- © Foto: WDR/Klaus Görgen -
DAUN, 29.10.2015 - 15:52 Uhr
Entertainment - People

Marietta Slomka erhält Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2015

Am Abend des 28. Oktober 2015 wurde im Westdeutschen Rundfunk Köln der Hanns-Joachim Friedrichs Preis für Fernsehjournalismus an die ZDF-Journalistin und Moderatorin des „heute journals“ Marietta Slomka verliehen. Ein Sonderpreis ging an den britischen Journalisten Eliot Higgins und das Team des Recherche-Netzwerks Bellingcat. Der WDR überträgt die Preisverleihung am 28. Oktober 2015 um 23.45 Uhr im WDR Fernsehen.

Der Publizist Sascha Lobo hielt die Laudatio auf die Preisträger: „In Marietta Slomka und Eliot Higgins sehe ich herausragende Stellvertretende zweier Medienwelten, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite öffentlich-rechtliches Fernsehen, entstanden im 20. Jahrhundert und noch viel wichtiger: wegen des 20. Jahrhunderts. Auf der anderen Seite steht etwas, was man „Recherche-Netzwerk“ oder „crowdfinanzierten Bürgerjournalismus“ nennt, ein digitales Kind des 21. Jahrhunderts. Den einen wird ihr journalistisches Schaffen in Gesetzen und umfangreichen Staatsverträgen – aber natürlich absolut staatsfern! – aufgetragen. Die anderen beauftragen sich im Normalfall einfach selbst, mit allen Vor- und Nachteilen, die sich daraus ergeben. Zwischen diesen beiden aus meiner Sicht unersetzbaren Polen spannt sich der Journalismus der Zukunft auf, samt der vielen essentiellen Facetten dazwischen wie die klassischen privaten Medien oder journalistische Plattformen und neue publizistischen Technologien.“

Der ehemalige WDR-Intendant und Gründungsmitglied des Vereins Fritz Pleitgen hielt anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der renommierten Auszeichnung eine Rückschau auf den Preis und seinen Namensgeber: „Hanns Joachim Friedrichs brachte es cool auf den Punkt, was zum Leitmotiv für den Preis seines Namens wurde: der Respekt vor der Urteilsfähigkeit der Bürgerinnen und Bürger. Sie sollten bestmöglich ins Bild gesetzt werden, um sich souverän ihre eigene Meinung bilden zu können. Keine Bevormundung durch parteiliche Berichterstattung! Dies gilt besonders, wenn es um emotionsgeladene Konflikte und Ereignisse geht.“ 20 Jahre Hanns Joachim Friedrichs-Preis bedeute auch 20 Jahre Programm-Beobachtung. „Ist der Fernsehjournalismus im Laufe dieser zwei Jahrzehnte schlechter oder besser geworden? Anders ist er geworden, schneller, gehetzter. Getrieben durch die echtzeitnahe Geschwindigkeit des Internets. … Umso mehr kommt es auf die Redaktionen an. Sie müssen den Überblick behalten, ohne sich abhängen zu lassen; sie müssen den Kolleginnen und Kollegen draußen Zeit verschaffen für eigene Recherche und eigene Bildbeschaffung“, so Pleitgen weiter.


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