- © Foto: Julia Terjung / Netflix -
DAUN, 17.01.2018 - 11:53 Uhr
Entertainment - Veranstaltungen

„Dark“: Serie eines Streaminganbieters zum ersten Mal für Grimme-Preis nominiert

„Babylon Berlin“ ebenfalls nominiert

70 Produktionen und Einzelleistungen sind für den 54. Grimme-Preis 2018 nominiert, darunter mit der Netflix-Serie „Dark“ zum ersten Mal die Serie eines Streaminganbieters. Insgesamt zeige die Zahl der Einreichungen, „dass sich der Serien-Boom auch in Deutschland weiter fortsetzt“, so Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts.

Insgesamt 27 Serien waren in der Kategorie Fiktion in der Auswahl, fünf davon wurden für einen Grimme-Preis nominiert. Die Serie „Dark“ (Netflix) erhielt eine Spezialnominierung für Buch und Idee. Damit ist zum ersten Mal auch eine Serie eines Streaminganbieters im Rennen. Mit „Babylon Berlin“ (Sky/ARD Degeto/WDR) geht eine Nominierung an eine Koproduktion von öffentlich-rechtlichem und Privatfernsehen bzw. Pay-TV, für „4 Blocks“ erhält der Pay-TV-Sender TNT die insgesamt dritte Nominierung für eine TNT-Serie.

Aus mehr als 900 Einreichungen und Vorschlägen haben die vier Kommissionen in den Kategorien Fiktion, Information & Kultur, Unterhaltung und Kinder & Jugend die Nominierten ausgewählt. Ab dem 27. Januar tagen die Jurys in Marl, die insgesamt bis zu 16 Grimme-Preise vergeben können.

Die Auszeichnungen werden am 13. April 2018 im Theater der Stadt Marl verliehen. Durch die Preisverleihung wird die Moderatorin und Journalistin Annette Gerlach führen.

Weiterhin aktuell – nicht nur in der Kategorie Information & Kultur – sind die Themen Flucht und Migration. Gerade beim Kinder- und Jugendfernsehen fanden sich sehr viele Produktionen im Wettbewerb, die das Thema zielgruppen-gerecht thematisiert haben. Insgesamt attestierte die Kommission dem eingereichten Programm eine wesentlich höhere Qualität als noch im Jahr zuvor. Erneut stark bei den Nominierungen vertreten ist das Angebot von funk, insgesamt fünf Nominierungen gibt es für das Jugendangebot von ARD und ZDF.

Wie das Grimme-Institut bekannt gab, konnte die zuständige Kommission keine steigende Qualität beim Unterhaltungsprogramm feststellen. Von den insgesamt 20 möglichen Nominierungen wurden nur elf vergeben, davon keine für den Bereich Innovation, der in diesem Jahr allerdings von keiner der vier Kommissionen bedacht wurde. „Auch wenn wir eine hohe Qualität im Programmbereich sehen, gibt es doch keine wirkliche Innovation bei den Formaten. Fast alles, vor allem im Unterhaltungsbereich, ist eine Wiederholung der altbewährten Erfolgsrezepte“, so Frauke Gerlach.

Bemerkenswert ist laut dem Grimme-Institut in diesem Preisjahr, dass in drei der vier Kategorien Produktionen der privaten Sender und Anbieter nominiert wurden, davon zwei in der Fiktion und zwei in der Kategorie Information & Kultur. Dazu die Grimme-Direktorin: „Die Nominierung von insgesamt neun privaten Produktionen für den diesjährigen Grimme-Preis zeigt eine positive Tendenz bei der Programmqualität der Privaten – eine für das Fernsehen insgesamt wünschenswerte Entwicklung.“

Am 31. Januar 2018 haben alle Nominierten gemeinsam mit den Kommissionen und Jurys die Gelegenheit, ihre Nominierung beim traditionellen Bergfest zu feiern. Hier werden auch die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Bert-Donnepp-Preises ausgezeichnet: Neben dem Onlineangebot „Übermedien“ erhält der Journalist Georg Seeßlen den Preis. Eine besondere Ehrung im Rahmen des Bert-Donnepp-Preises geht an die ZDF-Journalistin Dunja Hayali für ihr Engagement gegen Hasskommentare im Netz.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des 54. Grimme-Preises 2018 werden am 14. März 2018 bei einer Pressekonferenz im Essener Grillo-Theater bekanntgegeben.

Eine Übersicht über alle Nominierungen finden Sie hier.

 

 


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