DAUN, 04.03.2021 - 15:03 Uhr
Entertainment - Unternehmen

Lockdown verhagelt ProSiebenSat.1 den Jahresauftakt

(dpa) - Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr leidet der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 im ersten Quartal erneut unter dem Corona-Lockdown. Der Umsatz liege um einen mittleren einstelligen Prozentsatz unter dem Auftaktquartal 2020, sagte Vorstandschef Rainer Beaujean am 4. März in Unterföhring. Nach Ostern erwarte er aber „eine schnelle Erholung des Werbemarkts“ und im Gesamtjahr wieder mehr Umsatz und Gewinn.

Helfen sollen dabei die Datingportale rund um Parship und die jüngst übernommene US-amerikanische Meet-Gruppe, die auch in der Krise weiter stark zulegen konnten. Die Parship-Meet-Gruppe solle nun „fit für den Börsengang“ im nächsten Jahr gemacht werden, um dem Miteigentümer General Atlantic die Möglichkeit zum Ausstieg zu geben. ProSiebensat.1 dagegen wolle auch dann seine rund 55 Prozent der Anteile behalten, denn „wir glauben an das Datinggeschäft als wichtigen Wachstumstreiber unserer Gruppe“, sagte Beaujean. Es lasse sich gut mit dem TV-Geschäft verzahnen und gehöre „zum Kern unserer Strategie“.

Verkaufen will ProSiebenSat.1 dagegen die florierende Online-Parfümerie Flaconi. Sie expandiert jetzt international außerhalb des Sendegebiets von ProSiebenSat.1, die TV-Werbung kann ihr Geschäft nicht mehr so ankurbeln. Ein Verkauf sei aber immer eine Frage von Angebot und Preis, sagte Beujean.

Der Konzern hatte seinen Umsatz 2020 dank einer Erholung im zweiten Halbjahr mit 4,05 Milliarden Euro fast stabil halten können. Der Gewinn für die Aktionäre fiel jedoch um 35 Prozent auf 267 Millionen Euro. Davon sollen im Juni 111 Millionen Euro als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Im laufenden Jahr erwartet der Vorstand einen Umsatzanstieg auf 4,15 bis 4,35 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (adjusted Ebitda), der im vergangenen Jahr von 872 auf 708 Millionen Euro einbrach, soll im laufenden Jahr 720 bis 780 Millionen Euro erreichen.

Fernsehen und Werbung seien auch in Zukunft „der Kern“ des Konzerns, betonte Beaujean. Seine Sender hätten 60 Millionen klassische TV-Zuschauer sowie 11 Millionen auf der Joyn-Plattform und den TV-Apps. Digitale Werbung wachse und gleiche die Verluste bei linearer Werbung aus. Niemand könne sich ein Dutzend zahlungspflichtige Streaming-Dienste leisten, deshalb hätten werbefinanzierte Kanäle Zukunft.

Die Unterhaltungssparte mit den Fernsehsendern erwirtschaftet 80 Prozent des Betriebsgewinns - mit 571 Millionen Euro im vergangenen Jahr allerdings ein Viertel weniger als im Vorjahr. Der Jahresumsatz der Sparte sank nur um 9 Prozent. Auch die Studios und die Online-Shops - darunter von Corona gebeutelte Portale wie billiger-mietwagen.de - machten weniger Gewinn. Nur die Parship-Gruppe konnte, mit Rückenwind durch die Übernahme der Meet-Gruppe in den USA, ihr Betriebsergebnis fast verdoppeln auf 80 Millionen Euro.

Der italienische Mediaset-Konzern hatte seine Anteile an ProSiebenSat.1 seit Jahresanfang aufgestockt, während der tschechische Großaktionär Daniel Kretinsky seine Anteile halbierte und der US-Investor KKR sein Paket fast komplett verkaufte. Aber das Auf und Ab der Anteile „ist für uns nicht relevant“, sagte Beaujean, solange keine konkreten strategischen Pläne in Verbindung damit auf dem Tisch lägen.


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