DAUN, 24.04.2017 - 12:37 Uhr
Entertainment - Veranstaltungen

gfu: Das sind die Consumer-Electronics-Trends der IFA 2017

Die gfu hat die Consumer-Electronics-Trends der IFA 2017 bekanntgegeben. Als weltweit bedeutendste Messe für Consumer Electronics zeigt die IFA vom 1. bis zum 6. September 2017 in Berlin, wovon sich Millionen Kunden für ihre Einkäufe zur Weihnachtssaison inspirieren lassen. Ultraflache TV-Bildschirme, die nahtlos mit der Wand verschmelzen, HiFi-Komponenten für Musik in extrem feiner Auflösung, Kameras für 360 Grad-Videos, Sprachsteuerungen für Medien und komplett vernetzte Häuser, Mini-Welten aus der Druckerdüse und vieles mehr.

Schöne Bilder aus allen Winkeln - Wie ein Blick durchs Fenster

Für die Bildqualität von Fernsehgeräten gilt: Es gibt immer noch Luft nach oben. So zeigen die neuen Modelle des Jahrgangs 2017 deutlich sichtbare Fortschritte in allen Schlüsseldisziplinen. Dazu zählen Kriterien wie Helligkeit, Kontrast, Farbumfang und die Größe des Betrachtungswinkels. Das heißt, der Bildeindruck wirkt enorm realistisch, gerade auch in Tageslicht-Umgebung. Dabei steigt der Energieverbrauch der jüngsten TV-Modelle nicht annähernd im selben Maß wie die Spitzenhelligkeit. Noch klarer gestaltete Bedienoberflächen, höhere Leistungen der eingebauten Prozessoren, ein erweitertes Angebot an Online-Inhalten und immer öfter auch die Unterstützung von smarten Funktionen, beispielsweise für die Hausautomatisierung, runden das positive Bild ab.

Auch die Wohnästhetik steht im Pflichtenheft der TV-Entwickler. So kommen in diesem Jahr Fernsehgeräte auf den Markt, die so flach gerieten wie eine Schaufensterscheibe. Sie lassen sich zum Beispiel mit Magnetbefestigungen fugenlos an der Wand installieren, wo sie nur um wenige Millimeter aus der umgebenden Fläche herausragen. Der Bildeindruck ähnelt damit einem Blick aus dem Fenster. Die nötige Elektronik zur Ansteuerung der Geräte und sämtliche Anschlüsse stecken dann in separaten Gehäusen. Von dort führen extrem flache Kabel, die man sogar unter einer Tapete verstecken kann, zu den Bildschirmen – oder fast unsichtbare, sehr dünne optische Signalverbindungen.

Klare Bedienoberflächen - Clevere Smart Home-Funktionen

Weitere Verbesserungen zeigen auch die Bedienoberflächen der jüngsten TV-Modelle. Klare Strukturen und plakative Icons bestimmen das Bild. Besonders komfortable Lösungen zeigen alle Programmquellen auf einen Blick, ganz gleich, ob das audiovisuelle Angebot über Fernsehkanäle, Online-Dienste oder angeschlossene Player kommt. Populäre Videoportale sind immer öfter über vorinstallierte Apps zugänglich – ganz ohne zusätzliche Hardware. Und damit all dies reibungslos und ohne Verzug funktioniert, haben die besten unter den neuen Fernsehern starke Mehrkern-Prozessoren an Bord, die mit ähnlichen Rechenleistungen wie moderne Tablets und Smartphones aufwarten.

Auch smarte Funktionen der Hausautomatisierung halten immer öfter Einzug in die Fernsehgeräte. Damit wird der Bildschirm im Wohnzimmer zur Steuerzentrale des vernetzten Haushalts – neben mobilen Geräten.

