DAUN, 31.01.2018 - 09:12 Uhr
Entertainment - Unternehmen

Umbenennung: VPRT wird zu „VAUNET – Verband Privater Medien“

Ab dem 21. Mai 2018 wird der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) unter seinem neuen Namen „VAUNET – Verband Privater Medien“ auftreten. Dies wurde auf einer Mitgliederversammlung des VPRT am 30. Januar einstimmig beschlossen, auf der vom VPRT zudem die Initiative der Länder zur Reform von Auftrag und Strukturen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten begrüßt wurde. Der VPRT ist eine Interessenvertretung mit mehr als 150 Mitgliedern aus den Bereichen des privaten Rundfunks und von Onlineanbietern.

„VAUNET“ leitet sich aus den Anfangsbuchstaben von „Network“ sowie den Begriffen „Video“ und „Audio“ ab, die laut eigenen Angaben zukünftig die Eckpfeiler des Verbandes bilden sollen. Außerdem will VAUNET zukünftig stärker als bisher der VPRT auch die wirtschaftliche, gesellschaftspolitische und kulturelle Bedeutung der privaten audiovisuellen Medien vermitteln und sich als die führende Instanz bei der Vertretung der Interessen ihrer Anbieter positionieren.

Zwei Tage vor der Ministerpräsidentenkonferenz am 1. Februar in Berlin begrüßte der VPRT außerdem die Initiative der Länder zur Reform des Auftrags und der Strukturen bei den Rundfunkanstalten, warnte aber gleichzeitig vor einer vorschnellen Stellung weitreichender Weichen für das duale Mediensystem, insbesondere durch eine Erweiterung der Onlineangebote von ARD und ZDF.

Hans Demmel, Vorstandsvorsitzender des VPRT und Geschäftsführer von n-tv: „Bevor eine Auftragserweiterung beschlossen wird, bedarf es einer umfassenden Evaluierung von Programm, Tochtergesellschaften und den kommerziellen Aktivitäten von ARD und ZDF. Die Grenzen, die der aktuelle Rundfunkstaatsvertrag für ihre Onlineaktivitäten zieht, dienen dem Interessenausgleich im dualen Rundfunksystem. Genauso, wie das Verbot der ‚Presseähnlichkeit‘ dem Schutz der Presseverlage dienen soll, gelten die Video-on-Demand-Beschränkungen dem Schutz privater Wettbewerber. Sollte diese Balance durch die Politik in Frage gestellt werden, würde der Angebotsvielfalt und damit den Interessen der Verbraucher massiv geschadet. Der VPRT wird in diesem Fall den erneuten Gang nach Brüssel nicht scheuen.“

In diesem Zusammenhang erteilte der VPRT Plänen des ARD-Vorsitzenden, der einen Mehrbedarf von 3 Milliarden Euro für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sieht, eine klare Absage: „Eine solche Forderung halte ich für utopisch und aus der Zeit gefallen. Stattdessen sollten die Öffentlich-Rechtlichen der Politik weitreichendere und bemühtere Einsparmöglichkeiten aufzeigen. Geld haben kommt nicht vom Geldausgeben“, so Demmel. Er betonte, dass die Intendanten damit einen wichtigen Beitrag für eine stärkere Akzeptanz für ihre Angebote schaffen könnten.

Hinsichtlich der Plattformregulierung, die ebenfalls auf der politischen Agenda steht, betonte der VPRT die grundlegende Bedeutung des Zugangs und der Auffindbarkeit von TV- und Radioangeboten auf Plattformen als Grundlage gerade reichweitenabhängiger Geschäftsmodelle.  Aus Sicht des VPRT ist die Zeit für eine Anpassung der Plattformregulierung nun reif. Die wettbewerblichen und technologischen Herausforderungen für die Sendeunternehmen nehmen täglich zu. Zudem spielt der Schutz der Signalintegrität vor Überblendungen und Skalierungen ohne Zustimmung des Veranstalters eine wesentliche Rolle. In diesem Zusammenhang fordert der VPRT auch ein klares Vorgehen gegen illegales Streaming exklusiver Inhalte im Netz und eine unzulässige Vermarktung von verbreiteten Rundfunkangeboten durch Plattformbetreiber.


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