DAUN, 14.07.2017 - 11:50 Uhr
Digitale Welt - Internet

LFK: YouTube-Stars und Mediennutzer müssen mehr Verantwortung übernehmen

Influencer und YouTube-Stars sind oftmals journalistische Laien und haben aber dennoch ein Millionenpublikum im Netz, das sie erreichen. Damit haben sie eine ähnliche Breitenwirkung wie die in journalistisch-redaktioneller Hinsicht professionell aufgestellten Radio- und Fernsehsender. Nach Meinung des Präsidenten der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), Dr. Wolfgang Kreißig, müssen sie die Verantwortung für ihre Videos und deren Wirkung übernehmen. Im Rahmen eines Symposiums zum Thema „Medienkritik im digitalem Zeitalter“ sagte Kreißig in der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg: „Durch die Kommerzialisierung von YouTube sind Influencer zu einem Teil der Werbeindustrie geworden. Sie müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, wo die Grenzen liegen und dass es auch gesetzliche Regelungen gibt. Schleichwerbung ist verboten!“

„Wir reden zu wenig über die Folgen der Technik“ Auch eine tiefgreifende gesellschaftliche Diskussion über die Folgen der neuen Technik vermisst Kreißig. „Bei all den weitreichenden technischen Innovationen wie Roboterjournalismus, digitalen Assistenten oder datengetriebenen Vermarktungsmodellen dürfen wir den Blick für die gesellschaftlichen Auswirkungen nicht verlieren. Wir fragen noch zu wenig, wie wir mit den tiefgreifende Veränderungen der Medienlandschaft umgehen können, was wir regulieren wollen und welche Werte wir auch im Netz schützen müssen.“

Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen Vor Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zahlreicher Hochschulen und universitärer Einrichtungen wies der Präsident der baden-württembergischen Landesmedienanstalt beispielhaft  auf die begrenzte Wirkung des Netzwerkdurchdringungsgesetzes hin. Was einmal im Netz sei, das werde so schnell geteilt und verbreitet, dass Fake News und Hate Speech längst die Meinung beeinflusst oder den Schaden erzeugt hätten, bevor sie dann nach 24 Stunden oder 7 Tagen gelöscht werden.

Für den LFK-Präsidenten steht darum vor allem auch der einzelne Nutzer in der Verantwortung und muss sich immer wieder fragen: „Wie bewege ich mich in den digitalen Räumen, leite ich alles weiter, was ich nicht geprüft habe, kann ich im Internet alles veröffentlichen, was ich will? Wie ist die Wirkung meiner Posts auf andere?“. Gerade hier spiele die Medienkompetenz eine entscheidende Rolle, da sie befähige, zu hinterfragen, zu recherchieren, sich eine Meinung zu bilden und dann verantwortungsvoll zu entscheiden. „Daher ist es wichtig, dass vor allem im Schulalltag das Thema Medienkompetenz fest verankert werde“, bilanziert Kreißig. Zwar habe sich bereits einiges zum Positiven verändert, aber es daure eben einige Zeit, bis grundlegende Strukturen ins Rollen kämen.


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