Soundbars und –bases - Die Spezialisten für den Ton zum Bild

Zum brillanten, kontrastreichen Bild gehört satter, raumfüllender Ton. Je flacher die Fernseher werden, desto schwieriger ist es allerdings für die eingebauten Lautsprecher, kräftige Klänge zu produzieren – so will es leider die Physik. Abhilfe gibt es in vielen Varianten. Soundbars zum Beispiel, schmale Lautsprecherleisten, die man unter den Bildschirm platziert, sind ein geeignetes Mittel. Als Alternativen kommen immer öfter auch kompakte Modelle ins Spiel, die zwischen seitliche Bildschirm-Füße passen. Eine andere Lösungsvariante sind Soundbases – sehr flache Lautsprecher also, die man einfach unter den Fernseher schiebt. Ihr Vorteil: Sie nehmen kaum zusätzlichen Platz in Anspruch und brauchen keine feste Installation. Beide Gerätearten unterstützen immer öfter auch Surround-Tonformate – mit einer horizontalen Reihe von kleinen Frontlautsprechern und weiteren Exemplaren, die den Schall zur Seite abstrahlen. Durch gezielt erzeugte Raumreflexionen entsteht so der akustische Eindruck von Raumtiefe, den die Surround-Tonspuren vermitteln sollen. Virtuelle Surround-Wiedergabe funktioniert sogar mit 3D-Tonformaten wie Dolby Atmos: Die für die Höhendimension zuständigen Tonkanäle werden einfach über Lautsprecher wiedergegeben, die gegen die Zimmerdecke strahlen und den Ton somit zurückwerfen. Der klingt dann so, als käme er von oben. Viele Soundbars und Soundbases lassen sich aber auch mit zusätzlichen Surround-Lautsprechern und bei Bedarf mit Subwoofern zu echten Mehrkanalsystem kombinieren. Auch viele über W-LAN-Funk angesteuerte Multiroom-Systeme bieten diese Möglichkeit.

Musik ohne Kabel - Lautsprecher und Kopfhörer für die Funkübertragung

Lautsprecher, die Musik über W-LAN oder Bluetooth empfangen, zählen zu den IFA-Trendprodukten für den guten Ton. Es gibt sie in unzähligen Varianten: Manche setzen nur auf eine der beiden Funktechniken, andere unterstützen beide. Übertragungsprotokolle wie Apple Airplay und immer öfter auch Google Cast sind beliebte Ausstattungsmerkmale. Als Musikquellen für die drahtlose Übertragung kommen NAS-Festplatten, Computer, Tablet-PCs, mobile Musikplayer und Smartphones in Frage. Das Internet steuert weitere Programmquellen bei: ein ganzes Universum an Radiostationen aus aller Welt und natürlich Streaming-Dienste für jeden Musikgeschmack.

Auch Kopfhörer lassen sich die Musik immer öfter drahtlos zuspielen. Dass einige Smartphones der jüngsten Generation keinen analogen Kopfhörer-Anschluss mehr haben, stützt den Trend: Bluetooth-Funk ist hier das Übertragungssystem der Wahl. Immer mehr Hersteller kombinieren die digitale Übertragungstechnik mit Noise-Cancelling-Funktionen zur Unterdrückung der Umfeld-Geräusche: Winzige eingebaute Mikrofone fangen den Umgebungslärm ein, generieren daraus ein spiegelbildliches Signal und mischen es der Musik hinzu. So lassen sich Störgeräusche beinahe restlos auslöschen. Manche Hörer bieten auch Geräuschunterdrückung nach Maß: Im Flugzeug lassen sie sich auf die maximale Wirkung einstellen, um den Lärm der Triebwerke auszublenden. Im Stadtverkehr aber ist die starke Dämpfung aller Umgebungsgeräusche gefährlich: Wer herannahende Fahrzeuge nicht hört, kann nicht immer rechtzeitig reagieren. Also lässt sich die Geräuschunterdrückung in mehreren Stufen abschwächen.

HiRes Audio - HiFi-Qualität jenseits der CD

Die CD hat vor rund 35 Jahren Maßstäbe für die Qualität digitaler Musik gesetzt. In der Studiowelt sind längst weit höhere Qualitätsparameter üblich. Und immer mehr Musikportale bieten Tonkonserven auf diesem Niveau an – zum Beispiel mit der Abtastfrequenz 96 Kilohertz und 24 Bit Auflösung. Das deutlich feinere Audio-Raster der sogenannten HiRes-Tonkonserven ist hörbar – gute Wiedergabesysteme und perfekte Aufnahmen vorausgesetzt: Luftigere Klänge und schärfere Raumdefinition gehören zu den typischen Phänomenen. Download-Portale bieten HiRes-Dateien in verschiedenen Kodierungen an, besonders häufig im verlustfreien Kompressionsformat Flac. Aber auch Dateien im Format DSD, der Audio-Kodierung der Super Audio CD, stehen hoch im Kurs. Die IFA 2017 zeigt viele neue HiFi-Geräte, die solche anspruchsvollen Musikkonserven ohne Qualitätsverlust abspielen können, von leistungsfähigen Mobilplayern über spezielle Kopfhörer bis hin zu Streaming-Clients in hochkarätigen HiFi-Anlagen.

