DAUN, 21.07.2020 - 12:02 Uhr
Entertainment - Veranstaltungen

CE-Markt mit solidem Wachstum in der Pandemie

Entgegen früherer Prognosen hat sich die Home Electronics-Branche unter dem Einfluss der Corona-Pandemie überraschend positiv entwickelt. Dies gab die gfu Consumer & Home Electronics im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet sie einen Umsatzzuwachs um rund drei Prozent auf rund 44 Milliarden Euro. Die erste Prognose vom Jahresanfang 2020 belief sich auf rund 43 Milliarden Euro. Gemäß der aktuellen gfu Prognose wird die Consumer Electronics-Sparte um rund vier Prozent auf knapp 29 Milliarden Euro (zuvor knapp 28 Mrd. Euro), der Elektrohausgeräte-Bereich (Elektro-Groß und -Kleingeräte) um knapp zwei Prozent auf rund 15 Milliarden Euro wachsen.

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, kommentiert die Entwicklung: „In Zeiten von Corona und Lockdown fokussieren sich die Konsumenten vermehrt auf ihr Zuhause – sie sind bereit, in innovative Technik zu investieren. Die gesteigerte Nutzung von Home Office und Home Schooling schlägt sich in der positiven Entwicklung des IT-Sektors nieder, aber auch die klassische Unterhaltungselektronik profitiert. Im TV-Markt setzt sich der Trend zu größeren und sehr gut ausgestatteten Fernsehgeräten fort.“

Mit großen Zuwachsraten zeigt sich der Markt für die privat genutzten IT-Produkte. Dieses Segment umfasst u.a. PCs, Notebooks, Tablet-PCs, Monitore und Drucker. Hier rechnet die gfu mit einem Zuwachs beim Umsatz um mehr als zehn Prozent auf mehr als 7,8 Milliarden Euro im Jahr 2020. Ursprünglich wurde ein Wachstum von einem Prozent vorhergesagt. Auch die Sparte der privat genutzten Telekommunikationsprodukte mit Smartphones und Wearables zeigte sich positiv mit einem Zuwachs von rund drei Prozent auf knapp 12,5 Milliarden Euro (vorherige Prognose + 0,5 %).

Im Segment der klassischen Unterhaltungselektronik entwickelt sich die größte Kategorie, der TV-Markt entgegen einem ursprünglich prognostizierten Umsatzrückgang von drei Prozent, bislang unerwartet positiv. Die Kategorien Foto und Audio waren hingegen stärker rückläufig als zum Jahresbeginn angenommen. Entsprechend erwartet die gfu für die klassische Unterhaltungselektronik im Gesamtjahr einen leichten Umsatzrückgang um 2,5 Prozent auf knapp 8,6 Milliarden Euro. Bei Elektro-Groß- und -Kleingeräten wird sich die seit mehr als zehn Jahren andauernde positive Umsatzentwicklung auch in diesem Jahr fortsetzen. Das prognostizierte Wachstum liegt bei einem Prozent für Elektro-Großgeräte und drei Prozent für Elektro-Kleingeräte.

Für den Markt der TV-Geräte ergibt sich für Januar bis Juni 2020 eine ausgesprochen positive Entwicklung. So wurden im ersten Halbjahr 2020 knapp 3,2 Millionen Fernseher in Deutschland verkauft, dies entspricht einer Steigerung von fünf Prozent. Aufgrund eines stabilen Durchschnittspreises von 562 Euro (- 1 %) konnte so auch ein Umsatzwachstum von vier Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro erzielt werden. Maßgeblich für die positive Entwicklung waren die Verkäufe nach Ende des Lockdowns in den Monaten Mai (Stückzahl und Umsatz jeweils + 37 %) und Juni (Stückzahl + 21 %, Umsatz + 24 %).

Dies betrifft insbesondere alle Geräteklassen größer als 50 Zoll (127 cm), die im ersten Halbjahr 2020 zweistellige Zuwächse sowohl in den Stückzahlen, als auch beim Umsatz erzielten. Die größte Stückzahlsteigerung mit 118 Prozent weisen die TV-Geräte mit Bilddiagonale größer 70 Zoll (178 cm) auf, gefolgt von der Klasse 50 bis 54 Zoll (127 bis 137 cm) mit 69 Prozent. Die Größensegmente 55 bis 59 Zoll (140 bis 150 cm) und 60 bis 69 Zoll (152 bis 175 cm) wuchsen um 23 und 30 Prozent in der Stückzahl.

Beim Umsatz liegt der Bereich der TV-Geräte mit 50 bis 54 Zoll mit einem Plus von 64 Prozent auf Platz eins der Zuwächse. 62 Prozent sind die Fernseher mit 70 Zoll Bild und größer im Umsatz gewachsen, 13 Prozent die Geräte der Klasse 60 bis 69 Zoll und neun Prozent die TVs mit 55 bis 59 Zoll Diagonale. Zweistellige Zuwachsraten in Umsatz und Stückzahl weisen auch die OLED-TV-Geräte auf: 30 Prozent Plus bei der Stückzahl auf 169.000 verkaufte Geräte und plus 24 Prozent im Umsatz auf 309 Millionen Euro.

Dazu bemerkt Hans-Joachim Kamp abschließend: „Nach der insgesamt positiven Entwicklung im ersten Halbjahr 2020 sind wir zuversichtlich, dass sich diese Marktentwicklung bis Jahresende und auch in den folgenden Jahren fortsetzen wird.“ Eine große Verschiebung vom stationären Fachhandel hin zum Online-Handel sei darüber hinaus nach den Informationen der gfu nicht zu verzeichnen. "Gut aufgestellte Fachhändler hatten ebenfalls Zuwächse zu verzeichnen."

 

 

 


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