DAUN, 11.03.2014 - 12:16 Uhr
Internet - Digitale Welt

DAB+ unverzichtbar, LTE für Hörfunkverbreitung zu teuer – Digitalradio-Studie

„Der Ausbau des Digitalradio-Sendenetzes DAB+ in Bayern ist zukunftsträchtig, günstig und verbraucherfreundlich“ – zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Technischen Universität München. Auf den Übertragungsstandard LTE zu setzen, wäre 40 mal teurer, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) am 11. März mit. Der flächendeckende Ausbau von DAB+ sei „der ökonomisch sinnvolle und einzig gangbare Weg“, um auf absehbare Zeit in Bayern eine fast vollständige terrestrische Digitalradio-Versorgung zu ermöglichen. Das Gutachten haben der BR und die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) gemeinsam in Auftrag gegeben. Es wurde beim Digitalradio-Gipfel „Radio ist Digital“ in München vorgestellt.

„Kosten bei LTE 40 mal höher als bei DAB+“

Broadcast schlägt Broadband: DAB+ (Digital Audio Broadcasting) ist laut Gutachten des Lehrstuhls für Controlling der TUM School of Management (Technische Universität München) am besten geeignet, die Bürger in allen Teilen Bayerns mit einer größtmöglichen Vielzahl an Hörfunkprogrammen zu versorgen. Der Radioempfang über LTE (Long Term Evolution) könne „wegen der hohen Ausbau- und Übertragungskosten auf absehbare Zeit keinen ausreichenden Beitrag zu einer flächendeckenden Versorgung Bayerns leisten.“ Auch für Verbraucher fielen bei LTE als technischer Alternative erhebliche Zusatzkosten an. „Die Kosten bei einer Übertragung über LTE liegen um etwa 40 mal höher als die Kosten bei einer Übertragung über DAB+“, so die Wissenschaftler. Die Bedeutung des mobilen Webradios werde zunehmen, „kann jedoch auf absehbare Zeit DAB+ nicht ersetzen.“ Der DAB+-Standard sei „für die künftige Radioübertragung unverzichtbar“.

BR-Intendant: „Initiativen des Gesetzgebers notwendig“

Würde der DAB+-Ausbau nicht vorangetrieben, müssten 25 Prozent der Radionutzung in Bayern vom Mobilfunk letztlich allein getragen werden. Die Datenmengen über LTE würden dann jährlich fast 617 Millionen Euro verschlingen. Demgegenüber stünden lediglich 15,5 Millionen Euro, die nach einem forcierten Ausbau von DAB+ jährlich aufliefen. „Die Entwicklung in den europäischen Nachbarländern deutet auf die Etablierung von DAB+ als europäischen Standard hin“, führt das Gutachten weiter aus. Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks: „Mit DAB+ werden wir unserem Auftrag gerecht, digitales Radio für möglichst jedermann günstig verfügbar zu machen. Wenn wir den Ausbau vorantreiben, haben die Hörer in Bayern auf viele Jahre ein äußerst verlässliches, leistungsfähiges und bezahlbares Digitalradio-Netz. Da sich abzeichnet, dass auch UKW durch das digitale Radio abgelöst werden wird, müssen wir den Übergangszeitraum gestalten und den Hörern einen reibungslosen Umstieg ermöglichen. Hierfür werden Initiativen des Gesetzgebers nötig sein. Mit der BLM sind wir uns einig, dass wir mit dem Ausbau von DAB+ den richtigen Pfad beschritten haben.“ Die Studie steht hier zum Download bereit.

www.br.de

www.blm.de

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