Ultra HD und HDR - Eindrucksvolle Videos von der Scheibe, aus Online-Diensten und Kameras

Ultra HD, die vierfache Pixelauflösung von Full-HD-Bildschirmen, hat sich im Markt der TV-Geräte etabliert. Mittlerweile setzen weitere Qualitätseigenschaften neue Maßstäbe. Dazu zählt vor allem HDR. Das Kürzel für High Dynamic Range steht für einen extremen Kontrastumfang von den dunkelsten Bildpartien bis hin zu gleißend hellen Details. Was braucht man zum Genuss der spektakulären Bilder? Zunächst einen Fernseher, der das Gütesiegel „Premium Ultra HD“ trägt. Denn diese Geräte strahlen hell genug, um den erweiterten Kontrastumfang in Szene setzen zu können. Große Helligkeit allein macht aber noch kein HDR-Bild. Es kommt darauf an, die Informationen der Bildquellen so an den Bildschirm anzupassen, dass dunkle Partien zwar finster wirken, aber dennoch differenziert genug auf der Bildfläche erscheinen, um nicht in einer schwarzen Fläche unterzugehen. Und Helles soll nicht überstrahlen, weiße Wölkchen am Himmel sollen ihre subtile Struktur behalten. Dazu brauchen die Bildschirme Anweisungen. Blu ray-Filme mit HDR-Kontrast liefern sie in Form von Zusatzdaten nach dem Standard HDR10. Die Zahl in diesem Kürzel steht für eine Signalverarbeitung mit 10 Bits. Das bedeutet: Die drei Grundfarben eines jeden Bildpunkts lassen sich mit 1024 Helligkeitsabstufungen darstellen; bisher sind 8 Bits, also 256 Abstufungen, das übliche Maß. Die IFA zeigt viele neue Blu ray-Player, die solche Signale verarbeiten und samt Metadaten an den Fernseher weiterleiten können.

Als Alternative bietet sich das HDR-System Dolby Vision an. Es kann, anders als HDR10, den Kontrastumfang nicht nur für den ganzen Film, sondern sogar Szene für Szene festlegen. Zudem gibt Dolby Vision lückenlose technische Regeln vom Produktionsstudio bis zum Bildschirm im Wohnzimmer vor. Zur IFA 2017 wird es viele neue TV-Modelle geben, die neben HDR10 auch Dolby Vision unterstützen. Neue Blu ray-Player, die bewegte Bilder in Dolby Vision verarbeiten können, sind ebenfalls zu erwarten.

Und noch ein dritter HDR-Standard macht von sich reden: Hybrid-Log-Gamma (HLG) stammt aus einer Kooperation der BBC und des japanischen Fernsehens NHK. Satellitenbetreiber liebäugeln bereits damit, weil die HDR-Zusatzinformationen hier im Videosignal stecken, was den Transport vom Studio über die Sendestrecke bis zum Bildschirm vereinfacht. Hat auch dieses System Chancen, sich durchzusetzen? Einige IFA-Highlights unter den neuen Fernsehern sind darauf schon heute vorbereitet: Sie nehmen die HDR-Signale, wie sie kommen, ganz gleich, nach welchem Standard sie aufbereitet wurden.

Schon jetzt bieten Onlinedienste Filme in Ultra HD und mit HDR-Kontrast an. Aber auch Hobby-Filmer können die neue Technik für faszinierende Bilder nutzen. Die IFA zeigt erste Systemkameras, die nicht nur im superscharfen Ultra-HD-Raster filmen, sondern jedes Bildpünktchen auch mit 10 Bits kodieren – mit so feinen Helligkeitsabstufungen also, dass sie HDR-Aufnahmen in voller Qualität auf den Bildschirm bringen. Bisher war die 10-Bit-Aufnahmetechnik ausschließlich professionellen Videokameras vorbehalten.

