Der österreichische Bundesminister Gernot Blümel hob in seinen Eröffnungsworten positive Erkenntnisse der Studie hervor. Der österreichische Bundesminister Gernot Blümel hob in seinen Eröffnungsworten positive Erkenntnisse der Studie hervor. - © Foto: RTR/David Bohmann -
DAUN, 06.12.2018 - 14:01 Uhr
Entertainment - Veranstaltungen

KommAustria und RTR präsentieren Jugendstudie zu Medien- und Nachrichtennutzung

Unter dem Titel „Was glauben wir? Im Netz aus Kommunikation, Kommerz und Künstlicher Intelligenz“ veranstalteten der Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien) und die Medienbehörde KommAustria am 5. Dezember im Wiener MuseumsQuartier eine Tagungskonferenz mit hochrangigen Podiums-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern aus der Medienbranche und aus europäischen Medien-Regulierungseinrichtungen. Anlass der Veranstaltung war die Präsentation der RTR-Studie „Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im VoD-Zeitalter“, die das Mediennutzungsverhalten der jungen Zielgruppen beleuchtet.

Medienminister Gernot Blümel hob in seinen Eröffnungsworten positive Erkenntnisse der Studie hervor: „Unsere Jugend ist an aktuellen Ereignissen und Nachrichten viel interessierter und gegenüber Inhalten aus sozialen Medien deutlich kritischer, als vielfach angenommen wird. Klassische Informationsmedien haben für die jungen Menschen dabei noch immer einen hohen Referenzwert. Demokratiepolitisch betrachtet stimmt das sehr optimistisch“, so der Minister.

Sozialwissenschaftler Bernhard Heinzlmaier, Vorsitzender des Wiener Institutes für Jugendkulturforschung, das die Studie in Zusammenarbeit mit Wolfgang Tomaschitz vom FH Campus Wien erarbeitete, stellte die quantitativ, aber auch qualitativ in Fokusgruppen erhobenen Ergebnisse vor. Die Untersuchung legt unter anderem Gründe für die Abkehr Jugendlicher von linearen TV-Angeboten dar und hinterfragt die Medienkompetenz der jungen Zielgruppen im Umgang mit klassischen und neuen Informationsangeboten oder mit nicht gekennzeichneten Werbebotschaften.

„Die Jugendlichen zeigen großteils ein recht gutes Gespür für die Glaubwürdigkeit von Informationen und Quellen und bringen dabei den arrivierten Medien weiterhin großes Vertrauen entgegen“, so Heinzlmaier. „Um die junge Zielgruppe weiterhin zu halten, müssen ORF und Co. aber Angebote mit einem Storytelling entwickeln, das auf die Bedürfnisse, aber auch auf die dramatisch sinkende Aufmerksamkeitsbereitschaft vieler Jugendlicher eingeht, die heute überwiegend Drei-Minuten-Clips konsumieren.“

Darüber und über die Auswirkungen von Algorithmen, Fake News und deren Beherrschbarkeit durch die Medienregulierung unter dem Einfluss der novellierten Audiovisuellen Mediendienste-Richtlinie der EU diskutierten in zwei Panels die Nachrichten-Anchor Armin Wolf (ORF) und Corinna Milborn (Puls4), sowie die Medien-Regulatorinnen Celene Craig aus Irland (Medienbehörde BAI), Cornelia Holsten aus Deutschland (Vors. Direktorenkonferenz Landesmedienanstalten) und Susanne Lackner (KommAustria). Ergänzt wird das regulatorische Panel durch Ingrid Brodnig, Autorin und Digital Champion Österreichs bei der EU.

Stellvertretend für die jugendaffinen Online-Medien kamen Facebooks Public Policy Managerin Marie-Teresa Weber, sowie Sandra Thier, Geschäftsführerin des Multichannel-Networks diego5studios, und die Influencer Lisa (Cute Life Hacks DE) und Maximilian Ratzenböck (Styria Content Creation).

Universitäts-Professorin Dr. Sophie Lecheler stellte in einem Impulsreferat den „Einfluss von Algorithmen auf journalistische Arbeit und Mediennutzung" dar.

Die Podiumsdiskussionen moderierten TrendingTopics-Geschäftsführer und Autor Jakob Steinschaden und die Juristin Dr. Krisztina Rozgonyi. Sie ist Assistenz-Professorin am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Uni Wien und berät nationale Regierungen, Regulierungsbehörden und Unternehmen in Regulierungsfragen.


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