DAUN, 09.10.2019 - 15:16 Uhr
Entertainment - Unternehmen

Bitkom kommentiert Umgang mit Retouren im Handel

Die Universität Bamberg hat neue Zahlen zur Vernichtung von Retouren im Online-Handel vorgelegt. Demnach gingen im Jahr 2018 in Deutschland etwa 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel an Onlinehändler zurück, also ungefähr jedes sechste ausgelieferte Paket. Diese Zahlen erhob die Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg. Schätzungsweise 20 Mio. retournierte Artikel wurden entsorgt. Eine Auswertung der Ursachen ergab nun, dass eine Entsorgung bei etwas über der Hälfte der entsorgten Artikel alternaivlos blieb, weil eine Wiederaufbereitung technisch nicht möglich war. Kritisiert wurde hingegen, dass in immerhin 40 % der entsorgten Produkte – dies entspricht etwa 7,5 Mio. Artikeln – eine Spende händlerseitig zumindest theoretisch möglich gewesen wäre, aber nach aktuellem Stand nicht erfolgt.

Hierzu nahm heute Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder Stellung: „Online-Händler streben bei Retouren an, so viele Artikel wie möglich wieder in den Verkauf zu bringen. Schließlich liegt es im ureigenen Interesse eines Online-Händlers, zurückgesandte Artikel wirtschaftlich zu verwerten. Daher prüfen Online-Händler zurückgesandte Artikel regelmäßig darauf, ob sie wiederverkauft werden können. Ist das der Fall, werden diese Artikel neu verpackt und neu gelistet.

Natürlich seien Retouren im Online-Handel nicht auszuschließen. Es handele sich hierbei um ein Verbraucherrecht, nach dem Kunden innerhalb bestimmter Fristen vom Vertrag zurücktreten und die Ware zurückschicken können. Deshalb und selbstverständlich auch aus Umwelt- und Klimaschutz-Aspekten seien wirtschaftliche Anreize wichtig, retournierte Artikel weiterzuverwenden.

"So könnte etwa das Spenden retournierter Waren für die Händler deutlich attraktiver gestaltet werden. Heute ist die Spende eines nicht wiederverkaufsfähigen Non-Food-Artikels, etwa an gemeinnützige Organisationen, teurer, als die Vernichtung des Artikels, da steuerlich betrachtet eine solche Spende der Umsatzsteuer unterliegt. Steuerliche Anreize sind also ein lohnenswertes Instrument. Auch können noch detailliertere und genauere Produktbeschreibungen mithilfe digitaler Technologien helfen, dass der Verbraucher eine noch stärker informierte Entscheidung trifft und eine Rücksendung gar nicht erst notwendig wird. Etwa Virtual und Augmented Reality bieten hier riesige Chancen.“

Weitere Informationen

www.retourenforschung.de

www.bitkom.org


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