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DAUN, 21.09.2017 - 09:25 Uhr
Entertainment

Gegen Leaks ist kein Kraut gewachsen

Wenn ein Leak in Umlauf ist, heißt die Devise: Achtung, Spoileralarm! Was Kulturkonsumenten auf den Tod nicht leiden können, schätzen Spieleentwickler mindestens ebenso wenig. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die Enthüllung von Informationen vor einem Release ob des großen Medienhypes für die Unternehmen nicht notwendigerweise ein Nachteil sein muss. Namentlich wenn das vorzeitige Feedback hilft, Produktfehler auszumerzen, blicken Spieleentwickler gern über undichte Quellen in den eigenen Reihen oder unliebsame Hacker hinweg. Das ändert freilich nichts am unerfreulichen Umstand, dass Angreifer die Oberhand behalten, wie die unzähligen Leaks der Vergangenheit beweisen. StarCraft II, The Last Guardian, Doom 3, The Witcher 3: Wild Hunt, Mass Effect 3, Guild Wars 2, Crysis 2, World of Warcraft und Call of Duty sind nur ein paar Beispiele. 2017 gehören unter anderem Game of Thrones, Destiny 2 und Half-Life 2 zu den Opfern.

Game of Thrones: Erpresser blitzen bei HBO ab

© pixabay Die Fantasyserie „Game of Thrones“ bricht sämtliche Zuschauerrekorde. Allein die 6. Staffel verfolgten in den USA 20 Millionen Menschen. Geschuldet ist der Erfolg der Serie vor allen Dingen dem geschickten Marketing. Reiseunternehmen profitieren vom Willen der Fans, die 80 Drehorte in Europa und Nordafrika zu besuchen, Buchhändler schätzen die rege Nachfrage nach der Lektüre, die Spielzeugindustrie setzt hingegen auf skurrile Gimmicks und Fanartikel. So sind für die limitierte Edition der Night King-Figur rund 120 US-Dollar zu berappen, finden die Siegelringe mit Symbolen reißenden Absatz und lädt die Decke Jon Snow im XXL-Format der Firma Elbenwald zum Kuscheln ein. Microgaming ist hingegen für die Umsetzung der Serie in Slots verantwortlich. Wer mit den Game of Thrones-Spielautomaten im Mr Green Casino kokettiert, vermag auf 243 Wegen zu gewinnen und 15 Gewinnlinien zu aktivieren. Risikofreudigere Spieler entscheiden sich für die Variante „Game of Thrones 243 Ways“, alle anderen nehmen mit der Alternative „Game of Thrones 15 Lines“ vorlieb. Vergnügen vom Feinsten versprechen jedoch beide Slots.

Jenen Hackern, die sich „Mr Smith Group“ nennen, dürfte indes das Lachen vergangen sein. Auf ihre Forderungen in Höhe von gut 6,5 Millionen US-Dollar in Bitcoins ging HBO nicht ein. Auch mit der letzten Drohung, das Finale der 7. Staffel am 27. August 2017 durch Leaks zu torpedieren, stießen die Computerfreaks auf taube Ohren.

Die Reaktion von HBO überrascht wenig. Immerhin hat dem Unternehmen der Leak der 4. Episode nicht geschadet. An ihr haben sich 10,2 Millionen Menschen erfreut, übertroffen wurde diese Zuschauerzahl lediglich noch von Episode 5 mit 10,72 Millionen Menschen. Ohnehin konnten die Spuren bis Star India zurückverfolgt und die 4 Täter eines Anbieters von Datenmanagement verhaftet werden.

Destiny 2: Ein Smartphone wird Bungie zum Verhängnis

Mit dem Actionspiel „Destiny 2“ begibt sich der Spieler auf eine epische Reise durch das Sonnensystem. Er betritt eine Welt fesselnder Gestalten und setzt alles darein, seine Heimat zurückzuerobern. Ab 6. September 2017 bringt nicht nur eine Xbox One oder PS4, sondern auch der PC den Titel ordentlich zum Laufen.

Noch vor wenigen Tagen stand alles zum Besten, ehe der Game-Guide der Ladenkette GameStop geleakt wurde und seither das US-Forum Reddit Details zu Story, Subklassen und exotischen Items verrät. Schon jetzt laufen die Diskussionen der Community heiß. Alles, was es dazu brauchte, war ein Smartphone. Der Täter lichtete den Game-Guide schlicht und einfach ab und hat die Bilder auf dem kostenlosen Filehosting-Dienst Imgur hochgeladen. Für Bungie ist dies selbstredend ein Schlag ins Kontor, waren dem Entwickler Leaks doch bislang fremd.

Half-Life 2: Valve zwischen schwerwiegenden und lässlichen Leaks

© flickrAngesichts eines Schadens von rund 250 Millionen US-Dollar steht nicht zu erwarten, dass Entwickler Valve je mit Hacker Axel Gembe die Friedenspfeife raucht. 2003 klinkte sich der Deutsche in den Firmenserver ein, stahl den Quellcode von Half-Life 2 und veröffentlichte diesen ungeniert im Netz. Auch wenn der Mann 8 Jahre später als 28-Jähriger Reue über die Tat empfand, ändert es herzlich wenig am Umstand, dass der Schaden nicht rückgängig zu machen ist und die Fans auf die Veröffentlichung des Ego-Shooters bis 16. November 2004 warten mussten.

Dagegen ist der Leak der jüngsten Geschichte nicht einmal der Erwähnung wert. Während die Fans buchstäblich seit Jahren auf eine Fortsetzung der Geschichte durch Half-Life 2: Episode 3 oder Half-Life 3 warten, legen die Screenshots und Infos des diesjährigen Leaks vom 24. März den Schluss nahe, dass die Spieler in einer offenbar eingestellten Zusatzepisode in ein verschneites Ravenholm zurückkehren sollten. Dataminer stießen bei ihrer akribischen Analyse auf kleine Rätsel, gescriptete Sequenzen und Hinweise auf Kämpfe. Recht viel mehr gab der Leak nicht her. Entwickler Valve kann aufatmen.


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