Virtual Reality - Wie die Medienwelt vom Technik-Hype profitiert

Fernsehen und virtuelle Realität – passt das zusammen? Natürlich, sagen experimentierfreudige Medienmacher und produzieren schon eifrig für ein Publikum mit VR-Brillen auf der Nase. So verlagern sie bereits Fußball-Übertragungen in virtuelle Umgebungen, drehen Dokumentarfilme, durch die der Betrachter im 360-Grad-Winkel rundum manövrieren kann, nehmen Konzerte mit 360-Grad-Kameras auf und ergänzen Nachrichtensendungen mit Live-Streams in Rundum-Technik. Dies alles können die IFA-Besucher in diesem Jahr anschauen – nicht nur an den Ständen der großen Medienhäuser, sondern auch in der neuen Zukunfts-Sektion IFA Next (in der Messehalle 26).

Passende Hardware zum Thema gibt es längst in großer Auswahl: 360-Grad-Kameras für den mobilen oder den stationären Einsatz, Modelle, die mit professioneller Auflösung filmen, 360-Grad-Zusatzlinsen für Smartphones und natürlich VR-Brillen mit immer feineren Auflösungen und immer höherem Tragekomfort.

Musik oder Kaffee auf Kommando - Sprachsteuerung erobert das vernetzte Haus

Ob Alexa, Cortana oder Siri – Sprachsteuerung ist ein Trend, der die Grenzen klassischer IT-Welten längst überschreitet: Immer mehr Geräte, die im vernetzten Haushalt miteinander kommunizieren, gehorchen gesprochenen Kommandos. Kaffeemaschinen brühen auf Zuruf ein Getränk der Wahl, die Heizung stellt sich auf Wunschtemperaturen ein, Jalousien fahren herunter oder die Musikanlage spielt die jüngste Play-Liste. Dank künstlicher Intelligenz geht es aber noch komfortabler: Bots und digitale Agenten im Haus lernen die Wünsche und Gewohnheiten ihres Herrn und übernehmen zum Beispiel das Klima-Management im Smart Home.

Solche Szenarien werfen aber auch Sicherheitsprobleme auf. Beides – komfortable Helfer und wirksamer Schutz der Privatsphäre – sind wichtige Themen auf der IFA 2017. IFA Next in der Zukunfts-Halle 26 zeigt hierzu viele spannende Beiträge. Die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen digitalen Systemen ist auf der IFA sogar schon ein Dauerthema: Wie lassen sich digitale Brücken zwischen Insellösungen bauen? Allianzen und Standardisierungsorganisationen haben darauf Antworten parat. Die IFA 2017 zeigt sie an vielen Beispielen.

Im Dienst der Gesundheit -Vernetzte Sensoren kontrollieren die Fitness

Smartwatches, Fitness-Armbänder und sensorenbestückte Smartphones, die aufpassen, dass ihr Träger sich hinreichend bewegt, haben auf der IFA ihren festen Platz. Jetzt kommen auch immer mehr smarte Textilien hinzu, die mit über den ganzen Körper verteilten Sensoren Bewegung und Vitalfunktionen überwachen. Die möglichen Anwendungen reichen von Spaß, Sport und Spiel bis hin zur medizinischen Rehabilitation. Das Thema Gesundheit wird auf der IFA 2017 ohnehin ganz groß geschrieben: Personenwaagen, die ihre Messergebnisse über Bluetooth zu Protokoll geben, finden die Messebesucher ebenso wie über Funk vernetzte Fieberthermometer und Zahnbürsten.

Die Welt aus der Druckerdüse - 3D-Print und räumliche Scanner

So mancher IFA-Besucher verlässt die Messe mit einem hübschen Souvenir: einer Mini-Ausgabe seiner selbst aus buntem Kunststoff als dreidimensionales Konterfei für den Schreibtisch. Solche Erinnerungsstücke kommen aus 3D-Druckern, die schon seit einigen Jahren einen Stammplatz auf der Messe unter dem Berliner Funkturm erobert haben. Apropos: Das filigrane historische Gebäude lässt sich natürlich ebenfalls als Mini-Version in 3D ausdrucken. Vorlagen für die Reproduktion kommen entweder aus speziellen Konstruktionsprogrammen oder aus Scannern, die dreidimensionale Vorlagen ablichten. Die größten unter ihnen können zum Beispiel die Konturen eines erwachsenen Menschen erfassen, und die leistungsfähigsten schaffen das in Bruchteilen einer Sekunde. Zur Reproduktion verwenden die meisten 3D-Drucker Kunststoff, die IFA zeigt aber auch Geräte, die Metall verarbeiten können, und einige sind sogar auf Lebensmittel spezialisiert: Zucker, Schokolade und andere Leckereien zählen zu ihren Rohstoffen.

www.ifa-berlin.de


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