DAUN, 19.04.2017 - 11:27 Uhr
Entertainment - People

„Graf Yoster“ gibt sich im Fernsehen noch einmal die Ehre

(dpa) - Ein halbes Jahrhundert nach seinem ersten Kriminalfall gibt sich der adelige Detektiv im Fernsehen noch einmal die Ehre. Lukas Ammann kehrt auf den Bildschirm in der Rolle zurück, die zu seinem Markenzeichen wurde. Die Serie „Graf Yoster gibt sich die Ehre“ mit Ammann in der Titelrolle wurde vor 50 Jahren erstmals ausgestrahlt. Sie erreichte Kultstatus. Der Bayerische Rundfunk (BR) holt sie nun aus dem Archiv. Von diesem Samstag (22.4.) an werden im BR Fernsehen die ersten 36 Folgen der bekannten ARD-Serie gezeigt. Die Bayern würdigen damit den gebürtigen Schweizer, der heute 104 Jahre alt ist und in München lebt.

Schon die Einstiegsszene ruft Erinnerungen hervor: Chauffeur Johann fährt im schwarzen Rolls-Royce vor das Schloss und holt Graf Yoster ab. Dieser löst elegant gekleidet, vornehm und mit ausgezeichneten Manieren, knifflige Kriminalfälle im In- und Ausland. Gezeigt werden die Episoden im BR Fernsehen nach Angaben des Senders voraussichtlich bis Ende August jeden Samstagabend von 23.30 Uhr an.

„Graf Yoster gibt sich die Ehre“ lief von 1967 bis 1976. Gedreht wurden 76 Folgen - die ersten 24 Episoden noch schwarz-weiß, dann in Farbe. „Die Serie war ein Straßenfeger“, erinnerte sich Ammann später. Sie begeisterte das Publikum. Und war eine der ersten Krimiserien im deutschen Fernsehen.

Sie verschaffte dem am 29. September 1912 in Basel geborenen Schauspieler große Popularität. Ammann spielte von der ersten bis zur letzten Episode den Serien-Adeligen. Er bildete mit Wolfgang Völz (heute 86) ein einzigartiges Duo, verkörperte einen aristokratischen Amateurdetektiv und Krimiautor. Völz war der Chauffeur und Diener mit krimineller Vergangenheit.

„Die Serie hat heute eine große Fangemeinde“, sagt eine Sprecherin des BR in München: „Im Netz wird rege diskutiert, wann sie wieder im Fernsehen zu sehen sein wird.“ Nun sei es soweit. 50 Jahre nach Erstausstrahlung sei der richtige Zeitpunkt dafür.

Zu sehen sind neben Ammann und Völz viele prominente Nebendarsteller, die später durch andere Rollen bekannt wurden und längst gestorben sind: Zum Beispiel Klausjürgen Wussow, Helmut Fischer und Klaus Schwarzkopf. Doch die Serie, die überwiegend in Bayern gedreht wurde, ist nicht nur etwas für Nostalgiker. So gibt es eine Ausstattung, die damals in den 60er und 70er Jahren wie Science-Fiction wirkte - etwa das Autotelefon des Grafen oder die im Rolls-Royce verbaute Minibar.

Die Serie war Wegbereiter vieler moderner Krimiformate. Und prägte den Hauptdarsteller. „Graf Yoster begleitet mich bis heute“, sagte Ammann 2012, als er 100 Jahre alt wurde: “Ich werde häufig als Graf angesprochen.“ Doch die Serie hatte für ihn auch Nachteile: “Wolfgang Völz hat schnell auch andere Rollen bekommen. Ich war auf den Graf festgelegt und wurde für andere Filme daher kaum noch besetzt.“

Ein TV-Comeback hatte der Schweizer, der seit mehreren Jahrzehnten in München lebt, schließlich im Schwarzwald. Von 1994 bis 2000 spielte er in „Die Fallers“ mit, einer bis heute laufenden Fernsehserie des Südwestrundfunks (SWR). Ammann war der erste Schauspieler der Serie und von Beginn an dabei. In 249 Episoden spielte er den Schwarzwälder Landwirt Wilhelm Faller und damit das Familienoberhaupt. 

„Der Einstieg von Lukas Ammann in unserer regionalen Serie war damals eine kleine Sensation“, erinnert sich eine SWR-Sprecherin: „Die Menschen haben sich auf ein Wiedersehen mit dem populären Schauspieler gefreut.“ Ammann wurde zum festen Ensemblemitglied der „Fallers“. Eine ähnlich hohe Bekanntheit wie „Graf Yoster“ erreichte er mit dieser Rolle jedoch nicht.


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://www.infosat.de/entertainment/graf-yoster-gibt-sich-im-fernsehen-noch-einmal-die-ehre

Aktuelle Ausgabe 4/2017

Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.