DAUN, 25.09.2014 - 16:24 Uhr
Digitale Welt

Zwangskündigung durch die Telekom: Umstellung auf Internet-Telefonie verwirrt Kunden

Tarifwechsel oder KündigungLaut Angaben der Verbraucherzentrale RLP wenden derzeit sich viele verunsicherte Telekom-Kunden an die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. In verschiedenen Schreiben stellt das Unternehmen ihre Festnetzkunden vor die Wahl, bei der Sprachtelefonie auf Internettelefonie (IP) umzustellen oder gekündigt zu werden. Hintergrund ist, dass die Telekom herkömmliche analoge und ISDN-Telefonanschlüsse bis 2018 abschalten will und nur noch Internettelefonie anbietet. Betroffenen bleibt nur die Möglichkeit, sich für einen neuen Tarif zu entscheiden oder zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Beratung bietet die Verbraucherzentrale. 

Voraussetzung ein funktionierender DSL-Anschluss„Voraussetzung für die neue Technik ist ein funktionierender DSL-Anschluss “, erklärt Michael Gundall, Telefonexperte der Verbraucherzentrale. „Verbraucher können das analoge Telefon weiter benutzen, jedoch funktionieren einige wesentliche Eigenschaften des herkömmlichen Anschlusses nicht mehr.“ So ist beispielsweise die Funktion „Rückruf bei besetzt“ beim IP-Anschluss derzeit nicht möglich. Ein weiterer gravierender Nachteil: Fällt der Strom aus, ist auch die Telefonleitung automatisch unterbrochen. Gerade Menschen, die ein Hausnotrufsystem besitzen, sind auf diese Ausfallsicherheit angewiesen.

Oft ein neuer Internetrouter nötigBei der Umstellung des Anschlusses ist oft auch ein neuer Internetrouter notwendig. Die Telekom bietet diesen zur Miete an, es gibt die Geräte aber auch zu kaufen. „Meist lohnt sich der Kauf eher als das Mieten“, sagt Gundall. Denn günstige Einsteigergeräte gibt es laut dem Experten bereits ab 60 Euro. Es können auch Geräte eingesetzt werden, die nicht von der Telekom stammen. Fast alle derzeit im Handel erhältlichen Router eignen sich. Bei vorhandenen muss in der Betriebsanleitung bei den technischen Details geprüft werden, ob sie „Annex-J“-fähig sind.Wird der Anschluss umgestellt, muss auch die Verkabelung geändert werden. „Viele ältere Menschen und technische Laien trauen sich die Installation allerdings nicht zu“, weiß Gundall. Die Telekom bietet einen Installationsservice an, der meist kostenpflichtig ist. Da die Betroffenen umstellen müssen, wenn sie nicht gekündigt werden wollen, fordert die Verbraucherzentrale die kostenfreie Installation durch die Telekom.

Betroffene sollten die Gelegenheit nutzen, ihre Telefon- und Internetverträge von einem Fachmann der Verbraucherzentrale analysieren und sich Alternativen aufzeigen zu lassen. Zur Beratung sollten sie ihre Vertragsunterlagen und/oder eine monatliche Rechnung mitbringen. Wer über einen Anbieterwechsel nachdenkt, sollte Angebote bei anderen Anbietern einholen und diese ebenfalls mitbringen. Eine Vertragsprüfung kostet zehn Euro. Die Beratungen finden nach Terminvereinbarung unter Telefon 06131/ 28 48 0 oder per E-Mail an info@vz-rlp.de in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale statt.


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