DAUN, 07.05.2019 - 10:58 Uhr
Entertainment - Unternehmen

Vodafone bietet Zugeständnisse für Unitymedia-Übernahme an

Vodafone will die EU-Kommission mit Zugeständnissen dazu bewegen, die geplante Übernahme von Unitymedia zu genehmigen. Der Telekommunikationskonzern reagiert damit auf wettbewerbsrechtliche Bedenken, die die Brüsseler Behörde im Rahmen ihrer vertieften Prüfung des Vorhabens geäußert hat (InfoDigital berichtete).

Als erste Maßnahme hat Vodafone einen Kabel-Großhandelsvertrag mit Telefónica Deutschland geschlossen. Nach erfolgter Übernahme kann Telefónica dadurch eigene Kabelprodukte über die vereinigten Kabelnetze an dann 23,7 Millionen Haushalte mit einer Download-Geschwindigkeit von bis zu 300 Mbit/s zu vertreiben.

Als zweite Maßnahme verpflichtet sich Vodafone, TV-Sendern die Verbreitung ihrer Inhalte im Internet nicht einzuschränken und die Netzübergänge so zu gestalten, dass ausreichende Übertragungskapazität über das Internet vorhanden ist. Die Sender sollen dadurch unabhängiger vom klassischen TV-Kabelnetz und damit von Vodafone werden, argumentiert das Unternehmen.

Vodafone geht davon aus, dass die EU-Kommission bis Juli 2019 ihre Entscheidung über die Transaktion treffen wird und der Abschluss der Übernahme noch im selben Monat erfolgen kann.

„Mit der Übernahme von Unitymedia werden wir zum ersten, bundesweiten Infrastruktur-Wettbewerber der Telekom“, sagte Vodafone-Deutschland-CEO Hannes Ametsreiter. „Darüber hinaus öffnen wir unser Kabelnetz für einen weiteren, starken, bundesweiten Wettbewerber – die Telefónica Deutschland. Wir bieten unserem neuen Highspeed-Partner Geschwindigkeiten an, die schneller sind, als das schnellste VDSL-Angebot der Telekom. Zudem schaffen wir noch bessere Distributionswege für alle TV-Sender und machen sie so noch unabhängiger von unserem TV-Kabelnetz.“

Ob der EU-Kommission die Zugeständnisse ausreichen, bleibt abzuwarten.

Die Öffnung des Kabelnetzes für die Telefónica entspricht nicht der Forderung von Verbänden und Wettbewerbern nach einem generellen Open Access für Dritte und bezieht sich zudem nur auf eine maximale Internet-Geschwindigkeit von 300 Mbit/s und nicht die vollen 1 Gbit/s, die Vodafone seinen eigenen Kunden in den Ausbaugebieten anbietet.

Von Dr. Jörn Krieger


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