- © Foto: BR/Markus Konvalin -
DAUN, 25.05.2020 - 08:58 Uhr
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BR-Intendant: Entscheidung zu Kandidatur für neue Amtszeit im Sommer

(dpa) - Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, will über eine Kandidatur für eine dritte Amtszeit ab 2021 im Laufe des Sommers entscheiden. „Ich bin noch im Prozess der Überlegungen“, sagte Wilhelm in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. Angesichts der Finanzlage hält er sowohl bei der ARD als auch beim BR in den nächsten Jahren weitere deutliche Einsparungen für unausweichlich.

Der 58-Jährige ist seit 2011 Chef des Bayerischen Rundfunks (BR).

Seine zweite Amtszeit endet im Januar nächsten Jahres. Der Intendant wird vom BR-Rundfunkrat jeweils für fünf Jahre gewählt.

Wilhelm plant seine Entscheidung über den Sommer mit Blick auf die Herbstsitzung des Rundfunkrats im Oktober. „Das entspräche zeitlich dem, was auch in anderen Anstalten üblich ist“, sagte er. Vorschläge für die Intendantenwahl müssen nach der Aufforderung durch den Vorsitzenden des Rundfunkrates binnen sechs Wochen erfolgen.  

Zehn Jahre in einem öffentlichen Amt seien immer eine lange Zeit, sagte Wilhelm. „Auf der anderen Seite ist die Aufgabe nach wie vor hochspannend, und sie erfüllt mich mit großer Freude. Hier muss ich genau abwägen und zu einer Entscheidung kommen.“ Die bisherigen zwei Wahlen Wilhelms zum Intendanten waren mit weit mehr Vorlauf erfolgt.

Als Reaktion auf die Finanzsituation der Öffentlich-Rechtlichen erwartet Wilhelm einen „Gleichklang“ der Einschnitte bei der ARD und den Länderanstalten: Es müsse gleichermaßen bei den regionalen wie nationalen Angeboten gespart werden. Anders sei die Last für viele Sender nicht zu bewältigen. „Wir werden das aber nur einstimmig entscheiden können. Und diese Beschlüsse stehen im späten Sommer an.“

Der BR stand zuletzt in der ARD bei einer wichtigen Entscheidung allein da: Die Bayern machen bei einem neuen ARD-Kulturangebot mit Sitz im Osten als einzige der neun Länderanstalten nicht mit. Wilhelm hatte vor einer Verknüpfung der Frage mit der Entscheidung zum Rundfunkbeitrag aus verfassungsrechtlichen Gründen gewarnt. Politiker aus Sachsen-Anhalt etwa hatten zuvor eine neue ARD-Einrichtung im Osten gefordert. Zugleich wiesen sie auf ihr noch ausstehendes Votum zum Rundfunkbeitrag hin.   

Erstmals seit 2009 soll der Rundfunkbeitrag nach einer Empfehlung, der die Länder noch zustimmen müssen, zum nächsten Jahr steigen. Von heute 17,50 auf 18,36 Euro monatlich.

Auch wenn die Beitragserhöhung 2021 komme, werde die Teuerungsrate dadurch nicht ausgeglichen, sagte Wilhelm. Das werde bei der ARD viele Etats betreffen: „Alles wird auf dem Prüfstand stehen, die Gemeinschaftsaufgaben, die Film-Tochter Degeto, die Sportrechte.“

Ebenso gehe es beim BR nicht ohne eine Reihe von Kürzungen: etwa in den dritten TV-Programmen, im Hörfunk, bei den Klangkörpern und beim vom BR allein finanzierten Bildungskanal ARD-alpha.

Den Schwerpunkt der Kürzungen sieht der Intendant eher 2022 bis 2024.

Wegen der Abstimmungen in den Landtagen werde wohl erst im Dezember Klarheit zur Beitragserhöhung herrschen. „Das Jahr 2021 wird sicher auch noch von den Auswirkungen von Corona geprägt sein“, sagte er.

Der öffentlich-rechtliche BR ist - gemessen an den Finanzen - die viertgrößte ARD-Anstalt. Zum Sender zählen rund 3500 fest Beschäftigte und knapp 1700 arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter sowie gut 400 Gagenempfänger.


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