prozent auf 35,8 Millionen Geräte zurück. In Lateinamerika stieg die Nachfrage im ersten Quartal 2018 erneut. Es wurden 32,8 Millionen Geräte verkauft, das entspricht einem Wachstum von drei Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im Nahen Osten und in Afrika stieg der Smartphone-Umsatz im ersten Quartal 2018 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 11,4 Milliarden US-Dollar. Die Nachfrage wuchs um zwei Prozent auf 44,1 Millionen Geräte. Ausschlaggebend für dieses Wachstum waren vor allem Ägypten und Südafrika, die um 42 Prozent bzw. 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegten. In beiden Ländern wuchs die Nachfrage, da noch mehr Verbraucher von Feature-Phones zu leistungsfähigeren Smartphones wechselten.

Im Gegensatz zum letzten Jahr sorgten Promotions rund um das chinesische Neujahrsfest nicht für ein Wachstum der Smartphone-Nachfrage in China. Im Vergleich zum Vorjahresquartal fielen die Verkaufszahlen im ersten Quartal um sechs Prozent auf 109,6 Millionen Geräte. Der Umsatz wuchs jedoch um 14 Prozent – sowohl einheimische als auch internationale Marken konnten die chinesischen Verbraucher davon überzeugen, höherwertige Geräte zu kaufen.

In den Industrieländern Asiens wuchs der Smartphone-Umsatz um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 12,4 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung ist dem durchschnittlichen Verkaufspreis zu verdanken, der um 16 Prozent auf 707 US-Dollar stieg. Die Nachfrage fiel im ersten Quartal 2018 im Vorjahresvergleich um drei Prozent auf 17,6 Millionen Geräte. Obwohl Australien ein starkes Nachfragewachstum von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, wurde dies durch einen Rückgang der Nachfrage um 16 Prozent in Südkorea ausgeglichen. Auch für die Jahresprognose der Region spielt diese Entwicklung eine Rolle.

In den Schwellenländern Asiens blieb die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr unverändert und belief sich auf 58,7 Millionen Geräte. Aufgrund des steigenden durchschnittlichen Verkaufspreises wuchs der Umsatz jedoch um 14 Prozent. In Indien sank die Smartphone-Nachfrage um vier Prozent, da ein erhöhtes Angebot günstiger, 4G-fähiger Feature-Phones Verbraucher teilweise vom Kauf eines Smartphones abhielt.


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