DAUN, 11.09.2017 - 11:49 Uhr
Entertainment - Auto

gfu Studie 2017: Ergebnisse zu Technologien im Auto und Elektromobilität

Verhaltene Einstellung zu autonomem Fahren, aber Zustimmung für Assistenzsysteme

Wie ist die Einstellung zum autonomen Fahren und zu Assistenzsystemen? Ist das Ziel der Bundesregierung für den Absatz von Elektrofahrzeugen erreichbar? Wie kann sich Elektromobilität schneller durchsetzen? Dies waren Fragen zu Technologien im Auto und Elektromobilität im Rahmen einer repräsentativen Studie mit der Befragung von 2.000 Haushalten in Deutschland, die im Mai dieses Jahres von Value_A Marketing Intelligence im Auftrag der gfu Consumer & Home Electronics GmbH durchgeführt wurde.

Dazu Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu: „Unsere Studie zeigt die Vorbehalte und die Akzeptanz hinsichtlich autonomen Fahrens und der verschiedenen Assistenzsysteme sowie der Elektromobilität. Interessant sind zudem die teilweise sehr großen Unterschiede in der Beurteilung dieser Technologien zwischen den Altersklassen der Studienteilnehmer. Offensichtlich wollen die Befragten die Kontrolle über ihr Auto nicht komplett aus der Hand geben. Für einen größeren Erfolg der Elektromobilität fehlt aktuell noch die Akzeptanz.“

Verhaltene Einstellung zu autonomem Fahren, aber meist Zustimmung für Assistenzsysteme

Einsteigen, Ziel eingeben und alles weitere erledigt das Fahrzeug autonom? Diese Vorstellung lehnen 42 Prozent der in der gfu Studie Befragten ab. 43 Prozent sind in der Beurteilung noch unentschieden und nur 15 Prozent finden es wünschenswert. Beim Ergebnis gibt es große Unterschiede in den Altersgruppen. So ist die Altersgruppe 16 bis 39 deutlich aufgeschlossener. 34 Prozent lehnen autonomes Fahren ab, 46 Prozent sind unentschlossen und 20 Prozent finden es wünschenswert. In der Altersgruppe 60+ lehnen mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer das autonome Fahren ab. 38 Prozent sind unentschlossen und nur 10 Prozent befürworten diese Art der Fortbewegung. Die 40 bis 59 Jährigen liegen nahe am Durchschnitt.

Ein entgegengesetztes Ergebnis zeigt sich bei der Beurteilung von Fahrer-Assistenz-systemen. Automatisches Einparken nutzen bereits 40 Prozent oder sie finden diese Unterstützung wünschenswert. 44 Prozent haben sich noch nicht entschieden und 16 Prozent lehnen die Funktion ab oder würden sie nicht nutzen. Ähnliche Zahlen beim automatischen Bremsen in Gefahrensituationen: 45 Prozent nutzen es bereits oder finden es wünschenswert, 42 Prozent unentschieden und 13 Prozent Ablehnung. Auch die automatische Abstandhaltung wird positiv gesehen. So nutzen bereits 46 Prozent diese Sicherheitsfunktion oder finden sie wünschenswert. 41 Prozent sind noch unentschlossen und nur 13 Prozent lehnen sie ab. Der Müdigkeitssensor wird von 43 Prozent schon genutzt oder sie finden ihn wünschenswert, ebenfalls 43 Prozent haben sich noch nicht entschieden und 14 Prozent würden den Sensor nicht nutzen. Fast identische Zahlen ergaben sich für den Spurhalte-Assistenten: 43 Prozent Zustimmung, 42 Prozent unentschieden und 15 Prozent Ablehnung.

Sprach- und Gestensteuerung im Auto noch nicht populär

Den Möglichkeiten der Sprach- und Gestensteuerung im Auto stehen die Teilnehmer der gfu Studie eher kritisch gegenüber. Auch hier gibt es große Unterschiede in den Altersgruppen der Befragten. Spracherkennung zur Steuerung der Fahrzeugfunktionen lehnen im Durchschnitt 33 Prozent ab, 45 Prozent sind unentschieden und lediglich 22 Prozent nutzen diese Möglichkeit oder finden sie wünschenswert. Mit 39 Prozent ist die Ablehnung am größten bei den über 60 Jährigen, im Vergleich zu 29 Prozent bei den 16 bis 39 Jährigen. Noch weiter auseinander gehen die prozentualen Ergebnisse bei der Funktion Vorlesen und Diktieren von E-Mails und Textnachrichten im Fahrzeug. 26 Prozent der Altersgruppe 16 bis 39 lehnen dies ab. Bei der Altersgruppe 60+ sind es 52 Prozent. Der Durchschnitt liegt 38 Prozent, ebenfalls der Wert bei den 40 bis 59 Jährigen. Im Schnitt 41 Prozent sind unentschlossen und 21 Prozent nutzen diese Funktion oder finden sie wünschenswert. Eine Steuerung der Fahrzeugfunktionen durch Gesten lehnen 51 Prozent der in der gfu Studie Befragten ab. 39 Prozent haben sich nicht entschieden und nur zehn Prozent nutzen die Gestensteuerung oder sehen sie als wünschenswert an. Die Schere zwischen den Altersgruppen ist auch bei dieser Frage relativ groß: Ablehnung von 61 Prozent der über 60 Jährigen und 44 Prozent bei den 16 bis 39 Jährigen.

Mehrheit hat Zweifel an der Zielsetzung für Elektroautos, mehr Reichweite und mehr Tankstellen gewünscht

Die Thematik der Elektromobilität war ebenfalls ein Teil der repräsentativen gfu Studie 2017. Am Ziel der Bundesregierung, dass 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen fahren, haben die Befragten große Zweifel: 76 Prozent halten dieses Ziel nicht für realistisch. Etwas optimistischer sind die 16 bis 39 Jährigen. Nur 65 Prozent dieser Altersgruppe bezweifeln, dass die Zielsetzung der Bundesregierung erreichbar ist. Die über 60 Jährigen hingegen sind mit 84 Prozent pessimistischer als der Durchschnitt. Nach der konkreten Anzahl der im Jahr 2020 zugelassenen E-Autos gefragt, schätzen 32 Prozent weniger als 200.000, 34 Prozent zwischen 200.000 und 400.000, 22 Prozent zwischen 400.000 bis 600.000, acht Prozent zwischen 600.000 bis 800.000 und nur vier Prozent 800.000 bis eine Million.

Auf die Frage, was sich ändern müsste, damit sich Elektromobilität schneller durchsetzen kann, sehen 90 Prozent der Befragten eine größere Reichweite von Elektroautos als wichtig oder sehr wichtig an. Für 91 Prozent sind mehr Ladestationen wichtig oder sehr wichtig. 87 Prozent der Studienteilnehmer sind der Meinung, dass sich die Voraussetzungen für Ladestationen im privaten Bereich ändern müssten.


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