DAUN, 17.11.2017 - 15:47 Uhr
Veranstaltungen

„Digitale Welt – Made by Women“ - DW veranstaltet 40. Herbsttreffen der Medienfrauen in Bonn

Ab diesem Freitag, den 17. November kommen mehr als 300 Mitarbeiterinnen aus allen Bereichen der öffentlich-rechtlichen Sender aus Deutschland und Österreich zum 40. Herbsttreffen der Medienfrauen nach Bonn. Thema sind vor allem die digitale Transformation und die damit einhergehenden Herausforderungen und Chancen für weibliche Medienschaffende. 

Die Deutsche Welle (DW) ist dieses Jahr Ausrichterin der dreitägigen Konferenz in Bonn, die jährlich bei einem der Partner – ARD, ZDF, ORF, Deutsche Welle und Deutschlandradio – stattfindet. Übergeordnetes Ziel der Herbsttreffen ist es seit Ende der 1970er Jahre, die Gleichstellung der Frau in den öffentlich-rechtlichen Medien zu thematisieren und voranzubringen, wie DW-Chefredakteurin Ines Pohl betont: „Die Gleichstellung der Geschlechter ist immer auch ein Barometer für den Zustand von Gesellschaften und damit eines unserer redaktionellen Fokusthemen. Ich freue mich, dass die DW beim Herbsttreffen internationale Perspektiven in den deutschen Diskurs einbringen kann. Und wir erhalten Gelegenheit, unsere Kritik an anderen Ländern mit den deutschen Verhältnissen ehrlich zu vergleichen.“

Verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung der Konferenz ist jedes Jahr die federführende Rundfunkanstalt. In Bonn erwarten die Teilnehmerinnen Vorträge, Diskussionsrunden und mehr als 50 Workshops und Fortbildungen zu gesellschaftlichen, politischen, technischen und interkulturellen Themen mit internen und externen Expertinnen.

Auf dem Herbstreffen der Medienfrauen wird seit 1980 jährlich der Negativpreis „Saure Gurke“ verliehen, der auf besonders frauenfeindliche Fernsehbeiträge von öffentlich-rechtlichen Anstalten aufmerksam machen soll. Der Preis wird jeweils über die Gleichstellungsbeauftragte der Intendantin oder dem Intendanten des Senders überreicht, der für den frauendiskriminierenden Beitrag prämiert wurde.

Seit 40 Jahren fordern und fördern die Gleichstellungsbeauftragten der öffentlich-rechtlichen Medien eine als geschlechtergerecht geltende Besetzung nicht nur in Leitungspositionen in den Rundfunkanstalten. Sie setzen sich für die weitere Verbesserung der Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. DW-Verwaltungsdirektorin Barbara Massing: „Wie schaffen wir es als Organisation, Gleichberechtigung zu denken und weiter zu fördern? Für uns bei der DW hat die Suche nach einer Antwort auf diese Frage hohe Priorität. Das gilt auch für das Thema Diversity Management, denn Gender Mainstreaming ist für uns ein Teil davon. Wichtig ist, dass wir uns über Analysen bewusst werden über den Zustand der Gleichstellung in unserem Unternehmen. Und darauf aufbauend Instrumente entwickeln, die Ungleichheiten weiter abbauen. Daher haben wir – als erstes Medienunternehmen –  am Gleichbehandlungscheck der Antidiskriminierungsstelle des Bundes teilgenommen.“

Das erste Herbsttreffen fand 1978 statt auf Initiative der ZDF-Frauengruppe, die sich aus Empörung über die vermeintliche Ignoranz des Fernsehratsvorsitzenden und der Machtverhältnisse gegründet hatte. In Frankfurt am Main trafen sich 130 Frauen vom ZDF und aus den ARD-Rundfunkanstalten, ein Jahr später in Berlin waren es bereits 250 Frauen. 1985 wurden Frauenbeauftragte zunächst im Hessischen Rundfunk, in den folgenden Jahren in allen Sendeanstalten ernannt.


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