DAUN, 16.07.2019 - 14:30 Uhr
Digitale Welt - Radio

Hessischer Rundfunk setzt auf „digital first“ – Neuausrichtung des Programmangebots

Der hr will seinen Hörfunksender hr2 zum Klassikradio umbauen, berichtet die FAZ am 15. Juli. Geplant sei die Klassikwelle mit einem geringen Wortanteil durchhörbar zu machen, hieß es. Doch die Neuausrichtung des Angebots betrifft nicht allein hr2-kultur, sondern das gesamte Programmangebot des Hessischen Rundfunks, wie ein Sprecher des Senders gegenüber InfoDigital bestätigte.

Der hr werde sich stärker auf die digitale Nutzung seiner Angebote ausrichten, so der hr-Sprecher gegenüber InfoDigital. Das bedeute, dass der Hessische Rundfunk die digitale Produktentwicklung im eigenen Hause stärken werde. Um zukunftsfähig zu bleiben, müsse der Sender auch jüngere Zielgruppen deutlich stärker erreichen. Das bedeute konkret, dass der hr verschiedene Initiativen gestartet hat, die im August ihre Arbeit aufnehmen werden.

So folge der Sender dem Vorschlag seiner Expertengruppe Kultur und denke die Kulturberichterstattung grundsätzlich „digital first“. Deshalb integriere der Sender die regionale Kulturberichterstattung in hessenschau.de. Eine stärkere Verlagerung ins Digitale habe Auswirkungen auf lineare Programme.

hr2-kultur wird in Klassikwelle umgewandelt

In der Konsequenz werde hr2-kultur in eine Klassikwelle umgewandelt. Die Herausforderung sei, neben neuen digitalen Kulturformaten ein sehr gutes lineares Klassikprogramm zu entwickeln. „Wir sprechen von einem Klassikprogramm aus und für Hessen mit klarem Blick auf das Musikleben, kompetent und lebendig präsentiert – nicht ‚wortfrei‘, aber stärker um die Klassik als Hauptinhalt zentriert“, so der hr-Sprecher gegenüber InfoDigital.

„Es braucht also eine neue ‚Flottenstrategie‘ mit Blick auf die digitale Welt.“

Wenn der hr Veränderungen an der Positionierung einer Hörfunkwelle vornehme, bedeute dies, dass der hr auch alle anderen Wellen neu ausrichten müssen. „Es braucht also eine neue ‚Flottenstrategie‘ mit Blick auf die digitale Welt. So soll es auch eine weitere Profilierung des Themas Kultur bei hr-iNFO geben“, so der hr-Sprecher weiter.

Für das Fernsehen gelte: Alle neuen Formate werden mit Fokus auf die jüngere Zielgruppen entwickelt, selbst auf die Gefahr hin, dass wir die älteren Zielgruppen dann weniger erreichen. Außerdem werden neue Produkte konsequent für die ARD-Mediathek entwickelt. Dies bedeute: weg von der linearen Fernseh-, hin zu einer ganzheitlichen Bewegtbild-Strategie.

Ausbau digitaler Produkte für alle Zielgruppen

Der hr will digitale Produkte grundsätzlich stärken und für alle Zielgruppen ausbauen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei Formate für Menschen unter 35 Jahre. Hierbei müssen wir entscheiden, inwieweit wir dabei auf bestehende Marken wie beispielsweise YOU FM oder funk aufbauen können.

Der Sender ist darüber bewusst, dass er sich im digitalen Bereich fokussieren müsse. Der hr wolle lieber weniger, aber erfolgversprechende Produkte und Themenbereiche massiv stärken, beispielsweise Programmbegleitung auf das notwendige Maß reduzieren, um Kapazitäten für andere Bereiche zu finden.

Thematische Schwerpunkte des hr in der digitalen Welt seien regionale Information (hessenschau), Media-/Audiothek, regionale Kultur, Wetter, Wirtschaft/Finanzen und Sport.

Reichweitenverlust: Höchster Nutzungsrückgang vor allem beim UKW-Empfang

Laut jüngster Media-Analyse habe der Sender hr2-kultur nochmal verloren. Der Sender habe jetzt eine Tagesreichweite von 104.000 Hörern bundesweit. Ein Grund sei, dass das Programm vor allem jüngere Zielgruppen nicht mehr erreiche. So wurden in der MA 2017/2 bei den unter 50-Jährigen 37.000 Hörer ausgewiesen und in der aktuellen MA nur noch 8.000. Der höchste Nutzungsrückgang ist vor allem beim UKW-Empfang zu verzeichnen.


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