DAUN, 14.10.2021 - 10:49 Uhr
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Verbraucherreport: Digitales wird zur Dauerbaustelle

Das Themenfeld Internet und Digitales wird immer mehr zur Dauerbaustelle. Zu diesem Befund kommt der diesjährige Verbraucherreport des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), für den zum nunmehr sechsten Mal 1.500 Menschen in Deutschland zu verschiedenen verbraucherpolitischen Themen befragt wurden. 56 Prozent sehen ihre Interessen im Digitalbereich nicht geschützt, Tendenz steigend. Gleichzeitig wünscht sich eine deutliche Mehrheit einen engagierten Staat und unterstützt Regeln oder Preissignale, die für mehr Produktsicherheit, Verbraucher- und Klimaschutz mit sozialem Ausgleich sorgen.

„Der Verbraucherreport zeigt auf, wo der Schuh drückt und wie eine neue Bundesregierung Vertrauen aufbauen könnte. Es ist bemerkenswert, dass sich eine deutliche Mehrheit klar für Regeln ausspricht, die für mehr Verbraucher- und Klimaschutz sorgen würden. Der soziale Ausgleich ist ihnen aber sehr wichtig und angesichts der aktuellen Preiskrise der fossilen Energien auch dringend nötig“, sagt vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Die aktuell größte Baustelle ist laut Verbraucherreport 2021 der Bereich Internet und Digitales. Dieser Befund deckt sich mit den Erfahrungen in den Verbraucherzentralen. So sind ein Drittel aller Beschwerden (33 Prozent) in den Beratungsstellen im ersten Halbjahr Produkten oder Dienstleistungen im digitalen Bereich zuzuordnen. Aus Sicht des vzbv hat die Corona-Pandemie bestehende Probleme und Lücken insbesondere bei der flächendeckenden Internetversorgung offengelegt. Der vzbv fordert daher die neue Bundesregierung auf, mit Tempo für ein schnelles Internet, die Wahrung der Nutzer- und Verbraucherrechte auf dem Plattformmarkt sowie für Schutz beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu sorgen.

Weitere Ergebnisse des Verbraucherreports
  • Verbraucherschutz ist hochrelevant: 90 Prozent der Befragten sagen, dass Verbraucherschutz ihnen für ihre persönliche Sicherheit sehr oder eher wichtig ist. Dieser Wert ist seit Jahren stabil.
  • Große Verantwortung, wenig Vertrauen: 86 Prozent sehen die Politik in der Verantwortung, ihre Interessen als Verbraucher:innen zu schützen. Aber nur 24 Prozent vertrauen der Politik beim Verbraucherschutz stark oder eher stark. Ebenfalls 24 Prozent sehen ihre Interessen als Verbraucher:innen nicht gut oder gar nicht geschützt.
  • Wunsch nach einer engagierten Bundesregierung: 83 Prozent sehen die Politik in der Verantwortung, durch klare Regeln und Standards den Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen voranzutreiben. 79 Prozent stimmen zu, dass die nächste Bundesregierung bessere Verbraucherinformationen zu Produkten und Dienstleistungen umsetzen soll. 77 Prozent unterstützen strengere Verbraucherschutzvorgaben für die Hersteller von Produkten und Anbieter von Dienstleistungen. 71 Prozent sind für mehr staatliche Kontrollen für mehr Produktsicherheit.
  • Mehrheit für verbraucherfreundlichen Klimaschutz: 89 Prozent stimmen der Aussage „voll und ganz“ oder „eher“ zu, dass Produkte eine verbindliche und leicht verständliche Nachhaltigkeitskennzeichnung brauchen. 71 Prozent fordern bei höheren CO2-Preisen eine soziale Komponente und stimmen der Aussage zu, dass steigende Preise für einkommensschwache Verbraucher:innen abgefedert werden müssen. Das ist vor allem mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Energiepreise wichtig.

„Verbraucherschutz kann eine verbindende Klammer für eine neue Bundesregierung sein. Die zentralen Herausforderungen unserer Zeit wie die Digitalisierung oder der Klimaschutz können nur gelingen, wenn die Politik die Verbraucherinnen und Verbraucher mitnimmt“, so Müller. Der vzbv fordert die neue Bundesregierung auf, mit klaren und mutigen Vorgaben den Klimaschutz in allen Bereichen voranzubringen, sozial zu flankieren und es damit den Menschen leichter zu machen, sich nachhaltiger zu verhalten.

Konkret müsse Deutschland durch Energieeinsparung und -effizienz unabhängiger von fossilen Energieimporten werden und die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung vollständig an die Verbraucher:innen zurückfließen. Ein höheres Wohngeld wiederum soll steigende Energiepreise und höhere Mieten aufgrund energetischer Sanierung genau berücksichtigen. Der ÖPNV und die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität sollten massiv ausgebaut werden und ein einkommensunabhängiges Mobilitätsgeld die Pendlerpauschale ablösen. Gleichzeitig müssten die energetische Gebäudesanierung und die Umrüstung auf klimaneutrale Heizungen deutlich beschleunigt und die Beteiligungsmöglichkeiten der Verbraucher:innen am Ausbau der erneuerbaren Energien verbessert werden.


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