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DAUN, 20.09.2017 - 12:43 Uhr
Digitale Welt

Kommunikation im Job: Messenger ersetzen die E-Mail

(dpa/tmn) - Nicht nur im Privatleben, auch im Beruf werden Whatsapp, Skype und Co. immer wichtiger. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Marktforscher von Respondi im Auftrag der Jobbörse Indeed. Gut die Hälfte der Arbeitnehmer (52 Prozent) nutzt demnach solche Messenger, um innerhalb eines Teams oder mit Kollegen zu kommunizieren.

Klar am beliebtesten ist dabei Whatsapp, zum Einsatz kommen aber auch Facebook, Google, Skype oder Twitter. Und knapp jeder Dritte (31 Prozent), der per Messenger kommuniziert, nutzt sogar noch die klassische SMS für berufliche Themen.

In einigen Fällen ersetzen Nachrichtendienste sogar die E-Mail als Kommunikationsmedium: So sagt ein gutes Drittel der Messenger-Nutzer zum Beispiel, dass in ihrem Job heute deutlich weniger E-Mails geschrieben werden, dafür aber mehr Nachrichten.

In den meisten Fällen geht es dabei nicht um Inhaltliches, sondern um Organisatorisches: Je zwei Drittel der Messenger-Nutzer erledigen darüber interne Absprachen (67 Prozent) und Terminvereinbarungen (64 Prozent). Vertrauliche Details zu einem Projekt tauschen nur 14 Prozent per Messenger aus. Andererseits nutzen 70 Prozent die Messenger neben dem Job auch für privat Kommunikation - für Bilder und Videos oder für Verabredungen in der Freizeit etwa.

Experten sehen die berufliche Messenger-Nutzung jedoch kritisch: “Das ist massiv problematisch“, sagt Rechtsanwalt Manteo Eisenlohr - vor allem mit Blick auf Whatsapp und ähnliche Programme. Wer damit beruflich kommuniziert, verstößt womöglich gegen Datenschutzrichtlinien, und das gleich aus mehreren Gründen. Arbeitsrechtliche Konsequenzen hat das für den Einzelnen zwar vermutlich nur, wenn er gegen ein ausdrückliches Verbot verstößt - Eisenlohr mahnt aber trotzdem zur Vorsicht.

 

Für unproblematisch hält der Arbeitsrechtler die Messenger-Nutzung nur mit Apps, die der Arbeitgeber auf Dienstrechner oder -handy vorinstalliert hat. Andere Dienste sollten Arbeitnehmer nicht benutzen - auch nicht für vermeintliche Banalitäten wie Terminabsprachen. „Die Trennung ist in der Praxis sehr schwierig“, sagt er. „Da besteht immer die Gefahr, dass so etwas mit der Zeit einreißt.“

 

Eisenlohr geht deshalb davon aus, dass viele Unternehmen für Messenger in Zukunft eigene Richtlinien einführen - bis hin zum Komplettverbot. Ähnliche Regelwerke gibt es gerade in großen Unternehmen schon für soziale Medien.

 

Für die Umfrage hat Respondi im September dieses Jahres 1980 Arbeitnehmer befragt.


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