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DAUN, 21.07.2017 - 10:19 Uhr
Digitale Welt - Heimvernetzung

Wie finde ich das passende Antennenkabel?

Die Bildqualität im Fernsehgerät hängt maßgeblich von der Verkabelung ab. Die Aufgabe des Satkabels, auch Koaxialkabel genannt, ist es, Signale von der Satellitenschüssel an den Receiver zu leiten. Erreicht das Signal den Receiver am TV optimal, dann zeigt es sich an einem störungsfreien Bild. Doch nicht immer sind Nutzer zufrieden mit der Bildqualität in ihrem TV und suchen nach einem Kabel, das bessere Dienste leistet. Das Problem: Im Handel ist ein enormes Angebot von Antennenkabeln zu finden und wer sich nicht auskennt, greift leicht zu einem günstigen Produkt.

Warum auch nicht, oder? Kabel ist Kabel! Dem ist allerdings nicht so, es gibt gute und schlechte Kabel. Damit der Kauf nicht zu einem Fehlkauf wird, liefert dieser Beitrag wichtige Hinweise und klärt auf, was es mit der Schirmungsdämpfung und Signaldämpfung auf sich hat.

Die Minimalanforderungen an ein gutes Antennenkabel – der Check im Shop

Ein empfehlenswertes Antennenkabel weist diverse Qualitätsmerkmale auf. Die wichtigsten sind diese:

- Das Kabel hat einen Kern aus massivem Kupfer. Dünne Kabelkerne sind minderwertig und liefern keine gute Übertragungsleistung.

- Das Kabel enthält eine isolierende Substanz, die das elektrische Feld erhält. Meist handelt es sich dabei um ein geschäumtes Material, auch geschäumtes Dieelektrikum genannt. Dieses Material sollte robust und wenig flexibel sein.

- Um das Dielektrikum herum liegt eine damit verklebte Abschirmfolie. Ist diese nur hauchdünn und löst sich bei geringer Einwirkung vom Untergrund, sollen Verbraucher ein anderes Kabel wählen.

- Eine weitere Schutzschicht ist ein Kupferdrahtgeflecht außen um die Abschirmfolie. Es ist zu prüfen, ob es sich tatsächlich um ein Kupfergeflecht handelt. Manche Anbieter nutzen minderwertiges Aluminium, Verbraucher sollten im Zweifel beim Verkäufer nachfragen oder die Hinweise auf der Verpackung lesen. Sind keine Angaben zu finden, sollten Verbraucher ein anderes Kabel in Betracht ziehen.

- Die äußerste Hülle ist aus schützendem, flexiblem, aber robustem PVC gefertigt. Dieses sollte keine billige, dünne Qualität aufweisen, nicht nur, wenn das Antennenkabel im Freien verlegt wird. Es muss zum einen Sonneneinstrahlung, Frost und Feuchtigkeit vertragen können und deshalb absolut witterungsbeständig sein. Zum anderen ist es auch im Haus unter Umständen Belastungen ausgesetzt, denn es wird beim Verlegen gebogen, gezogen, gequetscht und geknickt. Das kann zu mechanischen Beschädigungen führen. Beim Verlegen sind schon so manche Beschädigungen passiert, die in ihrer Folge zu einer schlechten Übertragungsqualität geführt haben. Bei zu dünnem Mantel heißt es, ein anderes Kabel zu wählen.

Antennenkabel werden mit einem F-Stecker mit dem LNB verbunden. Sie haben in etwa einen Durchmesser zwischen 3 und 10 mm. Mit Blick auf die oben genannte Aufzählung lässt sich feststellen, dass die Dicke eines Kabels maßgeblich darüber entscheidet, wie gut der innenliegende Kern abgeschirmt wird. Die äußere Hülle mit ihrem filigranen Aufbau dient dazu, die Strahlung von anderen technischen Geräten abzuwehren. Zu dünne Kabel können den nötigen Schutz nicht gewährleisten.

Als Faustregel sollten sich Verbraucher merken: Ein gutes Antennenkabel weist mindestens einen Durchmesser von 5 mm auf.

Bei der Selbstmontage von F-Steckern ist dringend zu empfehlen, vorsichtig zu arbeiten, da unerfahrene Heimwerker versehentlich die schützende Schicht beim Abisolieren beschädigen können. Wenn das geschieht, leidet die Übertragungsqualität deutlich.

Video: F-Stecker sicher aufbringen - Koaxialkabel

Weitere Qualitäten, die ein gutes Antennenkabel ausmachen

Der Aufbau eines Antennenkabels ist maßgeblich für die Übertragungsqualität verantwortlich. Hinzu kommen zwei weitere Punkte: Es geht um die Schirmungsdämpfung (dB) und die Signaldämpfung.

Die Schirmungsdämpfung

Wie hoch die Schirmungswirkung ist, beeinflusst die Qualität eines Antennenkabels. Das Schirmungsmaß gibt Auskunft darüber, wie stark der leitende Innenkern von den äußeren elektrischen Einflüssen abgeschirmt wird. Dieser Bericht von der Technischen Akademie Esslingen (TA Esslingen liefert umfangreiche technische Hintergründe zur Messung der Schirmwirkung elektrischer Kabel.

Im Handel sind üblicherweise Antennenkabel mit einem Schirmungsmaß zwischen 75 und 135 dB erhältlich. Kabel ab 90 dB Abschirmung sind eine gute Wahl. Weniger ist erfahrungsgemäß nicht ausreichend, denn Handys und andere über Funk arbeitenden elektronischen Geräte schicken Strahlung in ihre Umgebung und können den Signaltransport beeinträchtigen. Kabel mit einer Schirmungsdämpfung unter 80-90 dB sind nicht geeignet.

Was bedeutet die Signaldämpfung?

Wenn die Signale durch das Kabel geschickt werden, nimmt die Qualität grundsätzlich ab und je dünner ein Kabel ist, desto stärker sind die Einbußen. Diese Einbußen werden in Dezibel gemessen und als verfallene Signale oder als Signaldämpfung bezeichnet. Eine hohe Dämpfung ist demgemäß schlecht, ein niedriger Dämpfungswert gut. Ein Blick auf die Dezibel Angaben des gewählten Produkts ist nötig, um die Qualität unterschiedlicher Produkte miteinander zu vergleichen. Die Angaben auf der Verpackung beziehen sich immer auf ein Kabel von 100 m länger in Relation zur Frequenz. Hohe Dämpfungen bedeuten hohe Signalverluste während des Übertragungswegs, niedrige Werte bedeuten niedrige Signalverluste. Beim Vergleich ist deshalb der Dämpfungswert bei gleicher Frequenz interessant, um ein gutes von einem weniger guten Kabel zu unterscheiden.

Haushalte mit technisch einwandfreier Sat-Verkabelung können sich auf eine saubere und störungsfreie Übertragung freuen und sich Sportevents, Tierfilme, Quizsendungen und Lieblingsserien in aller Ruhe anschauen, ohne sich über ruckelnde oder unscharfe Bilder zu ärgern.

Experten-Tipp: Die Dämpfung ist nicht der wichtigste Parameter, um die Qualität eines Antennenkabels zu beurteilen. Die Schirmungsdämpfung hat größeres Gewicht. Das bedeutet, dass Produkte mit einer höheren Dämpfung nicht in jedem Fall schlechter sind, weil die für das menschliche Auge wahrnehmbaren Unterschiede in der Regel erst bei hohen Frequenzen feststellbar sind. Außerdem kommen sie erfahrungsgemäß erst bei Kabellängen von über 40 m zum Tragen.

 


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