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DAUN, 10.10.2018 - 11:18 Uhr
Digitale Welt - Internet

NRW: bis zu 300.000 Euro pro Schule für Glasfaseranschluss

Das Wirtschaftsministerium NRW will Schulen in Nordrhein-Westfalen ans Glasfasernetz zu bringen. Dafür stellt es bis zu 300.000 Euro pro Schule bereit, um die digitale Bildung in die Klassenzimmer zu holen. Dr. Martin Fornefeld von der Micus Strategieberatung aus Düsseldorf unterstützt die Initiative des Wirtschaftsministeriums und fordert die Schulträger auf, diese Chance zu ergreifen.

Herr Dr. Fornefeld, das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat eine neue Förderrichtlinie herausgegeben, um die Schulen des Landes mit Glasfaser zu versorgen. Was ist geplant?

Alle Schulen sollen ans Netz. Und nicht nur irgendwie an irgendein Netz, sondern an eine "zukunftsfeste digitale Infrastruktur". So beschreibt die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen selbst ihre Ziele. Alle Schulen, bis zum Jahr 2022, also in vier Jahren, ausgestattet mit Glasfasernetzen - das ist das neue, soeben veröffentlichte Ziel der Landesregierung. Dafür nimmt das Land bis zu 300.000 Euro pro Schule in die Hand, wo die Telekommunikationsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen nicht ausbauen. Und das Land übernimmt auch noch 150 Euro monatliche Anschlusskosten über eine Dauer von drei Jahren. Wer das jetzt nicht nutzt, ist selber schuld!

Und warum ist das Ihrer Meinung nach notwendig?

Es ist kaum vorstellbar, aber in 2016 haben wir ermittelt, dass nur rund dreizehn Prozent der 5.500 nordrhein westfälischen Schulen ans Gigabitnetz angeschlossen sind. Rund 715 Schulen von 5.500. Oder anders herum: 4.785 von 5.500 Schulen in Nordrhein Westfalen schleichen mit einem Minimum an Netzkapazität durch die digitale Welt. Digitale Werkzeuge im Unterricht sind im Schmalspurnetz aber kaum denkbar. Das ist ein Armutszeugnis! Und ich bin froh, dass die Landesregierung jetzt noch aktiver gegen diese unwürdigen Lernbedingungen in einem Hochtechnologieland ansteuert.

Warum braucht es ihrer Meinung nach Gigabitnetze in Schulen?

Bildungsministerin Yvonne Gebauer hat mit dem Start der "Digitaloffensive Schule NRW" das Ziel benannt, Lernen mit digitalen Medien in allen Fächern und Schulstufen zu verankern. Gut so. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Schule der Ort sein muss, an dem Schülerinnen und Schüler von digital-kompetenten Lehrerinnen und Lehrern in die Lage versetzt werden müssen, digitale Medien sinnvoll und altersgerecht einzusetzen. Smartphones, Tablets, digitale Tafeln, Erklärvideos im Biologieunterricht, interaktive Unterstützung bei Geometrieaufgaben, Konversation mit Muttersprachlern im Englischunterricht, 360-Grad-Virtual Reality-Anwendungen, um die Antike ins Haus zu holen - ohne Gigabitanschlüsse lassen wir unendlich viele faszinierende Lernwelten außen vor dem Schulgebäude, anstatt sie hinein zu holen. Ich bin froh, dass das seitens der Landesregierung erkannt wurde.

Was müssen Schulen tun, um ihre Netze auszubauen?

Die Landesregierung hat in allen fünf Bezirksregierungen Geschäftsstellen zum Thema eingerichtet. Diese "Gigabit.NRW"-Geschäftsstellen informieren und beraten Schulträger in allen Fragen rund um den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Zu den Kernkomepetenzen von Micus gehören Planungen in diesem Segment und wir navigieren Schulträger durch das Förder- und Vergabeverfahren. Hunderte von Schulen sind bisher schon durch unsere Unterstützung ans Glasfasernetz angeschlossen worden. Es war für Schulen noch nie leichter, 300.000 Euro zu erhalten, um auf die Digitalspur aufzusteigen. Jetzt sollte der Run auf die Fördergelder wirklich beginnen!


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