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DAUN, 07.09.2022 - 11:36 Uhr
Digitale Welt - Smartphones

Telekom ist ready für Cell Broadcast

Katastrophen-Warn-System erfolgreich getestet

Die Telekom ist startbereit für den Testbetrieb via Cell Broadcast. Das Unternehmen hat seine Vorbereitungen planmäßig abgeschlossen. Die Technik sollte für den ursprünglichen Warntag-Termin am 8. September fertig sein. Die Telekom hat in den vergangenen Tagen erfolgreich Probe-Meldungen an Smartphones im Bundesgebiet gesendet. Der Aufbau des neuen Handy-Warnsystems in Deutschland erreicht damit eine wichtige Zielmarke.

Der bundesweite Warntag soll nun am 8. Dezember um 11 Uhr stattfinden (INFOSAT berichtete).

Der Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag bei dem Bund und Länder, sowie teilnehmende Kreise, Städte und Gemeinden in einer Übung ihre Warnmittel erproben. Ziel des bundesweiten Warntags ist, die Menschen in Deutschland über die unterschiedlichen Warnmittel in Gefahrensituationen zu informieren und damit auch stärker auf den Bevölkerungsschutz insgesamt aufmerksam zu machen.

Telekom bietet Handyherstellern Unterstützung an

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hatte die technische Richtlinie für Cell Broadcast Ende Februar 2022 veröffentlicht. Die Telekom hatte Cell Broadcast bereits im Mai auf seiner Hauptversammlung vor Aktionären demonstriert. Seit Juli fanden lokale Tests im Raum Bonn und Nürnberg statt.

Die Telekom testete das System mit Smartphones verschiedener Marken. Die Hersteller müssen Cell Broadcast für die jeweiligen Modelle aktivieren. Üblicherweise funktioniert dies mit Software- oder Firmware-Updates. Die Telekom teilt die Erfahrungen aus den Tests mit den Herstellern und unterstützt bei nötigen Tests der jeweiligen Modelle.

Cell Broadcast funktioniert wie Radio

Bund und Länder hatten die Einführung von Cell Broadcast nach dem Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beschlossen. Die Technik ergänzt künftig die bereits bestehenden Warn-Apps NINA oder Katwarn. Cell Broadcast sendet eine Textnachricht an kompatible Mobiltelefone. Eine App ist dazu nicht nötig. Das Besondere: Die Warnung erreicht jedes empfangsbereite und für die Technik geeignete Gerät in einer Funkzelle. Dies funktioniert ähnlich wie bei einem Radiosender, den alle Benutzer gleichzeitig hören. Daraus leitet sich der englische Name „Cell Broadcast“ ab. Cell Broadcast ist daher besonders geeignet, die Bevölkerung sowohl bei lokalen als auch bei überregionalen Ereignissen schnell zu informieren.

In Europa nutzen gegenwärtig neben den Niederlanden weitere acht Staaten Textwarnungen, darunter die Nachbarländer Österreich und Polen. Elf EU-Mitgliedstaaten informieren die Bevölkerung über Warn-Apps. Einige EU-Länder nutzen bereits heute einen Warn-Mix aus Apps und Cell Broadcast.

Auch neuer Warndienst auf DAB+ Digitalradiogeräten kommt

Eine weitere Möglichkeit die Bevölkerung vor Katastrophen zu warnen, sind Alarm- und Warnmeldungen auf DAB+ Digitalradiogeräten. Gerätehersteller arbeiten derzeit intensiv an der Entwicklung eines öffentlichen Warndienstes über DAB+. Die Mitglieder des Vereins Digitalradio Deutschland haben sich jüngst mit breiter Mehrheit dafür ausgesprochen, das international normierte DAB+ System um diesen zusätzlichen Dienst zu erweitern. Vor dem aktuellen Hintergrund von Naturkatastrophen, wie im Ahrtal und Teilen Oberbayerns 2021 sowie der angespannten internationalen Lage (z.B. Krieg in der Ukraine), setzen sich die Mitglieder des Vereins für die internationale Standardisierung von Warnmeldungen ein (INFOSAT berichtete).

TELESTAR präsentierte erste Geräte auf der IFA

Erste vollständig warnfähige Geräte wurden vom Fraunhofer Institut und der Firma TELESTAR auf der IFA präsentiert (INFOSAT berichtete). Weitere Hersteller werden ab 2023 folgen. Ebenfalls in Vorbereitung sei ab 2023 eine gemeinsame Vermarktung des DAB+ Warndienstes, in Abstimmung mit Bund und Ländern, weiteren Marktteilnehmern und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kündigte der Verein Digitalradio Deutschland an.


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