DAUN, 18.01.2019 - 10:36 Uhr
Entertainment - Auto

EU-Regeln für digitales Radio im Rampenlicht der Brüsseler Automobilausstellung

WorldDAB-Forum veröffentlicht Factsheets zum EECC

Politische Entscheidungsträger, Rundfunkveranstalter und Automobilhersteller treffen sich am 18. Januar auf der Brüsseler Automobilausstellung „Brussels Motor Show“, um auf die neuen EU-Vorschriften aufmerksam zu machen, die vorschreiben, dass alle neuen Autoradios innerhalb von zwei Jahren digitales terrestrisches Radio empfangen können (InfoDigital berichtete).

Das WorldDAB-Forum hat im Rahmen der Automobilausstellung ein Informationsblatt veröffentlicht, das die Öffentlichkeit über den Europäischen Kodex für elektronische Kommunikation (EECC) informieren soll.

Der EECC trat am 20. Dezember 2018 in Kraft. Die Mitgliedstaaten der EU haben ab diesem Zeitpunkt zwei Jahre Zeit, um den Kodex in nationales Recht umzusetzen. Das European Electronics Communication Codes (EECC) erklärt, dass „jeder in ein neues Fahrzeug eingebaute Autoradioempfänger, der in der EU zum Verkauf oder zur Miete angeboten wird, muss einen Empfänger enthalten, der in der Lage ist, über digitale terrestrische Rundfunkübertragung bereitgestellte Funkdienste zu empfangen und wiederzugeben“. Die Entscheidung wurde durch einen europaweiten Branchentrend vom vorherrschenden FM-Standard hin zum Digitalradio angestoßen.

WorldDAB-Präsident Patrick Hannon kommentierte vor der Brüsseler Automobilausstellung: „Innerhalb von zwei Jahren werden alle neuen Autoradios in der EU digital-terrestrisches Radio empfangen können.“ Diese Anforderung gelte gleichermaßen für Länder mit etablierten DAB + -Märkten wie Deutschland, Italien, Belgien und den Niederlanden und solche in einem früheren Entwicklungsstadium wie Polen, Schweden und die Tschechische Republik. „Autofahrer in ganz Europa können die Vorteile des digitalen terrestrischen Radios nutzen - größere Auswahl, klarere Audiodaten und erweiterte Datendienste. In Notfällen, in denen Mobilfunknetze höchstwahrscheinlich überlastet sind, können Autofahrer weiterhin zuverlässige Sicherheitsinformationen erhalten.“

„Wir sind sehr erfreut und stolz darauf, dass wir uns aktiv dafür eingesetzt haben“, sagte Noel Curran, Generaldirektor der EBU. „Alle Radiosender in Pkws, die für den Empfang von digitalem terrestrischem Radio geeignet sind, eröffnen den Rundfunkveranstaltern neue Möglichkeiten, immer innovativere Dienste zu entwickeln und für das Publikum, wenn es unterwegs ist, ein reichhaltigeres und qualitativ besseres Angebot zu genießen.“

Einheitlicher Standard

Autofahrer in der gesamten EU werden dank der EECC-Novelle von den Vorteilen des digital-terrestrischen Rundfunks profitieren: mit besserem Klang, mehr Vielfalt und verbesserten Verkehrsinformationsdiensten. DAB+ ermöglicht Autofahrern auch in Notfällen den Zugang zu zuverlässigem, frei empfangbarem digitalen Radio – auch dann, wenn Mobilfunknetze an ihre Kapazitätsgrenzen geraten.

„Dies ist ein positiver Schritt für die Autoindustrie, die die Entwicklung des Rundfunkradios vorantreiben wird, der mit Abstand am meisten genutzten Unterhaltungsfunktion im Auto. Wir schätzen den Kundennutzen des digitalen Radios wie klares Audio, mehr Sender und Albumcover“, sagte Martin Koch, Leiter Development Multimedia der Audi AG. „Audi bietet seit Jahren Digitalradio in allen Modellen an und wir arbeiten kontinuierlich daran, das Radioerlebnis weiterzuentwickeln. Bei den neuesten Audi-Modellen mit MMI-Touch haben wir Hybrid Radio eingeführt, das nahtlos zum Online-Radio-Stream wechselt, wenn Sie den Empfangsbereich Ihres Radiosenders verlassen. DAB + und Hybrid Radio sind für uns die perfekte Ergänzung für ein hervorragendes Hörerlebnis, egal wo Sie sind.“

DAB/DAB+ am weitesten verbreitete Form des digitalen terrestrischen Radios in Europa

In Europa ist DAB / DAB + die am weitesten verbreitete Form des digitalen terrestrischen Radios. Die Abdeckung von DAB + wächst schnell auf dem gesamten Kontinent mit Diensten in den meisten europäischen Märkten. Es wird weiterhin besonderes Augenmerk auf die Erweiterung und Verbesserung der Abdeckung der wichtigsten Automobilrouten gelegt.

Ähnliche Entwicklungen im Bereich Digitalradio finden in anderen Märkten außerhalb der EU statt - insbesondere in Norwegen, wo die nationalen FM-Dienste 2017 abgeschaltet wurden, und in der Schweiz, die eine digitale Umstellung zwischen 2020 und 2024 plant. In diesen Märkten sind jeweils 98% und 85% der neuen Autos sind jetzt standardmäßig mit DAB + ausgestattet.

In Großbritannien verfügen 91% der Neufahrzeuge bereits DAB+ als Standard, was bedeutet, dass dieser Markt bereits die EECC-Anforderungen erreicht. Italien hat Rechtsvorschriften erlassen, um sicherzustellen, dass alle Neufahrzeuge bis 2020 über einen digitalen Funkempfänger verfügen, und werden daher die EECC vor dem vorgeschriebenen gesetzlichen Zeitpunkt einhalten. Frankreich hat auch gerade ein Empfängergesetz in Kraft gesetzt, wonach alle neuen Autoradios, die in 18 Monaten veröffentlicht wurden, DAB + -Funkfunktionen enthalten.

Neben der Fokussierung auf das Auto bietet die EECC den EU-Mitgliedstaaten auch die Möglichkeit, Maßnahmen einzuführen, die die Nutzung von Funkgeräten für digitale Übertragungen erfordern. Italien ist das erste Land, das eine solche Regelung für Verbraucherradios eingeführt hat, zusammen mit dem französischen Gesetz, das im Dezember vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. In diesem Fall müssen alle neuen Verbraucherradios, die in 12 Monaten verkauft werden, DAB+ an Bord haben. Andere Märkte, darunter Deutschland, Großbritannien und die Niederlande, prüfen derzeit ähnliche Gesetze.

www.worlddab.org


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