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DAUN, 24.04.2019 - 08:32 Uhr
Entertainment - People

Trauer um Hannelore Elsner

(dpa) - Sie war einer der beliebtesten Fernseh- und Kinostars Deutschlands: Die Schauspielerin Hannelore Elsner ist überraschend im Alter von 76 Jahren gestorben. Wie der Anwalt der Familie am Dienstag mitteilte, starb sie am Ostersonntag nach kurzer, schwerer Krankheit. Zuvor hatten auch „Bild“, „tz“ und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet. Sie war in mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen zu sehen. Im TV war Elsner besonders erfolgreich als „Die Kommissarin“ (1994-2006).

Elsner, am 26. Juli 1942 im oberbayerischen Burghausen geboren, starb in einem Münchner Krankenhaus. Die Charakterdarstellerin galt als eine der großen Diven des deutschen Nachkriegsfilms. Zuletzt lebte sie in Frankfurt am Main. Im Kino schaffte sie ihren großen Durchbruch mit „Die Unberührbare“ (2000). Der Film erzählt von den letzten Jahren der Schriftstellerin Hanna Flanders und lehnt sich eng an die Vita der Schriftstellerin Gisela Elsner an. Erste Bühnen-Engagements hatte Hannelore Elsner einst am Theater an den Münchner Kammerspielen und an der Kleinen Komödie München.

Freunde und Kollegen drückten am Dienstag ihre Trauer aus. „Du weißt ja, ich fand dich großartig und ich habe mich jedesmal ein Stückchen mehr in dich verliebt. Du wirst sehr fehlen“, schrieb Schauspieler Matthias Schweighöfer bei Instagram. „Ich bin unfassbar traurig“, schrieb Veronica Ferres ebendort. Til Schweiger formulierte auf Englisch, er könne es kaum glauben und es sei ein viel zu früher Tod: „Hannelore, i dont't wanna believe you passed away! Way too early!“

Im 3sat-Magazin „Kulturzeit“ sagte Iris Berben am Abend: „Sie ist ein großartiger Mensch gewesen, ein wunderbarer Freund. Laut, laut, verrückt, spontan, und sehr, sehr mutig.“

Elsner, die die Schauspielschule in München absolvierte, hatte ein bewegtes Leben. Ihr älterer Bruder und ihr Vater starben, als sie noch ein kleines Mädchen war. Später scheiterten mehrere Partnerschaften. Aus der Verbindung mit dem Hamburger TV-Regisseur Dieter Wedel stammt Elsners 1981 geborener Sohn. Die Schauspielerin engagierte sich auch gesellschaftspolitisch - unter anderem in einem Förderverein gegen das Vergessen des Holocaust.

„Hannelore Elsner hat die deutsche Kino- und Fernsehwelt geprägt wie keine andere“, erklärte Martin Moszkowicz, Vorstandsvorsitzender der Filmgesellschaft Constantin in München.

Die Münchner Regisseurin Doris Dörrie würdigte Elsner „als eine große Abenteuerin, die sich mit Neugier, Hingabe und Tapferkeit in jede Rolle und in ihr Leben gestürzt hat“. Dörrie hatte zuletzt „Kirschblüten & Dämonen“ mit Elsner gedreht. Der Film war erst im März in die Kinos gekommen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach dem Sohn der Schauspielerin sein Beileid aus. „Mit Hannelore Elsner verlieren wir eine wundervolle Schauspielerin und einen großartigen Menschen. In vielen Rollen im Fernsehen, im Kino und auf der Bühne hat sie uns Schwächen und Stärken der Menschen vor Augen geführt.“

Die Deutsche Filmakademie würdigte Hannelore Elsner als herausragende Charakterschauspielerin. „Ihre Intensität, ihr Humor und ihre sinnliche Intelligenz werden uns sehr fehlen“, teilte der Schauspieler und Akademiepräsident Ulrich Matthes mit.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Elsner als Schauspielerin mit Leib und Seele. „Sie formte ihre Rollen mit Leidenschaft und echter Hingabe und zog so ein großes Publikum über Jahrzehnte hinweg in Theater, Film und Fernsehen in ihren Bann.“

Außenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete Elsner als „Ikone des deutschen Films“.

Eine ihrer letzten Arbeiten ist am 8. Juni erstmals im TV zu sehen: In der ARD-Komödie „Club der einsamen Herzen“ spielen Elsner, Uschi Glas und Jutta Speidel drei Freundinnen, die sich aus den Augen verloren hatten. Das Trio will ein eigenes Tanzcafé eröffnen - ein Traum aus Jugendtagen. Das Erste: „Ein Fernsehfilm über drei Freundinnen, die es noch einmal wissen wollen.“


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