DAUN, 04.06.2021 - 08:57 Uhr
Digitale Welt - Internet

Internet via Sat-Förderung bleibt weit hinter Erwartungen zurück

Der deutsche Internet via Satellit-Anbieter EUSANET hat erhebliche Kritik am vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geplanten Satellitenvoucher geäußert. In seiner jetzigen Form biete er hunderttausenden Haushalten in den kommenden fünf bis zehn Jahren keine schnelle Internetperspektive. 99 Prozent der von langsamen Internetdiensten betroffenen über eine Million Menschen seien von einer Nutzung des Angebots ausgeschlossen und blieben in den kommenden fünf bis zehn Jahren ohne jede Perspektive.

Die von Bundesverkehrsminister Scheuer versprocheneversprochene äußerst effiziente Maßnahme (InfoDigital berichtete) wurde jetzt als „Digitalisierungszuschuss“ offensichtlich aufgrund vermeintlicher Sparmaßnahmen in die sogenannte Graue-Flecken-Förderung eingebettet, was die ursprüngliche Intention ad absurdum führt. Dadurch werden Satellitenanschlüsse Teil des sehr bürokratischen und langwierigen Breitbandförderungsprozesses und kämen nach dieser neuen Richtlinie nur noch als Dauerlösung für die ca. 2.000-3.000 extremen Einzellagen in Frage, für die die Glasfaser ohnehin niemals kommen wird.

In der ursprünglichen Form wäre der Satellitenvoucher in Höhe von 500 € eine äußerst sinnvolle und kosteneffiziente Maßnahme für rund 200.000 Haushalte gewesen, die kurzfristig allen Bürgern unabhängig vom Wohnort eine digitale Teilhabe ermöglicht hätte, bis der langersehnte Glasfaserausbau in fünf bis zehn oder mehr Jahren tatsächlich kommt. "Die von langsamen Internetzugängen vor allem im ländlichen Raum betroffenen Haushalte werden damit in der Realität von der Bundesregierung schlicht und einfach im Stich gelassen", konstatiert EUSANET Geschäftsführer Stephan Schott.

Da leistungsfähige Satellitensysteme ab sofort an jedem Ort dieses Landes eine Breitbandversorgung mit bis zu 100 Mbit/s herstellen können, appelliert der deutsche Pionier EUSANET, der seit über zwei Jahrzehnten satellitengestützte Breitbandzugängen anbietet, an die Menschen zu denken und diesen völlig falschen Ansatz nochmal grundsätzlich zu revidieren und auf das ursprüngliche effizientere und für den Steuerzahler am Ende viel kostengünstigere Modell zurückzuführen.

Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hatte die letztliche Umsetzung der Förderung kritisiert (InfoDigital berichtete). 

 


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