DAUN, 19.11.2020 - 13:33 Uhr
Digitale Welt

Studie: Mehrheit in Deutschland ist noch skeptisch gegenüber KI

Seit Jahren ist Künstliche Intelligenz (KI) fester Bestandteil technischer Innovationen – und doch steht in Deutschland eine deutliche Mehrheit von 69 Prozent diesem Aspekt der Automatisierung immer noch kritisch gegenüber. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der gfu Consumer & Home Electronics GmbH. Die höchste Akzeptanz genießt KI in einem Bereich, der einen alltäglichen Nutzen bringt: bei der Verkehrslenkung. 64 Prozent aller Befragten begrüßen die Unterstützung via Navigations-App, beispielsweise zur Stauumfahrung.

Im klassischen Feld der Spracherkennung, also bei Anwendungen wie Siri, Alexa, Cortana & Co, befürwortet knapp die Hälfte (47 Prozent) den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Einer anderen Funktion dagegen stehen 60 Prozent aller Befragten skeptisch gegenüber: der Gesichtserkennung. Das sei laut der gfu besonders bemerkenswert, da viele der neueren Smartphones und Tablets diese Funktion bereits als Standard integriert haben. Hier sei in der konkreten Alltagsanwendung daher davon auszugehen, dass der praktische Nutzen stärker als die Bedenken gewichtet wird.

In anderen Kategorien, die sich mit der Automatisierung von Prozessen beschäftigen, ist die Offenheit für die Technologie noch weniger ausgeprägt. So befürworten die Steuerung von Hausgeräten mit Hilfe von KI lediglich 36 Prozent, die Steuerung von Smart Homes nur etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent). Am ausbaufähigsten ist der Zuspruch im Feld Mobilität: Nur knapp 30 Prozent vertrauen der Technik, die autonomes oder teilautonomes Fahren ermöglicht.

Die Betrachtung der übergeordneten Zahlen von KI-Befürwortern und -Skeptikern zeige, dass immer noch mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern von den Möglichkeiten der KI überzeugt werden müssen. Nur 31 Prozent stellen das schon nicht mehr in Frage. Die Bedenken sind vielfältig und hängen meistens mit Datenschutzbedenken zusammen: 55 Prozent sagen, dass man persönliche Präferenzen oder das eigene Verhalten nicht mit Dritten teilen möchten. Fast genauso viele (54 Prozent) befürchten, umfassend kontrolliert zu werden. Und etwas weniger als die Hälfte (47 Prozent) denkt, dass KI noch nicht ausgereift genug für einen breiteren Einsatz sei.

Ein klarer Trend zu mehr Offenheit gegenüber der neuen Technologie ist in der Alterskohorte zwischen 16 und 39 Jahren, bei den sogenannten Millenials, zu erkennen – hier sprechen sich immerhin 46 Prozent aller Befragten für den Einsatz von KI aus. Generell wohlwollender wird der Blick auch, wenn nach dem Einsatz von KI in der Zukunft gefragt wird: So erwarten fast 60 Prozent, dass es einen Zusatznutzen in medizinischen Anwendungen geben wird – hier ist die Hoffnung bei den über 60-Jährigen mit 65 Prozent deutlich ausgeprägter als bei den Millenials (56 Prozent). Auch an eine weitere positive Beeinflussung der Verkehrslenkung glaubt noch etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent). Generell positiv blicken 61 Prozent auf KI, wenn es um die Büro- bzw. Arbeitsumgebung geht und sind der Meinung, dass sie den Arbeitsalltag erleichtern wird. Skepsis kommt nur dann wieder zum Tragen, wenn die generelle Beschäftigung in den Blick genommen wird: 88 Prozent der Befragten gehen nicht davon aus, dass Künstliche Intelligenz zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen wird.

„Das Verhältnis zur Künstlichen Intelligenz ist hierzulande sehr zwiespältig. Tatsächlich nutzen eine Reihe von Produkten bereits KI-Technologien. KI kommt beispielsweise beim Fotografieren mit vielen Smartphones, bei der Bildaufbereitung in aktuellen TV-Geräten, zur Klangverbesserung von Audio-Produkten und in vielen Hausgeräten zum Einsatz, um diese effizienter zu machen und den Bedienkomfort zu steigern. In den Technikprodukten die uns umgeben steckt bereits heute mehr KI, als den meisten Anwenderinnen und Anwendern bewusst ist“, erläutert Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu Consumer und Home Electronics GmbH und ergänzt: „Die Herausforderung der Techbranche wird aber bleiben, den konkreten Nutzen der Technologie zu kommunizieren und nicht den abstrakten, um die Skepsis ihr gegenüber abzubauen.“


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