DAUN, 14.06.2019 - 14:43 Uhr
Digitale Welt

Mitgliederversammlung der Initiative D21 beschließt Diversity-Kodex

Als Deutschlands größtes Netzwerk für die Digitalisierung hat die Initiative D21 im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung am 12. Juni einen Diversity-Kodex beschlossen, der ab sofort in Kraft tritt.

Aus der aktuellen Beobachtung zeige sich, dass Frauen rar sind bei der Besetzung von Speaker-Rollen, Autorenschaft und bei der Teilnahme an Panels, Diskussions- und ExpertInnenrunden. Der Verein selbstverpflichtet sich daher in einem Sechs-Punkte-Papier bei Auftritten, Beteiligungen und Aktivitäten seiner Amtsinhabenden aus Präsidium und Vorstand zu einer ausgewogenen Geschlechterverteilung. Wenn also die Initiative D21 für ein bislang rein männlich geplantes Panel angefragt würde, hieße das für einen männlichen D21-Vorstand, auf seine Teilnahme zu verzichten. Ausnahmen seien nur durch explizite Präsidiumsentscheidung möglich. Dafür würde die Initiative D21 dabei unterstützen, stattdessen eine geeignete weibliche Diskutantin (auch außerhalb der D21-Mitglieder) für die Paneldiskussion zu gewinnen

„Wir reden über die Notwendigkeit von ausgewogenen Datensets, um Bias zu vermeiden, und schaffen Ausgewogenheit im Analogen nicht einmal bei den simpelsten Mechanismen“ so Thomas Langkabel, Vize-Präsident der Initiative D21 und Initiator des Kodex‘. Langkabel hält weiter fest: „Frauen bringen notwendige Perspektiven ein, schließlich repräsentieren sie die Hälfte der digitalen Gesellschaft. Eine ausgewogene Perspektivenvielfalt verhindert verzerrte Sichtweisen und ist damit essenziell für zeitgemäße Diskussionen“.

Bereits 2017 verpflichtete sich die Initiative D21 per Satzungsänderung zu einer Geschlechterquote in Vorstand und Präsidium. Zusätzlich zur Quote wurde die Regelung des „leeren Stuhls“ eingeführt, d. h., dass die Position in Präsidium oder Vorstand nicht besetzt wird, wenn sich keine Frau zur Wahl stellt.

Diversität mache mehr aus als nur eine ausgewogene Geschlechterverteilung, ein entsprechendes Hinwirken könne somit nur ein Element einer umfassenden und konsequenten Diversity-Strategie sein. Die Initiative D21 will weitere Schritte zu einer umfassenderen Diversität angehen.

Ein Verein allein macht noch keinen großen Unterschied. Die Initiative D21 lädt daher Unternehmen, Institutionen und Verbände ein, den Diversity-Kodex zu übernehmen oder als Grundlage eigener entsprechender Regelwerke zu nutzen und stellt dafür eine Blaupause bereit. Der Kodex wird als ersten Vorschlag für die Diskussion gesehen. Zu Anpassungen und Verbesserungen möchte der Verein mit anderen im Dialog bleiben.


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Aktuelle Ausgabe 7/2019

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