Das Publikum während der Eröffnungsveranstaltung. Das Publikum während der Eröffnungsveranstaltung. - © Foto: BLM -
DAUN, 06.07.2018 - 14:29 Uhr
Entertainment - Veranstaltungen

Branchentreffen auf den 26. Lokalrundfunktagen in Nürnberg

Rund 1.100 Teilnehmer aus den lokalen Radio- und Fernsehstationen trafen sich am 3. und 4. Juli in Nürnberg zu den 26. Lokalrundfunktagen, um sich über Trends, Technologien und Produkte der Branche zu informieren.

BLM-Präsident Siegfried Schneider betonte das wichtige Alleinstellungs-merkmal der Lokalen, die als Sprachrohr der Region das Vertrauen der Menschen vor Ort haben. Das sollten die Lokalen nicht aus den Augen verlieren. Denn es gelte: „Heimat gewinnt!“ Sie müssten aber auch die Chancen der Digitalisierung nutzen und aktuelle Trends wie Sprach-assistenten, Storytelling und Podcasts aufgreifen.

Warum Radio via „Radio“ immer noch sehr wichtig ist, darüber sprach Radio Futurologe James Cridland in seiner Keynote zur Zukunft des Radios. Denn obwohl Radio zunehmend zu einer „Multiplattform“ wird, werden Radiosender immer noch hauptsächlich über das klassische Radio gehört. Cridland riet dazu, Radio exzellent zu machen, „not just good enough“. Hierfür bedürfe es einer Strategie, die speziell auf die verschiedenen Verbreitungswege ausgerichtet sei.

Das Programm der 26. Lokalrundfunktage umfasste Workshops, Diskussionsrunden und Vorträge mit über 80 nationalen und internationalen Referenten. In der Eröffnungsveranstaltung wurden die BLM-Hörfunk- und Lokalfernsehpreise sowie die Ergebnisse der Funkanalyse Bayern 2018 präsentiert.

Nicht nur die Zukunft des Radios stand im Fokus der diesjährigen Lokalrundfunktage. Auch die Ansprache von Digital Natives wurde diskutiert sowie Facetten des Audio Storytellings aufgezeigt. Fazit: Radio wird auch in Zukunft damit punkten, dass es emotional ist und die Musikplanung von Menschen gemacht wird. Die Musikstrategie muss dafür jedoch kontinuierlich hinterfragt werden.

Was Zuschauer im Lokal-TV wirklich sehen wollen, welche kreativen TV-Formate es gibt und wie die innovative Redaktion aussehen muss, stand beim Thema Fernsehen im Mittelpunkt. Zudem wurden verschiedene lokale TV-Modelle aus Europa vorgestellt, die sich mit starken Programmformaten positionieren konnten.

Zum zweiten Mal fand auch die Local Web Conference im Rahmen der Lokalrundfunktage statt. In seiner Keynote betonte Tim Schmitz, COO bei Jodel, die lokale Relevanz in der globalisierten Welt und diskutierte Zukunftsstrategien für den erfolgreichen Aufbau einer lokalen Zielgruppe. „Neue Reichweiten durch digitale Produktinnovationen“ und „Keine Zukunft ohne Netzwerke“ waren weitere Schwerpunkte. Wie Sender mit Messengerbots neue lokale Relevanz gewinnen, zeigte Christof Kugler, Braintech Media. Die Frage „Ist künstliche Intelligenz auch für den Lokaljournalismus nützlich?“ stellte Alexander Siebert von Retresco.


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