DAUN, 07.07.2020 - 08:43 Uhr
Digitale Welt

MDR-Rundfunkrat beschäftigt sich mit Berichterstattung in der Corona-Krise

Der MDR-Rundfunkrat hat sich in seiner Sitzung vom 6. Juli mit Journalismus in der Corona-Krise beschäftigt.

Dazu wurde Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler Universität Tübingen, per Video zum Impulsvortrag „Wie hat der Journalismus die Corona-Krise begleitet?“ zugeschaltet.

Prof. Pörksens zentrale Aussage gegenüber den Rundfunkratsmitgliedern: „Es gab von Anfang an glänzende Erklär-Stücke, hintergründige Analysen, eine Demontage von Fake News sowie Sondersendungen in Hülle und Fülle“. Seine Kritik: Ende März hätte politischer Journalismus generell entschiedener auf eine gesellschaftspolitische Debatte drängen müssen. Dieses Versäumnis sei aber rasch erkannt und angegangen worden.

Pörksen lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die vom MDR beigesteuerten ARD Extras mit Wiebke Binder sowie Kekulés Podcast oder auch die Online-Angebote des MDR, die häufig Nutzer- und Nutzerinnenfragen aufgegriffen hätten. Das publizistische Jahresmotto des MDR „Miteinander leben“ sei exzellent gesetzt. Denn Journalismus brauche mehr denn je die richtige Mischung aus Empathie und Distanz - aus Kritik und Zuwendung aus Auseinandersetzung und schlichtem Zuhören.

Pörksen rief die seriösen Medien dazu auf, noch mehr als bisher transparent zu agieren und ihre Arbeitsweisen deutlich zu machen: „Das wäre ein wichtiger Beitrag, um den Pakt zwischen seriösem Journalismus und dem Publikum wieder zu stabilisieren. Denn seriöser Journalismus erfüllt ein ähnliches Grundbedürfnis wie Wasser für die Menschheit!“, so Prof. Pörksen gegenüber dem MDR-Rundfunkrat.

Im Anschluss an den Vortrag ergab sich in der Sitzung reges Nachfragen und eine interessante Diskussion.

Rundfunkratsvorsitzende Prof. Dr. Gabriele Schade: „Wir nehmen den Vortrag und die Diskussion als Auftakt, dass sich der Rundfunkrat in den nächsten Sitzungen vertiefend mit diesem Thema befasst. Unser Ziel ist die Bewertung der Corona-Berichterstattung des MDR - für den wir zuständig sind. Der Rundfunkrat hat die Aufgabe, die Einhaltung der für die Programme geltenden Grundsätze zu überwachen, die Qualität ist der Eckpfeiler für den Rundfunkrat und die Akzeptanz bei Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern.“

Bei der vertiefenden Befassung und abschließenden Bewertung soll es unter anderem um inhaltliche Aspekte wie Regelformate, Zusatzsendungen, Veränderungen im Programmablauf, neue Formate, Interaktionen sowie strukturelle Aspekte wie veränderte Arbeitsweisen gehen.


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