DAUN, 08.10.2018 - 12:13 Uhr
Entertainment - Unternehmen

Media Broadcast in Schwierigkeiten: 4-Tage-Woche geplant

Der Technik-Dienstleister Media Broadcast GmbH befindet sich nach Angaben der Gewerkschaft verdi in schwieriger wirtschaftlicher Lage. Um Kündigungen zu vermeiden, plane der Arbeitgeber die Einführung einer 4-Tage Woche.

Wegen der „prognostizierten langfristigen negativen Geschäftsentwicklung und des dadurch bedingten verringerten Arbeitsaufkommens“ plane Media Broadcast einen Personalabbau in Höhe von mindestens 25 Prozent, berichtet die Gewerkschaft nach Sondierungsgesprächen mit Vertretern der Geschäftsleitung. Laut Arbeitgeberseite bestehe „keine realistische Hoffnung, die dauerhaft sinkende Umsatz- und Erlösperspektive durch Neugeschäft in einer entsprechenden Größenordnung auch nur mittelfristig zu kompensieren.“

Die aus ihrer Sicht „ernste wirtschaftliche Lage des Unternehmens“ lasse einen sozialverträglichen Abbau mit klassischen Instrumenten wie zum Beispiel Abfindungen oder Altersteilzeit nicht zu.

„Durch die dauerhafte Einführung einer 4-Tage-Woche, bei einer Kürzung der Wochenarbeitszeit um 20 Prozent ohne Lohnausgleich für das gesamte Unternehmen, sieht die Arbeitgeberseite eine Möglichkeit, das Unternehmen für die Zukunft stabil auszurichten und auf einen massiven Personalabbau inklusive betriebsbedingter Kündigungen zu verzichten“, erklärte verdi. Zu den Gründen der aktuellen Lage schreibt die Gewerkschaft: „Unseres Erachtens begründet sich die derzeitige Situation der Media Broadcast zum einen auf die technischen Entwicklungen des Marktsegmentes und die fehlenden Kompensationsmöglichkeiten, zum anderen aber auch auf Fehlentscheidungen bei der strategischen Ausrichtung des Unternehmens des Managements und der Shareholder.“

Media Broadcast bestätigte das Vorhaben, mit einer 4-Tage-Woche auf die aktuelle Situation zu reagieren: „Die digitale Transformation des Unternehmens, die Trennung von alter Analog-Technik und Fokussierung auf digitale Zukunftstechnologien bringt veränderte Marktanforderungen und Anforderungen an die Art und Weise, wie wir arbeiten, mit sich.

Dem stellt sich Media Broadcast zu einem frühen Zeitpunkt“, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber InfoDigital. „Deshalb verhandelt Media Broadcast seit dem 4. Oktober 2018 mit dem Tarifpartner ver.di über ein neues, zeitgemäßes Arbeitszeitmodell. Die Einführung der 4-Tage-Woche bietet die Gelegenheit, die Firma fit für die Digitalisierung zu machen und gleichzeitig notwendige Kostensenkungen auf sozialverträgliche Weise umzusetzen.“

Zu den Gründen erklärte der Sprecher: „Die Notwendigkeit zu Kostensenkungen ergibt sich aus der absehbar sinkenden Arbeitsauslastung durch den Umstieg auf weniger wartungsintensive neue Technik wie DAB+ und DVB-T2 und aus dem absehbaren weitgehenden Ende des Netzausbaus für DVB-T2 in 2019 sowie aus dem Verkauf weiter Teile des UKW-Geschäfts.“

Media Broadcast hatte im Februar 2017 den Verkauf des UKW-Geschäfts angekündigt, das eines der Standbeine und Umsatzbringer des Dienstleisters war. Der Verkauf wurde im Dezember 2017 abgeschlossen.

Das Unternehmen, das im März 2016 von der Mediengruppe Freenet übernommen wurde, betreibt außerdem unter anderem Sendernetze für DVB-T2 und DAB+ sowie die Privatsender-Plattform Freenet TV, die über DVB-T2 und das Satellitensystem Astra (19,2° Ost) ausgestrahlt wird.

Nicht betroffen von der Situation ist die Media Broadcast Satellite GmbH. Der ehemalige Satelliten-Geschäftsbereich der Media Broadcast GmbH wurde nicht von Freenet übernommen und ist ein gesellschaftsrechtlich unabhängiges, eigenständiges Unternehmen.

Von Dr. Jörn Krieger


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