DAUN, 13.05.2020 - 10:41 Uhr
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WDR trauert um Charly Wagner

Der ehemalige Hörfunkmoderator, Nachrichtensprecher und Ansager Charly Wagner ist am 7. Mai 2020 im Alter von 78 Jahren gestorben. Das teilte der WDR gestern mit.

Valerie Weber, Programmdirektorin NRW, Wissen und Kultur, zum Tod des langjährigen WDR-Mitarbeiters: „Die Stimme Charly Wagners – ein gepflegter Bariton – war fast 40 Jahre lang ein Markenzeichen des Westdeutschen Rundfunks. Radiosendungen wie ,Swing und Balladen’ und ,Shellack-Schätzchen’ sind unvergessen. Und wer sich in Nordrhein-Westfalen an die Zeiten erinnert, als es im Fernsehen noch Programmansager gab, wird stets auch an Charly Wagner denken. Wir sind traurig darüber, dass wir einen geschätzten Kollegen und feinen Menschen verloren haben und fortan auf Aufzeichnungen zurückgreifen müssen, wenn wir seine Stimme noch einmal hören möchten.“

Charly Wagners Rundfunkkarriere begann im September 1953 ausgerechnet mit einem Hörspiel namens „Ich kannte die Stimme“, an dessen Produktion beim NWDR der damals Zwölfjährige für eine Gage von fünf D-Mark mitwirkte. Zwar beschränkte sich seine Aufgabe darauf, mit anderen Schülern eines Kölner Gymnasiums für Hintergrundgemurmel zu sorgen, doch stand für ihn von nun an fest, wo er später einmal sein Geld verdienen wollte: beim Hörfunk. Nach einem Umweg über den Beruf des Versicherungskaufmanns absolvierte der 1941 in Köln geborene Wagner eine Sprecherschulung bei der Deutschen Welle, wo er kurze Zeit als Regieassistent arbeitete. Im August 1965 folgte – nach einjähriger freier Mitarbeiterschaft – die Festanstellung beim Hörfunk des WDR als Nachrichtensprecher und Ansager. 1973 begann er, Radiosendungen zu moderieren, darunter gemeinsam mit Max Schautzer „Daheim und unterwegs“. Mit Sendungen wie „Musikpavillon“, „Swing und Balladen“, „Orchester der Welt“ und „Shellack-Schätzchen“ wurde er „die Stimme“ von WDR 4. Im WDR Fernsehen arbeitete er in den 80er Jahren als Ansager. Zudem war er 1994 als Sprecher an einem legendären „Fernsehskandal“ beteiligt. Nach einer Satire über angeblich manipulierte Lotto-Ziehungen im Politmagazin „Monitor“ verlangte der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel, dass die verantwortlichen WDR-Mitarbeiter „zum Teufel gejagt“ werden sollten – was nicht geschah: 2004 ging Charly Wagner nach 39 Dienstjahren beim WDR in den Ruhestand.


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