DAUN, 29.01.2014 - 15:18 Uhr
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Werbeverzicht würde Rundfunkbeitrag auf über 19 Euro verteuern – KEF-Einschätzung

(dpa) – Der Rundfunkbeitrag in Deutschland würde bei einem kompletten Verzicht auf Werbung und Sponsoring deutlich steigen: um 1,26 Euro auf 19,24 Euro im Monat. Das haben die Experten der Kommission KEF in einem Sonderbericht für den Zeitraum 2013 bis 2016 errechnet, wie die KEF am 28. Januar in Mainz mitteilte. Die Erhöhung würde vor allem für die ARD anfallen, die neben Fernsehen auch Hörfunk anbietet. Die Rechnung ist bisher allerdings theoretisch. Derzeit geht es darum, dass der Beitrag wegen Mehreinnahmen sinken könnte: laut KEF-Vorschlag um 73 Cent im Monat – und frühestens 2015.

Die Kommission hat ausgerechnet, dass bei einem Wegfall von Werbung und Sponsoring von 2013 bis 2016 ein Ausgleich für die ARD um 85 Cent im Monat nötig wäre, für das ZDF um 41 Cent. Ein Verzicht allein auf Sponsoring würde den Beitragszahler mit acht Cent im Monat vergleichsweise wenig kosten, denn das Präsentieren von Sendungen durch Unternehmen nach 20.00 Uhr ist seit vergangenem Jahr verboten. Der Effekt des Wegfalls von Werbung wäre mit monatlich 1,18 Euro deutlich größer.

Auch rückwirkend für die Zeit von 2009 bis 2012 hat die KEF Berechnungen angestellt. Ohne Werbung und Sponsoring wären ARD, ZDF demnach um 1,25 Euro im Monat teurer geworden. In der abgelaufenen Gebührenperiode wären bei der ARD 84 Cent als Ausgleich fällig geworden, beim ZDF ebenfalls 41 Cent. Bis 2012 wären es ohne Werbung 1,10 Euro mehr gewesen und ohne Sponsoring 15 Cent mehr.

Die Experten nehmen an, dass das Geld für Fernsehwerbung bei Verzicht nicht komplett zu den privaten Sendern wandern, sondern auch auf andere Werbeinstrumente umgeschichtet würde. Für das Radio gibt es neben der Sorge um wirtschaftliche Nachteile für regional begrenzte Sender auch die eines „nachhaltigen Bedeutungsverlustes des gesamten Hörfunks als Werbemedium“. Wenn Werbung und Sponsoring nur teilweise erhalten blieben, hieße das laut KEF für das Fernsehen weniger wirtschaftlichen Nutzen – aber für den Hörfunk gebe es in diesem Fall ebenfalls Zweifel an seiner Zukunft als Werbemedium. Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor hält Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk weiter für notwendig. „Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Der wichtigste ist, dass die Werbeeinnahmen den Beitragszahler monatlich um 1,25 Euro entlasten“, sagte Marmor der Zeitung „Horizont“ (Ausgabe vom 16. Januar). Bei kleineren Anstalten wie Radio Bremen und dem Saarländischen Rundfunk sei Werbung noch viel wichtiger.

www.kef-online.de

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